Die frühere Oberbürgermeisterin von Pforzheim, Christel Augenstein (FDP), und ihr Anwalt Wolfgang Kubicki unterhalten sich am Tag der Urteilsverkündung in Mannheim.
Die frühere Oberbürgermeisterin von Pforzheim, Christel Augenstein (FDP), und ihr Anwalt Wolfgang Kubicki unterhalten sich am Tag der Urteilsverkündung in Mannheim. | Foto: Anspach/dpa

Derivate-Prozess in Mannheim

Gericht verurteilt Augenstein zu Bewährungsstrafe

Der Derivate-Prozess gegen die früheren Oberen der Stadt Pforzheim hat ein Ende: Die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) ist am Dienstag vom Mannheimer Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Die frühere Kämmerin von Pforzheim wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger haben angekündigt, in Revision zu gehen. Das letzte Wort könnte demnach der Bundesgerichtshof in Karlsruhe haben.

Zudem muss Augenstein 30.000 Euro an ein Kinderhospiz in Mannheim zahlen. In ihrem Schlusswort hatte die frühere Oberbürgermeisterin am Dienstagmorgen gesagt: „Ich habe immer uneigennützig und im Interesse der Stadt gehandelt.“ Die ehemalige Kämmerin hatte erklärt: „Ich bedauere das sehr, dass der Stadt Pforzheim so ein gravierender Schaden entstanden ist. Ich habe mir das wahrhaftig anders gedacht.“

Schwere Vorwürfe gegen Augenstein

Die frühere Pforzheimer Oberbürgermeisterin und ihre frühere Kämmerin hatten der Stadt mit dem Kauf von Derivaten vor über zehn Jahren Millionenverluste beschert. Ihre Verteidiger wiesen die Untreue-Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bereits zu Prozessbeginn am 8. August zurück. In den Plädoyers vor einigen Wochen forderte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen für beide Angeklagten.

Deren Verteidiger plädierten daraufhin auf Freispruch. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, mit dem Kauf von Derivaten – sowohl von der Deutschen Bank, als auch von J.P. Morgan – gegen das kommunale Spekulationsverbot verstoßen zu haben.