Nicht nur bei der Sparkasse wird abgehoben: Die Ruhe und den Perspektivwechsel von oben beschreibt Wolfgang Trautz, Hauptorganisator des German Cups, als „totale Entschleunigung“. Das Bild zeigt den Start der Ballone beim German Cup von 2017. | Foto: PK

Das erwartet die Zuschauer

German Cup für Heißluftballone: Der Himmel über Pforzheim wird bunt

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Es wird wieder bunt über den Dächern von Pforzheim. Von Donnerstag, 26. September, an, steigen die Teilnehmer des 12. Internationalen German Cup für Heißluftballone vom Buckenberg aus in luftige Höhen. 30 von ihnen werden ihre Ballone beim Großen Preis der Sparkasse Pforzheim Calw um die Wette manövrieren. Wolfgang Trautz, der als Organisator bereits elf von zwölf Veranstaltungen begleitet hat, gibt einen Einblick, was Zuschauer und Ballonsportbegeisterte beim Großereignis sonst noch erwartet.

„Insgesamt werden 50 Teams zu sehen sein“, so Trautz. „Darunter sind Teams aus acht verschiedenen Nationen von Luxemburg über Belgien, die Niederlande, Polen, die Schweiz und Großbritannien bis hin zu Portugal und Russland vertreten.“ Die Deutsche Meisterschaft ist gleichsam im German Cup integriert: „Siegt ein deutsches Team, ist es gleichzeitig auch Deutscher Meister“, so Trautz. Neben den beiden großen Wettbewerben findet ferner auch der Fiesta Cup statt. Hier dürfen alle Ballonformate bis zu einem Volumen von 6000 Kubikmetern an den Start gehen, darunter auch solche, die Passagiere befördern.

Piloten brauchen gutes Gespür für Wind

Während beim Fiesta-Cup weniger komplizierte Aufgaben zu lösen sein werden, warten bei den Hauptwettkämpfen anspruchsvolle Missionen auf die Ballonfahrer. Darunter etwa die Disziplin „Key Grab“, bei der es gilt, aus der Luft einen großen Ring von einer acht Meter hohen Stange zu lösen. Oder auch die sogenannte Fuchsjagd: Ein zu beobachtender „Fuchsballon“ steigt auf und lässt sich an einem bestimmten Landekreuz nieder, das die Piloten finden müssen. Bei all dem müsse man eins bedenken: „Die Ballone können nicht im herkömmlichen Sinne gesteuert werden, der Ballonfahrer muss allein durch das Zu- und Abgeben von Luft seinen Kurs durch verschiedene Windschichten navigieren.“

 

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Trautz freut sich, unter den hochklassigen Wettbewerbern auch den Weltranglisten-Ersten Stefan Zeberli aus dem schweizerischen Andwil begrüßen zu dürfen. „So ein geballtes Wissen und Können hatten wir noch nie. Da gibt es Piloten, die Manöver beherrschen, die andere gar nicht drauf haben. Man muss viel kalkulieren können – wissen, was man mit seinem Ballon alles machen kann und den Wind lesen können.“

Gute Witterungsbedingungen sind entscheidend

Wie genau sich der Wettkampf gestaltet, hängt dementsprechend auch von der meteorologischen Situation ab. „Mit Bernard Mühr vom Karlsruher KIT haben wir einen ,Meteo Officer’, der genau sagen kann, welche Windspitzen, -höhen und -richtungen die Fahrer erwarten.“ Gute Witterungsbedingungen sind entscheidend für den Ballonwettkampf. Während zu viel Wind das Navigieren nahezu unmöglich machen kann, sorgt zu wenig Wind möglicherweise für lange Gesichter bei den Zuschauern: „Vor zwei Jahren haben die Ballone eine gefühlte Ewigkeit über der Pforzheimer Platte gestanden“, erinnert sich Trautz.

Wolfgang Trautz. | Foto: Privat

Vor zwei Jahren haben die Ballone eine gefühlte Ewigkeit über der Pforzheimer Platte gestanden.

German-Cup-Organisator Wolfgang Trautz dazu. wie entscheidend die Witterungsbedingungen bei dem Event sind.

Die Deutsche Meisterschaft beginnt bereits am Donnerstag. 26. September, um 6.30 Uhr. „Nach dem Briefing der Piloten zu Sicherheitsmaßnahmen und jeweiligen Aufgaben entwerfen diese zusammen mit ihren Co-Piloten einen Schlachtplan und lassen einen Versuchsballon steigen, um den Wind einschätzen zu können“, beschreibt Wolfgang Trautz den Ablauf. Ein Team, weiß Trautz, besteht meistens aus vier Leuten, „zwei im Korb und zwei ,Verfolger’, die die Ballonfahrt vom Auto aus überwachen“. Die zweite Fahrt findet bei gutem Wetter dann gegen Abend statt. Weitere Fahrten sind für Freitag und Samstag geplant.

Schneewittchen als Ballon

Dann werden jeweils von 19 Uhr an die beiden Livebands „Straight and Easy“ und „Penthouse Jazz Band“ die „Nightglow“-Veranstaltungen einläuten. „Das Teilnehmerfeld wird dann für etwa gleich viele Ballone freigegeben, die bei musikalischer Untermalung in einem bestimmten Rhythmus leuchten“, informiert Organisator Wolfgang Trautz. An allen Tagen werden außerdem kleine Modellballone steigen gelassen, Kinder dürfen sich auf Hüllenbegehungen, Ballonkünstler und Stelzenläufer freuen und alle Besucher sind dazu eingeladen, dem Aufbau der Heißluftballon-Sonderformen beizuwohnen. Dieses Jahr unter anderem im überlebensgroßen Programm: Schneewittchen, ein Clown, eine Eule und ein Handy.