Feuchtfröhliche Feier: Fußball-Weltmeisterschaftsspiele sind für viele Jugendliche ein traditioneller Anlass, mal so richtig über die Stränge zu schlagen. Der Arbeitskreis des Landratsamtes will nun mit einem informativen WM-Planer speziell das junge Zielpublikum ansprechen und über Gefahren aufklären. | Foto: Anspach/Archiv

Initiative gegen „Komasaufen“

Pforzheim: Gesundheitsamt reagiert auf gestiegene Fallzahlen

Für einen ordentlichen Schrecken sorgten Anfang Januar Fallzahlen zum sogenannten „Komasaufen“ bei vielen besorgten Eltern sowie städtischen Mitarbeitern im Gesundheits- und Bildungsbereich: Laut einer Untersuchung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg war die Zahl der minderjährigen „Komasäufer“ in Pforzheim und dem Enzkreis von 2015 auf 2016 um 40 Prozent nach oben geschossen. Insgesamt 52 Kinder und Jugendliche aus der Region landeten in diesem Jahr mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

WM-Planer soll spielerisch aufklären

Nun will das Gesundheitsamt am Mittwoch seine Ursachenanalyse präsentieren und Gegenmaßnahmen vorstellen. Wie Petra Fakler, kommunale Suchtbeauftragte der Stadt Pforzheim und des Enzkreises auf Kurier-Nachfrage mitteilt, wurde unter anderem ein Fußball-WM-Planer für die Zielgruppe entwickelt, der Spaß mit nützlichen Informationen über das Rauschmittel verbinden soll. „Darauf können die Jugendlichen ihre Tipps für die Spielergebnisse sowie die tatsächlichen Ergebnisse eintragen“, informiert Fakler. Drumherum gibt es Rezepte für alkoholfreie Cocktails, Nummern von Ansprechpartnern und allgemeine Informationen über Alkoholmissbrauch. Mit Fragen in Multiple-Choice-Form können die jungen Besitzer außerdem spielerisch ihr Wissen über die Kulturdroge testen. Bereits 4 800 Stück im handlichen Hosentaschenformat wurden in Jugendhäusern in Pforzheim und dem Enzkreis verteilt, unter anderem auch von der Kriminalpräventions-Abteilung der Polizei. „Die Planer gingen weg wie warme Semmeln“, sagt Fakler erfreut.

Ursachenanalyse gestaltet sich schwierig

Am Mittwoch stellt der Arbeitskreis die Initiative, die an zahlreiche bereits durchgeführte Projekte anknüpft, im Detail vor und umreißt mögliche Ursachen für den alarmierenden Anstieg der Zahlen. „Eine hundertprozentige Antwort, wieso die Zahlen 2016 so hoch waren, wird es aber wahrscheinlich nicht geben können“, dämpft die kommunale Suchtbeauftragte überhöhte Erwartungen.