Zurück auf dem Trainingsplatz: CfR-Trainer Gökhan Gökce (links) gibt sich trotz „gemischter Gefühle“ kämpferisch. Dieses Foto zeigt ihn beim Training am Donnerstagabend. Dass er auch gegen Linx auf der Bank sitzt, wollte er aber nicht bestätigen.
Zurück auf dem Trainingsplatz: CfR-Trainer Gökhan Gökce (links) gibt sich trotz „gemischter Gefühle“ kämpferisch. Dieses Foto zeigt ihn beim Training am Donnerstagabend. Dass er auch gegen Linx auf der Bank sitzt, wollte er aber nicht bestätigen. | Foto: Wacker

Eklat in der Fußball-Oberliga

Gökce leitet wieder Training beim CfR

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Gökhan Gökce ist zurück. Offiziell behält sich der Trainer von Fußball-Oberligist 1. CfR Pforzheim zwar vor, möglicherweise nicht als Trainer auf der Bank zu sitzen beim ersten Ligaspiel nach der tätlichen Auseinandersetzung mit dem entlassenen Spieler Kushtrim Lushtaku.

Doch das Training am Donnerstagabend leitete er schon wieder, und auch seine Aussagen klingen eher kämpferisch: „Natürlich habe ich gemischte Gefühle. Ich schaue, dass ich mich aufs Spiel konzentriere. Ich gebe nicht auf. Ich zeige auch keine Trotzreaktion. Ich stehe einfach auf meinen Beinen, bin noch nicht tot.“

CfR-Trainer Gökce fühlt sich von Mannschaft unterstützt

Entsprechend geht es in der Partie gegen den SV Linx (Samstag, 15.30 Uhr) nicht nur um wichtige Punkte, um nicht in die Abstiegszone zu rutschen – sondern auch um eine Rückkehr zur Normalität. Von der Mannschaft jedenfalls fühlt sich Gökce dabei gut unterstützt. „Viele sind halt traurig, dass sowas passiert ist. Das ist ja klar“, berichtet der Trainer über seine Gespräche mit den verbliebenen Schützlingen. „Ich bin mir 100 Prozent sicher, dass mir die Mannschaft absolut den Rücken stärkt.“

CfR-Kapitän Salz möchte „wieder positive Schlagzeilen“

Dass Gökce damit richtig liegt, deutet Mannschaftskapitän Dominik Salz an: „Vielleicht ist das ja auch ein Antrieb, dass wir jetzt wieder positive Schlagzeilen schreiben wollen.“ Für ihn habe sich „gar nichts“ geändert. „Und ich gehe davon aus, dass es bei den anderen auch so ist. Irgendwie ist der Alltag wieder eingetreten.“

Kreshnik Lushtaku soll gegen Linx spielen

Also Mund abputzen, weitermachen. „Das kann eine Mannschaft auch stärken“, betont Salz. „Der Zusammenhalt ist super.“ Auch Kreshnik Lushtaku, Bruder des Beschuldigten Kushtrim, habe keine Konsequenzen zu befürchten. „Er hat ja nichts getan“, betont Salz. „Ich behandel ihn genauso wie zuvor auch.“ Gökce sieht das ähnlich. „Ich gehe davon aus, dass Kresh spielt. Das Eine hat ja mit dem Anderen nichts zu tun.“ Kreshnik Lushtaku hatte im Spiel gegen Ilshofen (0:2) einen Elfmeter verschossen. Der folgende Disput mit Johnathan Zinram war der Auslöser für den Streit zwischen Kushtrim Lushtaku und Gökce, der in den Katakomben des Vereins eskalierte – wie genau, dazu gibt es wie berichtet unterschiedliche Angaben.

Linx ist unangenehmer Aufsteiger

Gegen den starken Aufsteiger Ilshofen setzte es am Ende eine bittere 0:2-Pleite. Nun wartet mit dem SV Linx ein ebenfalls starker Aufsteiger, der zuletzt aber mit 1:6 den Stuttgarter Kickers unterlag. „Das wird sie nicht umhauen“, glaubt Gökce. „Die sind eine Mannschaft und ein starkes Kollektiv“ – allerdings auch „eine Mannschaft mit zwei Gesichtern“.

Salz optimistisch gegen Linx

Dominik Salz jedenfalls ist guten Mutes, gegen Linx eine angemessene Reaktion auf die Vorfälle rund um Gökce und Lushtaku sowie die Niederlage gegen Ilshofen zu zeigen. „Es ist ja nicht so, dass wir schlechter gespielt hätten. Uns fehlte einfach auch das Quäntchen Glück.“ Das könnte der CfR nun gut gebrauchen – auch um die Wunden verheilen zu lassen.