Perlen sind in diesem Jahr ebenso angesagt wie Gelbgold und Diamanten. Dies ist den Ankündigungen zur Schmuckmesse Inhorgenta im München vom 18. bis 21. Februar 2017 zu entnehmen. | Foto: Messe München

Schmuckmesse Inhorgenta 2017

Goldgelber Jubiläumsauftritt der Stadt Pforzheim in München

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Gelbgold bekommt durch die Stadt Pforzheim einen goldgelben Jubiläumskontrast in diesem Jahr auf der Inhorgenta in München. Dafür sorgen bei der Schmuckmesse von Samstag bis Dienstag große Goldstadt-250-Aufkleber. Einen Messeplan zum geballten Auftritt der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenproduzenten verteilen Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung. Außerdem sorgt die Inhorgenta als Jubiläumssponsor der Goldstadt Pforzheim ebenfalls für Akzente, die auf 250 Jahre Uhren- und Schmuckfabrikation verweisen.

Rund 26 000 Besucher wurden vergangenes Jahr bei der deutschen Leitmesse für Schmuck gezählt.
Rund 26 000 Besucher wurden vergangenes Jahr bei der deutschen Leitmesse für Schmuck gezählt. | Foto: Messe München

 

Aus dem Nordschwarzwald sind rund 80 Aussteller vertreten, darunter mit Aristo Vollmer und Laco zwei Uhrenanbieter. Das sind deutlich mehr Produzenten aus der Region um Pforzheim als in den vergangenen Jahren. In Basel  auf der Baselworld dagegen, werden die Besucher vom 23. bis 30. März gerade noch um die 40 „Pforzheimer“ finden. Hohe Kosten und die Uhrenlastigkeit der Messe schrecken haben, heißt es in der Branche.  Dass die Messe Freiburg wieder aus dem Spiel ist, spüren also allenfalls die Münchner, die von fünf Prozent mehr Ausstellern sprechen verglichen mit 2016.

Fünf Prozent mehr Aussteller

Da auch fünf Prozent mehr Fläche belegt sein sollen, finden die Besucher wohl deutlich weniger kunstvoll bespielte Freiflächen vor als vor einem Jahr. Damals kamen rund 26 000 Fachleute, um sich zu orientieren und um zu bestellen. Denn die Inhorgenta ist „nach wie vor eine Ordermesse und die deutsche Leitmesse“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte, Joachim Dünkelmann. Von den Juwelieren kämen die meisten vor dem Hintergrund „moderat gefüllter Lager nach München“. Lediglich in 1a-Lagen leide die Branche unter dem Verlust von kaufkräftigen Touristen aus China sowie dem Einkaufsvorteil, den das brexitgeschwächte Pfund für eben solche weit gereisten Schmuckfreunde in London bietet.

Armreif Diamanten von Erwin Reich
Armreif Diamanten von Erwin Reich | Foto: Reich

Aus Fabrikantensicht muss das kein Verlust sein, wie das Beispiel Erwin Reich zeigt. Die Pforzheimer Spezialisten für hochwertigen Diamantschmuck (Foto: PK) liefern „in Spitzenzeiten 40 bis 50 Prozent“ auf die Insel. 2015 sei so ein Jahr gewesen, sagt Geschäftsführerin Christina Reich. Die ganze Branche hatte damals gut zu tun. Und daran misst sich jetzt ein Umsatzrückgang um 1,8 bis zwei Prozent, wie dieser Tage auf den Großhandel spezialisierte Unternehmer ebenso bilanzieren wie kleine Individualanbieter.
Die um diese Jahreszeit übliche Mitgliederbefragung des Bundesverbands Schmuck und Uhren förderte vor diesem Hintergrund „erstaunliche Zahlen und positive Stimmen“ zu Tage, ist beim designierten Geschäftsführer Guido Grohmann zu erfahren. Da die Daten des statischen Bundesamts noch nicht vorliegen, werde es aber keine Jahresbilanz geben bei der morgigen Pressekonferenz zur Inhorgenta.

Erfolg mit Marken und Nischenprodukten

Erfolgreich waren die Hersteller von Marken, Nischenprodukten und kostengünstigen Produkten, erläutert BV-Präsident Uwe Staib. Insgesamt habe die Branche 2016 schwierige Entwicklungen zu verkraften gehabt, sagt er mit Verweis auf China und Russland. Es gelte neue Absatzmärkte zu erschließen. Ein Versuchsballon in diese Richtung sei 2016 im Iran gesetzt worden. Ob solche Anstrengungen verfangen, „ist eine politische Frage“.

987 Anbieter aus 40 Ländern

Während der Verband sich damit weit weg vom Inhorgenta-Geschehen bewegt, stellen sich die Aussteller international betrachtet auf Besucher aus Österreich, Italien, Schweiz, Niederlande, Spanien und Großbritannien ein. Sie führen in genannter Reihenfolge die Liste ausländischen Besucher an. Die meisten von ihnen sowie die vielen deutschen Juweliere und Großeinkäufer fuhren nach Messeangaben vergangenes Jahr zufrieden nach Hause. Es gab damals mit 940 Ausstellern aus 33 Ländern zwar deutlich weniger als in den Jahren zuvor, die Stimmung war aber positiv – getragen vom guten Geschäftsjahr 2015 sowie der personellen Neuausrichtung der Messe mit Stefanie Mändlein an der Spitze.
Zu den Früchten der Anstrengungen nach einer Phase hoher Unzufriedenheit bei den Ausstellern gehört, dass jetzt 987 aus 40 Ländern auf 64 000 Quadratmetern ihre Waren anbieten. Neue Kreationen – erneut zu einem großen Anteil aus Pforzheim – werden zum zweiten Mal bei einer Jewelry and Fashion Show präsentiert. Die prominenten Zugpferde der Schmuckmesse sind in diesem Jahr aber bei der ersten Verleihung der neu geschaffenen Inhorgenta-Awards zu finden.

Pforzheims Oberbürgermeister vergibt Design-Preis

Über 100 Produzenten reichten Produkte ein für die fünf Jury-Preise und einen Publikumspreis – zehn davon kommen aus dem Nordschwarzwald. Drei je Kategorie schafften es auf die „Shortlist“. Das Urteil darüber fällten Modeschöpfer Michael Michalsky, die Top-Models Franziska Knuppe und Shermine Shahriva sowie von der Wempe-Geschäftsleitung Anja Heiden und von der Pforzheimer Hochschule die Leiterin der Fakultät für Gestaltung, Christine Lüdeke.
Durch den Abend mit rund 400 Gästen wird Moderatorin Nina Ruge führen. Sie trägt Schmuck von der Manufaktur Odenwald, wenn sie unter anderem Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager ankündigt, der den „Designer of the Year“ kürt. Der exklusive Auftritt gehört zum Engagement der Inhorgenta als Sponsor des Jubiläums 250 Jahre Goldstadt Pforzheim.