Felix Herkens, bündnisgrüner Fraktionschef im Pforzheimer Rat will Landtagsabgeordneter werden.

24-Jähriger gibt Pläne bekannt

Grüner Stadtrat Herkens will für Pforzheim in den Landtag

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Ist er der Favorit? Der grüne Stadtrat Felix Herkens (24) will für Pforzheim in den Landtag. Auf Anfrage dieser Redaktion sagte der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Pforzheimer Gemeinderat: „Natürlich will ich kandidieren. Unser wichtigstes Ziel muss es sein, der AfD das Direktmandat abzunehmen.“

Bei der Landtagswahl im März 2016 war die Pforzheimer Grünen-Kandidatin Katrin Lechler um nur knapp 60 Stimmen und weniger als 0,1 Prozentpunkte am Direktmandat vorbeigeschrammt und musste es Bernd Grimmer von der AfD überlassen, der mit 24, 2 Prozent der Stimmen den begehrten Landtagssitz ergatterte.

Herkens will dieses Mandat nun also endlich für die amtierende Regierungspartei erobern  wenn ihn die Pforzheimer Grünen dafür nominieren. Eine Nominierungsversammlung ist noch nicht terminiert.

Unlängst hatte Herkens Parteifreundin und Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann gegenüber dieser Redaktion ihre erneute parteiinterne Kandidatur im Nachbarwahlkreis Enzkreis bekannt gegeben.

Herkens ist jung und respektiert

Felix Herkens gilt trotz seiner jungen Jahre als politischer Hochkaräter. Bei den Grünen hat  er sich bereits mehrfach als Wahlkampfmanager bewiesen.

Als Sohn von Franz Herkens, dem Gesamtpersonalratsvorsitzenden der Stadt Pforzheim, ist er gewissermaßen mit Verwaltung und Kommunalpolitik aufgewachsen. Im Gemeinderat hat sich der Sozial- und Kommunikationswissenschaftler, der im Sommer seinen Abschluss an der Hochschule in Landau machen will, ebenfalls schon als feste Größe etabliert.

Bei den zumeist deutlich älteren Kollegen hatte er sich schon in seiner ersten Ratsperiode mit besonnenen Analysen Respekt erworben. Bei der Kommunalwahl  2019 gelang es Herkens seine Zweier-Gruppe auszubauen. Mit nun drei Fraktionsmitgliedern sind die von der Grünen Liste einst abgespalteten Bündnisgrünen ebenfalls mit Fraktionsstärke im Rat vertreten.

Ihr Fraktionsvorsitzender will nun also auch im Stuttgarter Landesparlament ein Wörtchen mitreden. In einer Erkläung teilte Herkens am Dienstagnachmittag mit:  „Ich freue mich sehr über die ermunternden Worte meiner Parteifreundinnen, die meine Kandidatur zur Landtagswahl unterstützen. Bei der kommenden Nominierungsveranstaltung unserer Partei möchte ich mit meinen politischen Inhalten um das Vertrauen als grüner Kandidat werben.“

Bezüglich seiner Motivation sagte er:  „Als gebürtiger Pforzheimer ist es mir wichtig, mich für meine Stadt einzusetzen. Durch meine jahrelange Arbeit im Gemeinderat und anderen Gremien unserer Partei, wie dem Landesvorstand der Grünen Jugend oder dem Kreisvorstand kenne ich die Probleme in unserem Wahlkreis. Mir ist klar geworden, dass wir einige unserer größten Probleme wie die Finanzen nur auf Landes- oder Bundesebene lösen können. Dafür möchte ich mich im Landtag von Baden- Württemberg einsetzen.“ Ein Schwerpunkt sei sicherlich das Thema Umweltschutz, dass die Grünen nicht an Parteien verlieren dürfe, „die mit populistischen Thesen werben und rücksichtslos gegenüber zukünftigen Generationen sind“.

Favorit für Pforzheimer Mandat?

Für viele Beobachter ist er ein Favorit für das Mandat – auch wegen der überlokalen Rahmenbedingungen. Schließlich haben grüne Themen zuletzt mächtig Aufwind bekommen, hinzu komme der Amtsbonus von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Neben der AfD dürften auch die anderen Pforzheimer Parteien, die sich Hoffnungen auf ein Landtagsmandat machen, die Ankündigung von Felix Herkens aufmerksam zur Kenntnis genommen haben.

Bei der CDU hatte kürzlich Fraktionschefin Marianne Engeser ihren Verzicht erklärt. Dort gibt es mehrere jüngere Parteimitglieder, die eine Kandidatur erwägen.

(Die erste Version des Textes wurde um Zitate ergänzt.)