Konzentriert sich nicht auf Pforzheim, sondern auf den internationalen Markt: Uwe Rücker, Geschäftsführer der Uhrenmanufaktur Laco, der mit Dorothea Günther (Mitte) und Sarah Ruhmann auf der Baselworld unter anderem Sportuhren präsentiert. Foto: Ochs

Pforzheimer auf der Baselworld

Halbierte Messe macht Ausstellern Sorgen

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Weniger Aussteller, weniger Fläche und weniger Zeit: Das „Schrumpfungs-Thema“ dominiert in diesem Jahr die Baselworld, die am Donnerstag eröffnet wurde – und treibt auch die Pforzheimer Aussteller um. Wie berichtet, sind nur noch 17 Firmen aus Pforzheim und dem Enzkreis auf der Schmuck-und Uhrenmesse vertreten – im vergangenen Jahr waren es 32.

Nur noch 17 Aussteller aus Pforzheim dabei

„Verheerend“ findet Michael Keller, Chef der Schmuckmanufaktur Heinrich Lausch, diesen Trend. „Je weniger Aussteller, desto weniger Interessenten“, befürchtet er. Die Schweizer seien aber selbst schuld: Bei den horrenden Kosten und Standmieten sei es kein Wunder, dass die Teilnehmer ausbleiben. Er selbst habe auch mit dem Gedanken gespielt, nach 30 Jahren auf der Baselworld wegzubleiben – einer Zeit „mit einem stetigen Auf bei den Kosten und einem Ab bei den Besucherzahlen“, wie er sagt. Mit Blick auf seine Kunden habe er sich dann aber doch dafür entschieden, den klassischen Brillantschmuck der Firma auf der sechstägigen Messe zu zeigen. „Schade“ findet auch Falk Dettinger die Konzentration auf weniger Marken und Unternehmen. „Weniger Konkurrenz ist nicht besser“, sagt der Geschäftsführer der Schmuckmanufaktur A. Odenwald, die seit 41 Jahren auf der Baselworld ausstellt. In diesem Jahr unter anderem ihre klassische Saphirreihe und kleine Ringe im Stecksystem.

Schweizer sind selbst schuld

Zuversichtlich zeigt sich dagegen Marcus Mohr, Chef der Manufaktur Victor Mayer. Mohr hofft auf mehr Aufmerksamkeit für sein Unternehmen, wenn es weniger Aussteller gibt. „Das kann gut für uns sein, aber Sorgen machen wir uns trotzdem.“
Nicht nur auf Pforzheim, sondern den weltweiten Markt konzentriert sich Uwe Rücker, Geschäftsführer der Uhrenmanufaktur Laco. Er will neue Kontakte aufbauen und ist gespannt auf die Reaktion der Besucher auf die ausgestellten Uhren der Firma aus den Bereichen Marine, Militär und Flieger.
Gespannt ist auch Guido Grohmann, Geschäftsführer des Bundesverband (BV) Schmuck und Uhren – und zwar auf den Flair der „halbierten Baselworld“ und die Reaktion der Besucher. „Dennoch macht uns die allgemeine Entwicklung der Messe Sorgen“, sagt Grohmann. Viele Pforzheimer Firmen, die über Generationen auf der Leitmesse dabei waren, seien weggeblieben. Dabei seien es Unternehmen aus der Goldstadt gewesen, die die Basler Messe mitaufgebaut hätten, erinnert BV-Präsident Uwe Staib, Geschäftsführer des Familienunternehmens Hermann Staib, an die Anfänge und an die Zeit vor 45 Jahren, als er erstmals in Basel dabei war. Für die Zäsur sieht er wirtschaftliche Ursachen – unter anderem die starke Konkurrenz aus Asien.

Erinnerungen an die Anfänge

Was aber die Baselworld anderen Messen voraus habe, sei ihre Internationalität – sowohl bei den Ausstellern als auch den Besuchern. Die Konzentration auf große internationale Marken soll sich in den nächsten Jahren fortsetzen, betonte Messechefin Sylvie Ritter. Und sie ist sich sicher: Die Baselworld werde sich weiterentwickeln – weg von der klassischen Verkaufsmesse und hin zu einer Marketing- und Kommunikations-Plattform.