Spendenaktion bei "Hans im Glück" Pforzheim: Für jedes verkaufte Wasser gehen 25 Cent an die Caritas. Im Bild Restaurant-Betreiber Ergjan Terzici (links) und Frank-Johannes Lemke, Geschäftsführer der Caritas Pforzheim. | Foto: Fess

Pforzheim

„Hans im Glück“ und Caritas spenden für jedes verkaufte Mineralwasser

Anzeige

Jeder Schluck hilft. So könnte das Motto des Projekts von Caritas Pforzheim und der Restaurant-Kette „Hans im Glück“ lauten, das Betreiber Ergjan Terzici und Caritas-Direktor Frank-Johannes Lemke auf die Beine gestellt haben. Für jedes verkaufte Mineralwasser gehen 25 Cent als Spende an behinderte und bedürftige Kinder.

Für Lemke ist das im von Haushaltsdefiziten und ungleichen Einkommensverhältnissen geprägten Pforzheim ein vorbildlicher Schritt zur gemeinschaftlichen „Selbsthilfe“. Lemke und Terzici pflegen ein gutes Verhältnis. Und das nicht nur, weil die Caritas der Vermieter der Räumlichkeiten von „Hans im Glück“ ist.

Ein solches Engagement ist in der Region einzigartig.

„Hans-im-Glück“-Betreiber Ergjan Terzici

Seit 2017 findet zwischen beiden ein regelmäßiger Austausch statt, der schon seine Früchte getragen hat: So haben bereits die Senioren der Begegnungsstätte St. Martin, die Kinder des Wohn- und Förderzentrums Kappelhof und die der verschiedenen Caritas-Horte in Pforzheim an den von Birkenbäumen umringten Tischen des Burger-Restaurants Platz genommen.

Mit der Spendenaktion will Terzici ein weiteres Zeichen setzen: „Ein solches Engagement ist in der Region einzigartig“, sagt er mit Blick auf die übrigen Filialen in Karlsruhe, Heidelberg und Heilbronn, zu denen ab übernächste Woche auch Mannheim hinzukommen wird. Das Projekt stärkt nicht nur die Hilfsorganisation, sondern bindet mit dem Bad Liebenzeller Wasser auch regionale Wirtschaftsakteure mit ein. Verfolgen will man das Vorhaben zunächst ein Jahr lang. „Ich bin sicher, dass die Leute staunen werden, was dabei zusammenkommt“, ist Terzici überzeugt. Pro Jahr werden tausende Bestellungen aufgenommen.

Die Menschen müssen sehen, wo ihre Hilfe hingeht.

Caritas-Direktor Frank-Johannes Lemke

„Die Aktion ist ein Vorbild für das soziale Engagement von Unternehmen aus der Region“, lobt Lemke. „Die Krankenkassen sichern meist nur die allgemeinen Grundbedürfnisse, mit den Spenden können wir aber auch auf individuelle Benachteiligungen reagieren und etwa digitale Teilhabe ermöglichen.“ Pforzheim sei genauso Vorletzter bei der Arbeitslosenstatistik wie Vierter bei der Millionärsdichte. „Nicht allen hier geht es schlecht. Hier ist Selbsthilfe angesagt. Und die ist vor allem nicht mit bürokratischen Hürden verbunden.“

Weitere Aktionen geplant

Lemkes Erfolgsrezept: „Die Menschen müssen sehen, wo ihre Hilfe hingeht.“ Dieses Ziel soll auch mit dem Weihnachtsbaum-Projekt Ende Dezember erreicht werden: Bedürftige Kinder sollen kleine Zettel mit ihren Geschenkwünschen an den Birkenbäume im inneren des Restaurants anbringen dürfen, sodass der Gast, wenn er möchte, sich dieses Wunsches annehmen und das Geschenk bei einer gemeinsamen Feier überreichen kann. Für Anfang nächsten Jahres ist außerdem ein Kochkurs für Kitas, Schulen und andere Gruppen aus der Region geplant, bei dem eine Ernährungsberaterin den Kindern erklärt, was gesundes Essen ist.