Willkommen im Haus der Jugend: Die beiden Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Rainer Hopfgarten und Alison Bussey, sowie Jugendhausleiter Bart Dewijze bitten herein in das Haus am Benckiserpark, das nach drei Jahren Umbau fertig ist.
Willkommen im Haus der Jugend: Die beiden Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Rainer Hopfgarten und Alison Bussey, sowie Jugendhausleiter Bart Dewijze bitten herein in das Haus am Benckiserpark, das nach drei Jahren Umbau fertig ist. | Foto: Jürgen Müller

Verzögerungen und Kostenplus

Haus der Jugend in Pforzheim eröffnet

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„Ich freue mich mega, heute hier zu sein“, sagte Hausleiter Bart Dewijze in die Zuschauerreihen hinein und nahm mit der stilistischen Anleihe an die Jugendsprache den Ton vorweg, der künftig im „neuen alten Haus“ der Jugend vorherrschend sein wird. An diesem Montag ist dies noch nicht der Fall: Bei der offiziellen Eröffnung des umgebauten Gebäudes am Benckiserpark haben zunächst die Menschen das Sagen, die dafür gesorgt haben, dass das 4,1 Millionen Euro-Vorhaben realisiert werden konnte.

Allen voran der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum sowie dessen Kollegin von der SPD, Katja Mast. „Jeder Cent, der hier in die Hand genommen wurde, ist super gut investiert“, erklärte Krichbaum.

Generationen treffen sich

Im lichten Veranstaltungssaal saßen, unter reichlich Politprominenz, auch viele Menschen, die selbst einen Teil ihrer Jugend im Haus der Jugend verbrachten. Sie alle wurden bestens unterhalten von Vertretern der heutigen Generation, die das neue Haus der Jugend demnächst mit Aktivitäten zum Leben erwecken wollen: Daniel Steinfeld und David Wagner spielten an Hang Drum und Gitarre ein kleines Stück, und für viel Amüsement sorgte der vom Haus der Jugend produzierte originelle Kurzfilm „Wer ist mehr Gangster?“.

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Umbau dauerte drei Jahre

Zwar fehlen noch die Möbel, doch ist das neue Jugenddomizil nach drei Jahren Umbau gerade noch rechtzeitig im zu Ende gehenden Jubiläumsjahr des Stadtjugendrings fertiggeworden. „Heute ist ein guter Tag für unsere Jugend und für unsere Stadt“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch. Er bezeichnete das Haus als Symbol der Völkerverständigung und erinnerte daran, wie es 1949 mit maßgeblicher Unterstützung der Amerikaner gebaut wurde. In seiner kurzen Ansprache streifte der OB auch die Verzögerungen beim Umbau sowie damit einhergehende Kostensteigerungen, die letztlich den städtischen Haushalt mit mehr als den geplanten 300 000 Euro belasten werden, und resümierte dann: „Grämen wir uns nicht mehr, sondern freuen wir uns heute über ein gelungenes Ergebnis.“ In den vergangenen 70 Jahren sei das Haus der Jugend immer ein Ort für alle jungen Menschen dieser Stadt gewesen.

Friedliches Miteinander

90 Prozent von den ursprünglich mit drei Millionen Euro veranschlagten Kosten macht der Bund locker. Unter 1 000 Anträgen in Berlin seien 56 bewilligt worden, darunter das Haus der Jugend, das sogar eine Million mehr bekommen habe, als sonst üblich, wenn der Bund Projekte mit besonderer sozialer und integrativer Wirkung bezuschusst, führte Krichbaum aus. „Die allermeisten Jugendlichen hier haben Migrationshintergrund. Sie können uns soviel geben.“ Krichbaum erzählte von einem Gespräch, das er mit Hassan aus dem Libanon geführt habe. Der Jugendliche habe erklärt, sich sehr wohl zu fühlen in Pforzheim und auf Krichbaums Frage nach dem Warum gesagt: „Weil ich hier in Frieden leben kann.“

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Aufgebaut auf vier Säulen

„Das Haus der Jugend ist für alle da, für Hassan und Hans, für Aische und Angelika“, ergänzte SPD-Bundestagsabgeordnete Mast. Sie brachte ein Geschenk mit: 50 Grundgesetzbücher, die sie Jugendhausleiter Dewijze überreichte mit dem Wunsch: Das Haus soll auch ein „Haus unserer Demokratie sein.“ Bürgermeisterin Sibylle Schüssler verwies auf die Aktualität der Aufgaben, die vor 70 Jahren an den Bau des Hauses geknüpft waren: Aufklärung, Demokratie und Bekämpfung des Faschismus. Launige Worte fanden der Architekt Matthias Siegbert und Jugendhausleiter Dewijze. Letzterer sieht das Haus auf vier Säulen stehen: Es solle Labor für Sub- und Jugendkultur sein, als Erfahrungs- und Erlebnisfabrik dienen, zudem Kompetenzzentrum für alle Jugendliche der Stadt sein und Ort der Vernetzung für alle, die mit Jugendarbeit zu tun haben. Bevor all das geschehen kann, müssen die Möbel geliefe