Der Rohbau ist fertig, derzeit läuft in den Hoffnungshäusern in der Conweiler Max-Planck-Straße der Innenausbau. Bis Mai oder Juni sollen die beiden Häuser fertig sein und die Wohnungen ab Sommer von Einheimischen und Flüchtlingen bezogen werden. Foto: Ehmann

Bürger besichtigen das Projekt

Hoffnungshäuser in Conweiler: Einheimische und Flüchtlinge wohnen ab Sommer in Hausgemeinschaften

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Fremde werden zu Freunde: Um interaktives Wohnen geht es bei den beiden Hoffnungshäusern, die wie derzeit in der Conweiler Max-Planck-Straße entstehen. Hier sollen ab Sommer Einheimische und Menschen mit Fluchterfahrung in 14 Wohnungen einziehen.

„Wir sind im Zeitplan und gehen davon aus, dass die beiden Häuser im Mai oder Juni fertiggestellt werden“, erklärt Hubert Kogel, Pressesprecher der Hoffnungsträger Stiftung in Leonberg, die das Projekt leitet.

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Der Rohbau ist abgeschlossen und der Innenausbau im Gange. Im ersten Gebäude werde der Estrich vorbereitet; dieser brauche zwei Monate zum Aushärten, so Kogel. Im zweiten Haus werde die Elektrik installiert. In beiden Gebäuden in Holzbauweise müssten außerdem noch die sanitären Einrichtungen eingebaut werden. Eine Wohnung sei für die Standortleitung vorgesehen. Hier wird im Sommer Christoph Flassak, der ab 1. März für die Stiftung arbeitet, mit seiner Familie einziehen. Er soll die Bewohner vor Ort betreuen und Anleitung im Alltag bieten.

Miete günstiger als üblich

Die übrigen zwölf Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit der Größe von 30 bis 105 Quadratmetern sollen zur je Hälfte an Einheimische und Flüchtlinge vermietet werden. 35 bis 40 Personen könnten es am Ende sein. Flüchtlinge, die in Absprache mit der Gemeinde in Anschlussunterkunft einziehen, sollten schon zwei Jahre in der Umgebung gewohnt haben. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

Die Miete sei circa ein Drittel günstiger als die in Straubenhardt übliche. Wer einziehen will, braucht allerdings einen Wohnberechtigungsschein. Kogel geht davon aus, dass sich die Wohnungen „problemlos“ vermieten lassen; Anfragen gebe es bereits. Der Bezug ist ab Sommer geplant. Die feierliche Eröffnung der Hoffnungshäuser könnte im Oktober stattfinden. Wichtig sei, dass die Mieter zueinander passen und eine Hausgemeinschaft bilden, so Kogel.

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Stiftung unterstützt bei Arbeitssuche

Die Stiftung, die auch Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell, Sinsheim und Leonberg betreibt, unterstütze auch die Bemühung der Bewohner, Arbeit und eine andere Wohnung am Ort zu finden. Grundsätzlich dürfe aber jeder wohnen bleiben, auch wenn er Geld verdiene, sagte Wolfgang Lieb, Bereichsleiter Immobilien bei der Stiftung.

„Wir sind froh darüber, dass es uns gelungen ist, diesen Ansatz des gemeinsamen Zusammenlebens mitten in den Ort gebracht zu haben. Ich halte die Arbeit der Stiftung für einen ganz wichtigen Ansatz, wie wir als Gesellschaft mit den Herausforderungen Flucht und Armut umgehen“, sagte der Straubenhardter Bürgermeister Helge Viehweg.

Einheimische und Flüchtlinge wohnen in beiden Häusern

Am Dienstag konnten Bürger die Hoffnungshäuser von außen besichtigen und sich anschließend im Conweiler Bürgertreff über das Bauprojekt austauschen. Angelika Röhm, die in einem Hoffnungshaus lebt und bei der Stiftung angestellt ist, berichtete über ihre Erfahrungen.

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