Nachwuchs im Wildpark: Das kleine Rentier ist am Mittwoch geboren worden. Details über den Neuankömmling gibt es in einem Online-Tagebuch. | Foto: Stefan Friedrich

Hinter den Kulissen

Im Wildpark Pforzheim laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung

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Noch ist der Wildpark Pforzheim geschlossen. Hinter den Kulissen aber laufen die Vorbereitungen für die geplante Wiedereröffnung. Ein genaues Datum dafür gibt es noch nicht. Derzeit rechnet man mit rund 400 Besuchern pro Tag.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

Auch wenn der Wildpark in Pforzheim momentan noch geschlossen ist: Hinter den Kulissen gibt es weiterhin viel zu tun. Die Tiere müssen gepflegt werden, Umbauarbeiten werden abgeschlossen und Nachwuchs hat es auch gegeben. Darüber hinaus bereiten sich die Mitarbeiter darauf vor, dass der Wildpark für Besucher wieder geöffnet wird. Ein genaues Datum steht dafür aber noch nicht fest.

Mitarbeiter arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb

Wo sonst viele Familien mit Kindern unterwegs sind, ist es momentan ziemlich ruhig auf dem Gelände. Zwischen 5.000 und 6.000 Besuchern kommen während der Stoßzeiten in den Wildpark. Derzeit sind hier nur die Mitarbeiter unterwegs. Gearbeitet wird im Zwei-Schichten-Betrieb. „Sollte eine Schicht mal ausfallen, könnte die andere übernehmen“, erläutert Förster Carsten Schwarz von der Wildparkverwaltung das Prinzip.

Bei den Tieren sieht man schon eine Verhaltensänderung.

Carsten Schwarz, Förster und Teil der Wildparkverwaltung

Momentan sind sie im Wildpark vor allem damit beschäftigt, die Anlage in Schuss zu halten. Bedingt durch die Frühjahrsstürme gibt es noch einige „Altlasten“, um die sie sich kümmern müssen. Und natürlich wollen auch die Tiere beschäftigt werden. Dass von heute auf morgen die Besucherströme ausgeblieben sind, ist denen nämlich nicht entgangen. „Bei den Tieren sieht man schon eine Verhaltensänderung“, weiß Schwarz. Einerseits sind es die „Rampensäue“ im Park, wie Wildschweine oder Dammwild, denen die menschlichen Gäste fehlen. Die scheuen Tiere wiederum, zu denen das Rehwild zählt, „sehen das ganz entspannt“.

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Wie lassen sich die Corona-Vorgaben umsetzen?

Wann die Tiere wieder Besuch empfangen dürfen, das ist derzeit noch nicht klar. Trotzdem machen sich alle Beteiligten schon jetzt intensiv Gedanken darüber, wie und in welchem Umfang das so geschehen kann, dass einerseits alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten sind, andererseits aber auch die Tiere nicht überfordert werden.

Dann müssen wir sehen, wie sich die Leute verteilen und wie die Grunddisziplin ist.

Carsten Schwarz

Derzeit wird mit einer Zielgröße von 400 Besuchern am Tag gearbeitet. „Dann müssen wir sehen, wie sich die Leute verteilen und wie die Grunddisziplin ist“, erklärt Schwarz. Davon sei dann abhängig, ob man sukzessive noch weiter öffnen kann oder die Besucherzahl wieder reduzieren muss.

Dass der Wildpark die Offenheit, die ihn einst ausgezeichnet hat, vorerst auf jeden Fall nicht mehr bieten kann, ist klar und beschäftigt auch die Mitarbeiter im Park: „Bei uns gibt es ja keine Türen. Jeder kommt und geht wie er mag“, sagt Carsten Schwarz und hofft auf ein Ende der Corona-Zeit.

Streichelzoo bleibt geschlossen

Aktuell werden daher Überlegungen diskutiert, ob ein Ticket-System eine Lösung sein könnte. Vermutlich werden auch nicht mehr alle Parkplätze geöffnet. Unbedingt vermeiden will Schwarz zudem, dass Menschen sich ärgern, weil sie nicht mehr in den Park dürfen, obwohl sie extra angereist sind. Und auch die, die im Park unterwegs sind, werden sich vorübergehend umgewöhnen müssen.

„Schaufütterungen sind passé“, bedauert Schwarz, und auch der Streichelzoo wird geschlossen bleiben müssen: „Alles, wo es zu eng zugeht oder wo sich die Menschen in größeren Gruppen formieren, muss man vermeiden.“ Es werde am Ende ein Prozess sein, der von Betreibern wie Besuchern Geduld und Lernfähigkeit erfordert.

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Um zumindest Sehnsucht und Wartezeit auf die Öffnung des Parks zu verringern, hat sich Schwarz etwas Besonderes ausgedacht: Seit der Schließung vor rund 50 Tagen lässt er die Menschen außerhalb des Parks täglich über ein Online-Tagebuch an den Entwicklungen im Park teilnehmen. Beispielsweise über die Geburt eines Rentiers am vergangenen Mittwoch. Sobald der Termin für die Öffnung feststeht, wird natürlich auch dieser dort bekannt gegeben.