Bauhof-Mitarbeiter hängten die einem Maischerz zum Opfer gefallene Tanne an einen Galgen, um auf die Tat aufmerksam zu machen. | Foto: Fix

Hängt ihn höher: skurrile Aktion des Bauhofs

In Grunbach baumelt Weihnachtsbaum am Galgen

Anzeige

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, über Humor aber schon. Nach einem Maischerz in Engelsbrand-Grunbach ist einigen Bürgern, vor allem aber den Mitarbeitern der Ortsverwaltung das Lachen sprichwörtlich im Hals stecken geblieben. Denn unbekannte „Witzbolde“ hatten sich an der von der Gemeinde erst vor einem Jahr an der Calwer Straße eingepflanzten Nordmanntanne zu schaffen gemacht. Sie gruben sie aus, entfernten an der unteren Stammhälfte die Äste, hobelten die Rinde ab und machten aus der angehenden Weihnachtstanne ein Mini-Maibaum. Dass es sich dabei um einen gesunden, drei Meter hohen Baum handelte, schien die Übeltäter nicht zu kümmern. Das Bäumchen sieht nun ziemlich verkümmert aus, dass es sich mal um eine Tanne handelte, ist auf den ersten Blick fast nicht mehr zu erkennen.

Ein Schild verdeutlicht, dass der Streich in der Nacht zum 1. Mai die Tanne zerstört hat. | Foto: Fix

Mitarbeiter reagieren mit „Galgen-Humor“

Den finanziellen Schaden schätzt Andreas Herb, Leiter des Haupt- und Bauamts von Engelsbrand, auf etwa 1 000 Euro. Die Gemeinde erstatte Anzeige, doch die Chancen, die Verantwortlichen zu schnappen, sind eher gering, vermutet Herb. Jetzt hat die Gemeinde auf diesen missglückten „Scherz“ mit einer gehörigen Portion Sarkasmus reagiert – mit „Galgen-Humor“. Seit Mittwoch steht an der Calwer Straße, Ecke Kronengasse, ein Galgen. Und an dem baumelt die verstümmelte Tanne. Wie ein Mahnmal steht dieses Konstrukt neben dem Dorfbrunnen. „Dieser Maischerz war das Todesurteil für unseren Weihnachtsbaum“ heißt es auf einem Schild, das am Galgenstamm hängt.

Wollten Aufmerksamkeit erregen

Damit wollten die Mitarbeiter des Bauhofs auf ihre Art zeigen, dass sie mit der Zweckentfremdung des Bäumchens nicht einverstanden sind. Für den Galgen musste aber nicht extra ein Baum gefällt werden. Er wurde aus dem eigentlichen und nun ausgedienten Maibaum der Gemeinde gezimmert. „Wir wollten mit dieser provokanten Maßnahme Aufmerksamkeit erregen und die Öffentlichkeit informieren“, erklärt Herb auf Nachfrage des Pforzheimer Kurier. Er beobachte, dass der Galgen seinen Zweck nicht verfehlt, Passanten blieben stehen, im Ort spreche man über die Aktion des Bauhofs. Von Dauer soll die kleine „Gedenkstätte“ aber nicht sein. Nach Pfingsten werden die Bauhofmitarbeiter ihre Eigenkonstruktion wieder abbauen.