Der Deckenschaden in einem Raum im Insel-Pavillon 3 geht auf einen Handwerkerfehler zurück. Davon ist die Stadtverwaltung überzeugt, die am Freitagnachmittag darüber informiert, dass sich die neun Jahre alte Leichtbaukonstruktion gelöst hat. | Foto: Keiper

Fehler bei der Installation

In Inselschule stürzt Decke herab

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Deckenschaden in der Insel-Realschule. Wo normalerweise Kinder im Förderunterricht sitzen, hängen Kassettenleuchten, lediglich von Stromkabel gehalten, und Montageschienen aus Alu lose im Raum. Es sind Reste einer Leichtbaudecke, die nach Einschätzung der Stadt vor neun Jahren fehlerhaft installiert wurde. Konsequenz daraus ist, dass ab sofort alle drei Pavillons mit zusammen 14 Räumen auf dem Inselareal gesperrt sind. Für die Schüler müssen übers Wochenende Ersatzzimmer gefunden werden, bei der Stadt geht die Suche nach Handwerkern los. Nach den Weihnachtsferien soll alles wieder benutzbar sein.

Über den Schaden an der Decke des Klassenzimmer in der Inselschule informieren Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Schulbürgermeisterin Monika Müller | Foto: Keiper

Kinder nicht betroffen

Es war vermutlich Nacht, als sich die Platten aus Faserdämmstoff lösten und beim Aufprall auf Boden und Schultischen zerbröselten. „Es hätte aber zu jedem X-beliebigen anderen Zeitpunkt passieren können“, sagt der Sachverständige Wolfgang Prestinari, der umgehend hinzu gezogen wird. Als er die Räume in Augenschein nimmt, ist längst alles gesichert. Laut Oberbürgermeister Peter Boch wurde sofort überprüft, wo vergleichbar abgehängte Decken installiert sind. Dabei entdeckte das Gebäudemanagement mit Thorsten Graf an der Spitze schnell, dass es 2008 für alle drei Pavillons neue Decken gab.

Déjà-vu für Schulbürgermeisterin

Die restlichen Gebäude von Insel-Werkrealschule und Insel-Realschule seien also nicht betroffen, erläutert Schulbürgermeisterin Monika Müller, für die der Schaden in den 1956 gebauten denkmalgeschützten Pavillons einem Déjà-vu gleich kommt. Schließlich ist es erst wenige Jahre her, dass in der Nordstadtschule wegen fehlerhafter Deckenkonstruktion nichts mehr ging und auf die Schnelle ziemlich viel Ersatzraum geschaffen werden musste.

„Dübel falsch angebracht“

Dieses Mal fällt der Aufwand wohl geringer aus. Müller geht davon aus, dass die betroffenen Klassen die letzten vier Schultage vor Weihnachten unter anderem in der angrenzenden Alfons-Kern-Schule erleben dürfen. Dass sich die nach Gutachter-Einschätzung unsachgemäß angebrachten Dübel in den etwa zehn Räumen gelöst hätten, in denen gestern früh noch Kinder unterrichtet wurden, will sich niemand vorstellen beim von der Stadtverwaltung einberufenen Vororttermin. Der Schaden wurde von Schulpersonal entdeckt.
„Es ist definitiv ein Fehler beim Innenausbau gemacht worden“, urteilt Prestinari. Bei der Verschraubung von Holz zu Holz seien Löcher vorgebohrt worden. Die dann eingesetzten Kunststoffdübel hätten sich dann aber zum Teil bereits in der Schilfrohrmatte unter dem Holz geöffnet. An einen vergleichbaren Fall in Pforzheim kann sich niemand erinnern. Die Stadt rechnet mit Schadensersatz.