Pforzheim
ERSTE BAGGER ROLLEN: Am Marktplatz in Pforzheim sind erste Vorarbeiten für die Innenstadt-Ost durchgeführt worden. | Foto: str

Projektgegner hoffen noch

Innenstadt-Ost: Vorarbeiten für Großprojekt in Pforzheim gestartet

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Projektgegner und betroffene Gastronomen haben zwar immer noch Hoffnung. Doch am Marktplatz in Pforzheim sind jetzt erste Vorarbeiten für das Großprojekt Innenstadt-Ost gestartet worden.

Für die Tiefbauarbeiten im Vorfeld der Innenstadt-Ost sind am Marktplatz Probegrabungen vorgenommen worden. „Es handelte sich dabei um einen sogenannten Suchschlitz, mit dem eine Fachfirma überprüft, wo genau die unterirdischen Leitungen verlaufen“, so Stadt-Sprecher Michael Strohmayer auf Anfrage. Die Leitungen hat man offenbar schnell gefunden, denn am Dienstag wurde der Suchschlitz bereits wieder zugemacht.

Innenstadt-Ost: Hauptarbeiten ab März

Ab dem 18. März sollen dann die Hauptarbeiten beginnen. Wie berichtet werden dann zunächst an der Deimlingstraße zwischen Stadtbibliothek und Technischem Rathaus sowie in der östlichen Fußgängerzone zahlreiche Leitungen erneuert – Maßnahmen, die unabhängig der Innenstadt-Ost ohnehin irgendwann angestanden hätten.

„I-Dipfele“ muss weichen

In der Fußgängerzone muss für das Projekt das „I-Dipfele“ weichen. Das freistehende Gebäude zwischen Rathaus und „C & A“ gehört dem Pforzheimer Brauhaus und ist an die Gastro-Kette „Dean & David“ vermietet. Laut notariell beurkundeter Vertragslage mit der Stadt muss das Gebäude Ende März abgerissen sein. Wie berichtet hat Brauhaus deshalb im Dezember der Fast-Casual-Kette „aufgrund öffentlichen Interesses“ zum 28. Februar gekündigt. „Dean-&-David“-Gründer David Baumgartner berief sich indes auf den Mietvertrag und kündigte rechtliche Schritte an.

Dean & David in ehemalige Metzgerei Dietz?

Unterdessen ist zu hören, dass sich Pächter und Verpächter angenähert haben. Nach Kurier-Informationen laufen nach wie vor Verhandlungen über einen Wechsel der Kette an das andere Ende der Fußgängerzone. Dort könnte die Kette, die sich auf frische Salate, Veganes und Currys spezialisiert hat, in den Räumlichkeiten der ehemaligen Metzgerei Dietz unterkommen. Wie es bei der Hausverwaltung der Liegenschaft in der Westlichen 35 hieß, soll sich in dem seit einem Jahr geschlossenen Objekt „bald etwas bewegen“.

Der Termin ist nicht vom Himmel gefallen

Allerdings hofft man beim „I-Dipfele“-Vermieter noch. Brauhaus-Chef Wolfgang Scheidtweiler: „Mit etwas Kreativität und gutem Willen könnte das Gebäude womöglich noch Jahre dort stehen bleiben, bevor dort tatsächlich etwas gebaut wird.“ Schließlich entsteht die neue Innenstadt-Ost zunächst an der Deimlingstraße. Das Technische Rathaus soll frühestens 2023 abgerissen werden. Warum das „I-Dipfele“ schon jetzt? Stadt-Sprecher Strohmayer:  „Der Termin ist nicht vom Himmel gefallen. Es handelt sich um einen wohldurchdachten Zeitplan, bei dem der eine Arbeitsschritt auf den anderen aufgebaut ist.“

Bäume werden noch im Februar gefällt

Weniger Aufwand bedeutet eine bereits am 25. Februar geplante Maßnahme. An diesem Tag sollen in Zusammenhang mit dem Projekt insgesamt drei Bäume gefällt werden, eine Platane und eine Linde in der Östlichen am „Sägewerk“, zum ein kleinerer Baum beim Parkplatz hinter dem Rathaus. Die Bäume seien den Leitungsarbeiten im Weg, hieß es. Anfang März sollen zudem die zwölf Platanen des „Pforz-Hains“ vor dem Technischen Rathaus weichen. Strohmayer: „Diese werden aber nicht gefällt, sondern fachgerecht entnommen und in Huchenfeld im Bereich der Schule wieder eingepflanzt.“ Auch der Bauernmarkt am Freitag ist betroffen. Er soll ab März auf den Marktplatz verlagert werden.

Die Leitungsverlegungen beginnen an der Deimlingstraße, weil auf dem Rathaushof das erste der vier Gebäude des Investors Ten Brinke entstehen soll. Dieser hatte bekanntlich vom Gemeinderat im Dezember den Zuschlag für das Bauprojekt erhalten. Der Notartermin für den förmlichen Vertragsschluss ist Ende Februar vorgesehen, ein konkretes Datum stehe noch nicht fest.

Wie berichtet versuchen Projektgegner, die Innenstadt-Ost noch mit einem Bürgerbegehren zu verhindern.