Franco Paparazzo ist der Spitzname, mit dem der Ispringer Frank Streckfuß unterwegs ist. An der Wand Zuhause in Ispringen hängen viele der insgesamt 1 300 Selfies, die ihn mit Promis zeigen. Auf der Weinflasche: ein Autogramm des Fußballers Andrea Pirlo. Foto: Rubner

1300 Selfies mit Promis

Ispringer Paparazzo in der Glamourwelt

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Von Bernd Schweinberger

Wenn man die Wohnung von Frank Streckfuß in Ispringen betritt, fühlt man sich sofort in die Welt von Glitzer und Glamour versetzt. Überall Bilder und Utensilien, die den 51-Jährigen mit Stars aus Film, Fernsehen oder Sport zeigen, über 1 300 Selfies mögen es sein, die den Promifotografen zeigen, zusammen mit Stars wie den österreichischen Schauspieler und Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger, den deutschen Schauspieler Mario Adorf, den italienischen Ausnahmefußballer Andrea Pirlo, die Filmhelden Terence Hill und Bud Spencer, Schauspieler Sky Dumont, den Fußballer Thomas „Icke“ Häßler, ein Großteil der Spieler des FC Bayern München, mit dem ihn eine große Affinität verbindet.

Buch oder Ausstellung in Erwägung gezogen

Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, die Essenz aus dem Wirken des Hobbyfotografen, der unter anderen auch als Franco Paparazzo unterwegs ist, wäre locker dazu geeignet, im Rahmen einer Ausstellung sein Wirken einem breiten Publikum zu offerieren oder gar in einem Buch nieder zu schreiben. „Daran habe ich wirklich noch nicht gedacht, aber eine Überlegung wäre es wert“, will er über diese neue Idee nachdenken.

Mit 19 Jahren Shari Belafonte beim Skifahren getroffen

Seine ersten Schritte machte er bei einer Mallorca-Party in Ispringen, doch seine Affinität für Fotos mit Prominenten entdeckte er eher zufällig. Als der passionierte Wintersportler im zarten Alter von 19 Jahren mit seinen Eltern in Kühtai seiner Skileidenschaft frönte, bekam er Kontakt mit der US-Schauspielerin Shari Belafonte, die Tochter des legendären Sängers Harry Belafonte. Als diese seinen Wunsch nach einem Foto bejahte, war er nicht mehr zu bremsen, zumal ihm die karibische Schönheit auch noch ein Autogramm in sein Buch kritzelte. „Da habe ich erst bemerkt, dass ich ein Faible und das entsprechende Gespür für solche Fotos habe“, blickt er zurück auf die Entstehung seiner Erfolgsgeschichte, die sich immer weiter ausdehnte bis zu jenem Tag, als sein Körper streikte und bei dem erfolgreichen Versicherungsvertreter, der immer an vorderster Front agierte, die Krankheit Burnout attestiert wurde. „Von diesem Zeitpunkt an musste ich kürzertreten und auch meine Arbeit aufgeben“, so Streckfuß, der auch im privaten Bereich Nackenschläge einstecken musste.

Fotografie gibt Mut im Kampf gegen Krankheit

Während dieser harten Zeit, die auch bis zum heutigen Tag noch anhält, habe ihm das Fotografieren immer wieder Motivation gegeben. „Da bin ich in einer anderen Welt, das gibt mir den Mut, der Krankheit zu widerstehen.“ Zusätzlich nimmt er noch Kraft aus seiner Tätigkeit als Kleinbusfahrer, er transportiert Kinder mit Handicap von daheim bis zur Schule am Winterrain in Ispringen und zurück. Dazu passt auch sein Engagement bei Rainer Scharinger & Friends und für dessen Charity-Fußballspiele, deren Erlös der frühere Profi des Karlsruher SC und Akteur beim 1. FC Pforzheim an viele soziale Einrichtungen spendet. „Da sind dann die eigenen Sorgen nicht mehr so wichtig“, sagt Streckfuß, der trotzdem Fotografieren als eine Art Therapie betreibt.

Auch Arnold Schwarzenegger hat Frank Streckfuß (vorn, rechts) schon getroffen. Foto: privat

Paparazzo mit Herz

„Paparazzo mit Herz“, nennt er sich und will damit sagen, dass man mit einem freundlichen Lächeln und viel Empathie auch die berühmtesten Menschen zu einem Selfie überreden kann.
Daneben bedeutet ihm Fußball sehr viel. Beim FC Ispringen war er aktiv, hatte dort auch einige Jahre den Vorsitz. Heute ist er aktiv beim FC Nöttingen, macht Fotos für das Vereinsheft und fährt auch mit dem Bus zu Auswärtsspielen. Über allem thront aber der FC Bayern München, schon als Kind schlief er besonders gut in Bettwäsche der Bayern. Heute ist er dort Stammgast, kennt viele Spieler und auch den früheren Boss Uli Hoeneß persönlich und schätzt ihn als bodenständigen Menschen. „In seinem Wohnort geht er persönlich zum Bäcker“. Inzwischen ist er überall bekannt und bestens vernetzt.

Auch auf der Berlinale 2020 ist er dabei

Immer wieder wird er eingeladen, wie zuletzt beim Weinkonvent von Andrea Pirlo auf dem Schloss Hohenbaden in Baden-Baden. In der Kurstadt hatte er vor kurzem bei der Bambi-Verleihung wieder viele vor der Kamera. Stammgast ist er unter anderem bei der Berlinale, auch 2020 wird er dort wieder aktiv sein.

Frank, eine geile Lederhose hast an

Zuvor steht aber wieder das Hahnenkammrennen in Kitzbühel an, dort wird wieder Arnold Schwarzenegger beim „Stanglwirt“ in Going die Weißwurstparty im Rahmen des Hahnenkammrennens mit einer dicken Zigarre miteröffnen und in seinem steiermärkisch-kalifornischen Slang zu Streckfuß sagen: „Frank, eine geile Lederhose hast an.“

Traum von der Oscar-Verleihung

Und dann denkt der Ispringer an einen Traum, den er immer wieder vor Augen hat: Fotografieren bei der Oscar-Verleihung in Hollywood. „Wenn ich dazu eine Einladung erhalten würde, würde ich alles liegen und stehen lassen.“