Wenn ein Schwertransport durch die Pforzheimer Nordstadt rollt, wird es eng. Wie hier, Anfang vergangener Woche, müssen die Arbeiter bei geparkten Autos ein besonders gutes Auge haben.
Wenn ein Schwertransport durch die Pforzheimer Nordstadt rollt, wird es eng. Wie hier, Anfang vergangener Woche, müssen die Arbeiter bei geparkten Autos ein besonders gutes Auge haben. | Foto: igm

Schwertransporte in Pforzheim

Jeder Zentimeter kann entscheidend sein

Die blinkenden, orangefarbenen Lichter des Sattelschleppers sind schon von Weitem zu sehen. Einmal mehr schlängelte sich vergangene Woche ein Schwertransport durch die engen Straßen der Pforzheimer Nordstadt.

Und dieses Bild ist inzwischen Alltag für die Anwohner geworden. Denn die Lastwagen mit ihrer großen und sperrigen Ladung können die Autobahnbrücke an der Anschlussstelle Pforzheim-Ost derzeit nicht befahren. Da sich das Bauwerk in einem maroden Zustand befindet und sogar Autos dort aus Sicherheitsgründen nur mit reduzierter Geschwindigkeit fahren dürfen, führt der einzige Weg derzeit durch die Nordstadt.

Beteiligte Firmen müssen Route für Schwertransport planen

Die beteiligten Firmen müssen sich selbst Gedanken machen, welche Ausweichroute sie fahren möchten. In der Regel sei dies der Weg über die Bundesstraßen 10 und 294 (Hohenäckerallee) bis zur Anschlussstelle Pforzheim-Nord, wie Alexandra Geiger, Sachgebietsleiterin für Straßenverkehrsangelegenheiten beim Pforzheimer Ordnungsamt berichtet. „Die Firmen müssen die Strecke vorher auf ihre Tauglichkeit prüfen.“

Handelt es sich um besonders große Transporte, beispielsweise wenn Flügel eines Windrades ausgeliefert werden, müsse sogar ein gesondertes Streckenprotokoll angelegt werden. Hierin wird auch das kurzzeitige Abmontieren von Verkehrsinseln oder Ampelmasten festgehalten.

Firmen müssen die Strecke vorher auf ihre Tauglichkeit prüfen.

Der Antrag eines Schwertransports wird über ein Online-Portal gestellt, das alle zuständigen Behörden mit den nötigen Informationen versorgt. Durch die Vermessung von Luftbildern kann das Ordnungsamt dann das weitere Vorgehen abstimmen. Auch die Frage, ob Halteverbote entlang der Strecke notwendig sind, wird auf Grundlage des Antrages entschieden.

Marode Brücke der Autobahn 8 ist Grund für Umleitung

„In jüngster Vergangenheit sind es mehr Schwertransporte, zu denen wir als Behörde Stellung nehmen müssen“, sagt Geiger. Auch zukünftig würden weitere Schwertransporte den Umweg durch die Nordstadt nehmen. Dies wird sich zunächst auch dadurch nicht ändern, dass der Neubau der Enztalquerung stetig vorangetrieben wird. Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe auf Anfrage des Pforzheimer Kurier mitteilt, ist der Bauwerksentwurf bereits fertig.

Bundesverkehrsministerium muss einbezogen werden

Da es sich um eine Autobahn handelt, müsse neben dem Land Baden-Württemberg auch das Bundesverkehrsministerium einbezogen werden. Im Jahr 2018 rechne man damit, das Projekt ausschreiben und vergeben zu können. Baubeginn für das nach ersten Kostenschätzungen rund 4,8 Millionen Euro teure Projekt könne dann voraussichtlich 2019 sein.

Zunächst werde eine Parallelbrücke errichtet, ehe das jetzige Bauwerk abgerissen und an alter Stelle neu gebaut wird. 11,52 Meter werden beide breit und somit auch für Schwertransporte geeignet sein. Jedoch dauert es bis zur Fertigstellung der neuen Enztalquerung noch einige Jahre.

Bewohner wollen frühzeitig über Schwertransporte informiert werden

Die Bewohner der Nordstadt wünschen sich indes, dass sie frühzeitig über einen geplanten Schwertransport informiert werden. Auch wenn die Ordnungsbehörde kein Halteverbot veranlasst, müssten dennoch oft Fahrzeuge umgeparkt werden. Zu fortgeschrittener Stunde durch Lautsprecherwagen aufgeweckt zu werden, könne, laut Aussage einiger betroffener Anwohner, nicht die Lösung sein.

Die Strecke zu planen und eventuelle Engstellen frühzeitig zu erkennen, sei jedoch nicht Aufgabe des Ordnungsamtes, sondern der Transportfirma, betont Alexandra Geiger abschließend.