Darüber, was die Jugendlichen in Pforzheim bewegt, sprachen Niklas Finger (stellvertretender Vorsitzender des Jugendgemeinderates) und Markus Fischer (Vorsitzender) mit Redakteurin Carolin Freytag (von links). | Foto: Ehmann

Pforzheimer Jugendgemeinderat

Jugendliche wollen Polizeipräsidium zurück

Mehr als drei Monate sind bereits geschafft und die Pläne für die insgesamt zweijährige Amtszeit stehen: Der Jugendgemeinderat hat viel vor. Im Redaktionsgespräch erzählen der Vorsitzende Markus Fischer und sein Stellvertreter Niklas Finger, wie die ersten Wochen gelaufen sind und was sich die Jugendvertreter vorgenommen haben.

Zumindest die Unions-Lastigkeit im Jugendgemeinderat sei eigentlich kaum ein Thema, erklären Fischer und Finger, die im übrigen beide zur Jungen Union gehören. „Natürlich kommt immer mal wieder Kritik, die fragt, was das mit der Fraktion soll“, sagt Finger. Im vergangenen Jahr, noch vor der Wahl des neuen Jugendgemeinderats, hatten es sich JU und Schüler-Union zum Ziel gesetzt, stärkste Fraktion im Gremium zu werden. Kritik kam bereits aus dem damaligen Jugendgemeinderat und politischen Jugendorganisationen, das Gremium solle neutral bleiben.

Das Thema Fraktion hat sich gelegt

„Natürlich ist es einfacher, wenn viele in die gleiche Richtung ziehen“, sagt Finger. „Das Thema Fraktion wurde intern mehrmals sarkastisch beleuchtet, aber nach der Klausurtagung im Dezember hat es sich gelegt“, so Fischer. Generell finde man meist einen gemeinsamen Nenner und größere Diskussionen habe es bisher nicht gegeben. Dafür habe man sich bereits einiges vorgenommen für die Amtszeit.
„Vor der Wahl des Oberbürgermeisters wollen wir eine Podiumsdiskussion mit allen Bewerbern für das Amt im CongressCentrum organisieren“, sagt Finger. Pforzheims Jugendliche sollen die Kandidaten so besser kennenlernen. „Wir wollen damit auch der Politikverdrossenheit vorbeugen“, merkt der stellvertretende Vorsitzende an. Am 5. Mai soll die Diskussion stattfinden. Eine Arbeitsgruppe kümmere sich derzeit um die Planung. Gut gefallen würde den Jugendgemeinderäten ein Stadtoberhaupt, das Ansprechpartner für die Jugendlichen ist und den Kontakt zu ihnen sucht, erklären Fischer und Finger.

Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten geplant

Nicht nur der künftige Oberbürgermeister treibt die Jugendlichen um, sondern auch die Sicherheit in der Stadt: „Wir wollen das Polizeipräsidium zurück in Pforzheim. Bei der hohen Kriminalitätsrate in der Stadt war es ein großer Fehler, dass Pforzheim nun keines mehr hat.“ Da seien sich alle im Jugendgemeinderat einig. „Jugendliche, die nachts durch Pforzheim laufen müssen, fühlen sich dabei einfach nicht mehr wohl“, sagt Fischer und nennt als Beispiele den Benckiser- und Schlosspark sowie die Unterführungen in der Stadt. Auch Busse seien selten eine Alternative zum Laufen: „Selbst am Wochenende fährt spätestens um 1 Uhr der letzte Bus. Welcher Jugendliche will denn um diese Zeit schon nach Hause?“, sagt Fischer. Der Jugendgemeinderat wünsche sich deshalb mehr Polizeipräsenz auf den Straßen.

Konzept für Sanierung des Skateplatzes im Arlinger

Am 23. Februar sei man beim Gedenken auf dem Hauptfriedhof und am Marktplatz mit dabei. „Auch bei der Gestaltung der Puzzleteile sind wir als Jugendgemeinderat beteiligt“, erklären Fischer und Finger. „Wir wollen die Pforzheimer Jugendlichen mit einbeziehen. Sie sollen wissen, worum es an diesem Tag geht.“ Im ersten Halbjahr dieses Jahres wolle man außerdem noch verschiedene Workshops auf die Beine stellen. „DJ-Kurse wurden zum Beispiel häufig nachgefragt“, sagt Fischer. Auch die Themen Präzisionstechnik, Digitalisierung und neue Medien seien für Workshops im Gespräch. Mehr Treffpunkte für Jugendliche wünscht man sich außerdem verteilt in der ganzen Stadt. „Für den Skateplatz im Arlinger erarbeiten wir gerade mit der Verwaltung ein Konzept, wie man ihn sanieren könnte“, sagt Fischer. „Er könnte dann auch zum Treffpunkt werden. Ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Bestenfalls sollen viele weitere folgen.