Kein Sonntagsbummel auf der Wilferdinger Höhe: Die Interessengemeinschaft hat ihren Antrag auf verkaufsoffene Sonntage im Mai und November zurückgezogen. | Foto: Ehmann

Einzelhändler rudern zurück

Kein verkaufsoffener Sonntag auf der WiHö

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Aus für die verkaufsoffenen Sonntage auf der Wilferdinger Höhe am 7. Mai und 5. November: In diesem Jahr wird es aller Voraussicht nach keine sonntags geöffneten Geschäfte in dem Pforzheimer Gewerbegebiet geben. Wie die Stadt mitteilte, hat die Interessengemeinschaft Wilferdinger Höhe (IGWihö) ihren Antrag zurückgezogen. Ein wenig habe sich das bereits im Laufe der Woche abgezeichnet, heißt es von der Stadt weiter: Die Gewerkschaft Verdi hatte einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt (wir berichteten). „Wir begrüßen diese Entscheidung gegen die verkaufsoffenen Sonntage natürlich“, sagte Thomas Schark von Verdi dem Pforzheimer Kurier zum Entschluss der IGWihö.

Stadt bedauert, Verdi begrüßt Entschluss

Noch am gestrigen Freitag seien Vertreter der Interessengemeinschaft Wilferdinger Höhe, des städtischen Rechts- und Ordnungsamts und Erster Bürgermeister Dirk Büscher zusammengetroffen. Es sei sehr bedauerlich, dass die beiden Veranstaltungen unter den Titeln „Wihö- Familienfest – Formen der Mobilität“ und „Wihö-Herbstfest – Gesundheit und Sport auf der Wilferdinger Höhe“ nicht zum Tragen kommen, hieß es im Anschluss. „Wir als Stadt unterstützen tatkräftige Initiativen, die mit zur Lebendigkeit des Einzelhandels und zur Lebendigkeit der Gesamtstadt beitragen“, sagte Büscher. Im Dezember 2016 hatte der Gemeinderat eine Satzung über das Offenhalten von Verkaufsstellen auf der Wilferdinger Höhe beschlossen. „Im Lichte der Rechtsprechung und des Vorgehens von Verdi war das eine richtige Entscheidung. Wenn sich die Dinge rechtlich eindeutiger darstellen in der Zukunft, halte ich einen neuen Versuch sehr denkbar“, sagt Büscher.

Kritik kam auch von Kirchen

Der Hintergrund für das bundesweite Vorgehen der Arbeitnehmervertreter ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2015, das die Möglichkeit für einen verkaufsoffenen Sonntag an einen konkreten Anlass koppelt. Den hatte die Gewerkschaft Verdi bei den beiden Terminen nicht gesehen und geklagt. Verdi begrüßt, dass die Beteiligten vor allem der Einzelhandel von alleine schon jetzt „zur Vernunft“ gekommen seien. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in der Sache war für kommende Woche erwartet worden. „Diese Entscheidung sagt uns, dass wir Recht hatten“, betont Thomas Schark von Verdi. „Der Sonntag soll zur Ruhe sein, da sind wir uns mit den Kirchen einig.“ Auch die Dekane von Pforzheims evangelischer und katholischer Kirche hatten sich kritisch vor allem zu den Verkaufsveranstaltungen auf der Wilferdinger Höhe geäußert. Der verkaufsoffene Sonntag in der Innenstadt am 8. April findet nach wie vor statt.