Bürgermeister-Stellvertreter Rolf Kugele (rechts) gratuliert Heiko Faber, der sich über das Ergebnis mit Frau Ilona und den Kindern Cedrick und Celina freute. | Foto: Ehmann

Stimmen der beiden Kandidaten

Kieselbronn: „Faberhaftes“ Ergebnis

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Der eine Wahlzettel wollte einfach nicht aus der Urne. Dreimal musste Philipp Kreutel kräftig schütteln, bis das orangefarbene Papier herausfiel. „Das ist bestimmt die entscheidende Stimme“, scherzte einer aus dem Publikum. Schon beim Auszählen wurde schnell klar: Der eine Zettel-Haufen war ungleich höher als der andere. Amtsinhaber Heiko Faber landete einen klaren Wahlsieg in Kieselbronn.

Bei der Stimmenauszählung: Hauptamtsleiter Philipp Kreutel (links) und Erster Bürgermeister-Stellvertreter Rolf Kugele (rechts). | Foto: Ehmann

Lange Schlange an Gratulanten

Die Schlange der Gratulanten war lang. Auch viele Bürgermeister aus dem Enzkreis waren in die Festhalle gekommen und freuten sich für Faber, der den Sprung in seine dritte Amtszeit geschafft hat. Einer der ersten war Rolf Kugele. Der Erste Bürgermeister-Stellvertreter lobte Faber als ein „hervorragendes“ Gemeindeoberhaupt: „Wir freuen uns auf weitere acht Jahre. Wir Gemeinderäte achten schon darauf, was Heiko Faber macht, wenn nötig schieben und bremsen wir ihn“, so Kugele, der auch stolz sei, dass so viele Kieselbronner ihre Stimme abgaben. Einige zollten dem geschlagenen Ingomar Kolonko ihre Anerkennung und gratulierten ihm zu einem respektablen Ergebnis.

Faber: Ergebnis überwältigend

„Überwältigend“ sei das Ergebnis, sagte der Wahlsieger kurz und knapp. Auch er freue sich über eine „überragende“ Wahlbeteiligung, mit der er sogar gerechnet habe. „Zwischen 50 und 60 Prozent war meine Prognose“, sagte Faber, der zufrieden mit dem Ergebnis sei, zumal in Zeiten, in denen Bürgermeister auch abgewählt werden. Dass sein Kontrahent immerhin 12,7 Prozent der Stimmen errang, bereite ihm kein Kopfzerbrechen. „Nach 16 Jahren ist vielleicht der eine oder andere Bürger unzufrieden“, so Fabers Analyse. Kolonko habe im Ort einen großen Freundeskreis und sei in Vereinen sehr aktiv.

Applaus von den Gästen in der Festhalle, unter ihnen Bürgermeister aus dem Enzkreis, gab es für den klaren Wahlsieger Heiko Faber. Rechts: Ingomar Kolonko. | Foto: Ehmann

Mehr als ein Achtungserfolg

„Von 0 auf 12,7 – das Ergebnis ist in Ordnung, vielleicht sogar ein bisschen mehr als ein Achtungserfolg“, sagte der Wahlverlierer im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. Trotzdem: „Man tritt nicht an, um Zweiter zu werden. Ein wenig enttäuscht bin ich schon.“ Das Ergebnis zeige, dass in Kieselbronn nicht alles in Ordnung ist. „Möglicherweise habe ich die Leute und auch Herrn Faber wachgerüttelt und ein bisschen Spannung reingebracht“, so Kolonkos Vermutung. Er habe viele Menschen im Ort besucht, viele Gespräche geführt.

Kolonko will in den Gemeinderat

Sein Wahlkampf war berufsbedingt dann aber eher verhalten, gibt der 56-Jährige unumwunden zu. An der politischen Bühne habe er nun aber Gefallen gefunden. „Ich will mich einmischen und bei der nächsten Gemeinderatswahl kandidieren.“ Einer aus Kolonkos Lager wird am Ende froh sein, dass es nicht gereicht hat: „Meinem Chef wird sicher ein Stein vom Herzen fallen.“ Denn durch die Wahlniederlage kann der Anwendungs- und Fachberater weiter in der Lebensmittelbranche arbeiten.