Gastredner beim Frühlingsfest im Maulbronner Kloster war Ministerpräsident Winfried Kretschmann (vorne, Mitte). Beim Fest wurde gefeiert, dass die Anlage seit 25 Jahren Unesco-Weltkulturerbe ist. Foto: Ehmann

25 Jahre Weltkulturerbe

Kretschmann würdigt Maulbronner Kloster

Anzeige

Sechs Orte in Baden-Württemberg stehen auf der Welterbeliste – unter anderem das Kloster Maulbronn. „Das hätte die Unesco auch einfacher haben können, wenn sie ganz Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe gemacht hätte“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Sonntag beim Frühlingsfest und erntete die Lacher der Gäste.

Maulbronn-Bild an Papst Franziskus überreicht

In seiner launigen Festrede im Hof würdigte er das Kloster, das seit über 25 Jahren Weltkulturerbe ist. Das Kloster habe auf ihn immer eine große Wirkung und strahle eine Ruhe aus, sagte Kretschmann, der zu Beginn des Festes eine Führung durch die Klosterkirche mitmachte. Wie stolz er auf die Anlage ist, bewies der Ministerpräsident vor drei Jahren beim Besuch in Rom bei Papst Franziskus: Da überreichte er dem Kirchenoberhaupt ein Bild des Maulbronner Kulturdenkmals.

Das Kloster ist ein Juwel unseres Landes

„Das Kloster ist ein Juwel unseres Landes und eng verwoben mit unserer baden-württembergischen Kultur. Es ist ein Stück Heimat und weist über die Region hinaus“, würdigte der Landesvater. Weil sie die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen ist, wurde das Zisterzienserkloster Ende 1993 von der Unesco auf die Welterbeliste gesetzt – als erstes Denkmal in Baden-Württemberg.

Berührt von hochhackiger Pfarrerin

Das Kloster sei aber auch ein spiritueller Ort, hat der Ministerpräsident vor Festbeginn beim Gottesdienst in der Klosterkirche und mit Blick auf die evangelische Pfarrerin Christine von Wagner gemerkt: „Ich fand es berührend, eine hochhackige Pfarrerin am Altar stehen zu sehen. Da geht mir als Katholik schon das Herz auf. Ich bin gespannt, ob die katholische Kirche dafür noch 450 Jahre braucht“, scherzte Kretschmann und amüsierte die Gäste – unter ihnen Landrat Bastian Rosenau, die Landtagsmitglieder Erik Schweickert und Stefanie Seemann sowie Bürgermeister und Kreisräte.

Kretschmann ruft auf, zur Kommunalwahl zu gehen

Das vereinte Europa bezeichnete Kretschmann als die „beste Idee, die der Kontinent je hatte“ und rief die Gäste dazu auf, bei der Kommunalwahl am 26. Mai unbedingt zur Wahl zu gehen und sich genau zu überlegen, wem sie ihre Stimme geben – „am besten Kandidaten, die ernsthaft versuchen, Antworten auf drängende Fragen zu finden“.

Besucherzahlen auf 260 000 gestiegen

Finanzministerin Edith Sitzmann erinnerte in ihrer Rede an das Ziel, das die Unesco 1993 mit ihrer Auszeichnung verband: die Besucherzahlen im Kloster zu steigern. Das sei geglückt – von 90 000 Anfang der 90er Jahre ist die Zahl auf 260 000 im vergangenen Jahr gestiegen. „Das Kloster ist uns lieb, es ist aber auch e bissle teuer“, verdeutlichte Sitzmann. 57 Millionen Euro habe das Land in den vergangenen 25 Jahren in den Erhalt der Anlage investiert. Und es gebe noch viel zu tun: Das Herrenrefektorium wird bis Ende des Jahres für zwei Millionen Euro saniert und die Substanz der Zwingermauer werde gesichert.

Auszeichnung als Kloster 2019

Zum Jubiläum ernannte die Ministerin die Anlage zum Kloster 2019 und überreichte Barbara Gittinger und Petra Pechack von der Klosterverwaltung den Pokal zur Auszeichnung. Auch die Stadt Maulbronn habe einige Millionen in den Erhalt des Klosters investiert, betonte Bürgermeister Andreas Felchle. 70 Millionen Euro dürften es also insgesamt sein. Ein Grußwort sprach auch Katrin Schütz vom Wirtschaftsministerium. Felche überreichte Kretschmann, Schütz und Sitzmann Speckstein-Esel aus Kenia – der Esel sei schließlich ein Symbol für Maulbronn, lautete die Erklärung. Der Ministerpräsident trug sich anschließend ins Buch der Stadt ein.

Ins rote Buch der Stadt trug sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Frühlingsfest im Kloster Maulbronn ein. Foto: Ehmann

70 Millionen in Erhalt des Kloster investiert

Als Geschenk zum Jubiläum gab es am Sonntag kostenlose Führungen in die Klausur und im gesamten Klosterbereich. Außerdem gewährte das evangelische Seminar Einblick in die Seminarräume und den Ephoratsgarten. Musikalisch begleitete die Maulbronner Stadtkapelle das Programm im Kloster.