Nguyen, Marcel_Bretschneider Andreas_Barren KTVS | Foto: Harry Rubner

Deutsche Turnliga

KTV Straubenhardt bezieht nach MTV-Rückzug Stellung

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Die Irritation ist groß beim deutschen Meister KTV Straubenhardt nach dem Rückzug des MTV Stuttgart aus der Deutschen Turnliga (DTL). Die Landeshauptstädter sehen keine Zukunft mehr in der Eliteliga und ziehen ihre Mannschaft zur kommenden Saison zurück. Derweil holt MTV-Geschäftsführer Karsten Ewald zum Rundumschlag aus, gegen die DTL sowie „andere Vereine“.

MTV Stuttgart sieht eine Wettbewerbsverzerrung

Wer nun diese „anderen Vereine“ sind, das führt der MTV zwar nicht weiter aus. Ewald wollte dies auch auf BNN-Nachfrage nicht konkretisieren. „Ich will eine gerechte Lösung, keine schmutzige Wäsche waschen“, sagt er. Es gibt aber Hinweise: „Während der MTV Stuttgart den sehr strengen Auslegungen der Landesversicherungsanstalt Baden-Württemberg ausgesetzt ist, gelten bei anderen Vereinen scheinbar andere Bestimmungen oder es erfolgen schlicht keine Prüfungen“, heißt es in einer Mitteilung. Entsprechend sind auch Vereine aus Baden-Württemberg gemeint. Hier kommt neben Aufsteiger TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (mit Andreas Toba) und dem abgeschlagenen Tabellenletzten KTT Heilbronn nur noch Serienmeister KTV Straubenhardt (unter anderem mit dem Ex-Stuttgarter Marcel Nguyen) infrage.

Keine Top-Stars mehr in Stuttgart

Ewald zufolge habe man im Poker um die Top-Athleten das Nachsehen gehabt, wodurch auch das Zuschauer- und Sponsoreninteresse in Stuttgart zurückgegangen sei, was ihn nun zu diesem Schritt zwinge – allerdings nur bei den Männern, die Frauen-Meistermannschaft bleibt erstklassig. Die MTV-Turner stünden aufgrund der Landesversicherungsanstalt im Angestelltenverhältnis, was hohe Abgaben bedeute. Eine Vereinheitlichung der Regularien seitens der DTL habe er vergeblich angestrebt.

KTV Straubenhardt und DTL nehmen ihrerseits Stellung

Die Liga weist in einer eigenen Stellungnahme diese Vorwürfe zurück, verweist auf die gesetzlichen Bestimmungen. Und auch der deutsche Serienmeister reagiert. Zuletzt sei man 2016 von den „entsprechenden Behörden“ geprüft worden, teilt die KTV auf BNN-Anfrage mit. „Somit kann die KTV Straubenhardt ganz klar Stellung beziehen und unterstreichen, dass es hier zu keiner Wettbewerbsverzerrung oder Vorteile in Bezug auf Regionen oder Standorte gekommen ist“, heißt es. „Gegenteilige Äußerungen sind schlichtweg ohne Substanz und unzutreffend.“ Den Rückzug des MTV und auch den der KTV Obere Lahn (wie berichtet) bedauere man. „Das Derby zwischen der KTV Straubenhardt und dem MTV Stuttgart war immer ein Highlight der Saison“, sagt Andreas Rapp, Geschäftsführer von KTV-Hauptsponsor Polyrack und Bundesliga-Manager.