Modern und auf dem neuesten Stand wirkt das Landratsamt Enzkreis nach außen. Elektronik und Leitungen sind aber für deutlich weniger Mitarbeiter konzipiert, daher muss das Gebäude saniert werden. | Foto: Ochs

Hohe Kosten erwartet

Landratsamt soll saniert werden

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Da haben die Kreisräte nicht schlecht gestaunt, als sie bei einer Klausurtagung im September erfahren haben, dass das Landratsamt saniert werden muss. Denn nach außen wirkt das 25 Jahre alte Gebäude modern und auf dem neuesten Stand.
Von der notwendigen Sanierung hat die Öffentlichkeit eigentlich erst Mitte Dezember durch die Haushaltsreden der Kreisräte Erik Schweickert und Hans Vester erfahren (der Pforzheimer Kurier berichtete).

In der Optik ist das Landratsamt top

Auch für Landrat Bastian Rosenau kam die Sanierung überraschend: „Ich hab mich auch gewundert, denn in der Optik ist das Landratsamt top.“ Das Hauptproblem sei, dass das Gebäude für 150 bis 200 Mitarbeiter weniger angelegt und in seiner Quantität überlastet und überbeansprucht sei, erklärt Rosenau im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. 400 Beschäftigte arbeiten derzeit im Landratsamt in der Zähringerallee – 100 zu viel für das Gebäude. Der Grund ist, dass im Jahr 2005 Sonderabteilungen ins Landratsamt eingegliedert worden seien: Teile des Landeswohlfahrtsverbands und zehn Sonderbehörden des Landes, darunter Forst- und Jagdwesen, Vermessung/Flurneuordnung, Landwirtschaftsamt, Verbraucherschutz, das ehemalige Straßenbauamt, Gesundheitsamt und die Gewerbeaufsicht.

Zu viele Mitarbeiter für alte Infrastrukur

Die 25 Jahre alten Leitungen seien abgenutzt, die Hauselektrik und die EDV überlastet – „als das Landratsamt Anfang der 90er Jahre gebaut wurde, waren das andere Datenströme“, erklärt Rosenau. Durch die Überlastung komme es zu Kommunikationsstörungen und Problemen im Alltagsgeschäft. Das Gebäudemanagement habe außerdem festgestellt, dass die Dämmung im Gebäude angegriffen sei. Auch in der Tiefgarage seien Risse entstanden. Hier müsse geprüft werden, ob das statische Auswirkungen habe.

Planer macht 2019 Bestandsaufnahme

Was alles saniert werden muss, soll von einem Planer in einer Bestandsaufnahme festgehalten werden, so Rosenau weiter. Anschließend muss der Kreistag darüber beraten. Für den Landrat ist klar, dass es keine „Salamitaktik“ geben soll. Ein konkreter Zeitplan stehe noch nicht fest. 2019 werde der Planer mit Untersuchungen beauftragt. Hierfür hat die Kreisverwaltung 100 000 Euro im Haushalt eingestellt. Im Jahr danach könnten die Sanierungsmaßnahmen beginnen – abhängig davon, was gemacht werden muss. Die Kosten sind noch unklar. Eines ist für viele Räte jedoch sicher: „Das wird teuer.“

Neues Bürogebäude auf Nachbargrundstück?

Diskutieren will der Kreistag im neuen Jahr auch, ob der Enzkreis ein Bürogebäude anmietet, das die Sparkasse auf dem Nachbargrundstück bauen will. „Auf die Weise könnte die Kreisverwaltung der Raumnot im Landratsamt begegnen“, erklärt Rosenau.