Volle Reihen gibt es beim Happiness-Festival immer, aber gingen Mitarbeiter dieses Jahr fahrlässig mit Crowdsurfern und Menschen mit Kreislaufproblemen um? Die Vorwürfe wiegen schwer. | Foto: Zachmann

Kritik an Happiness-Festival

Laxe Kontrollen und „Sieg Heil“-Rufe?

Da blieben offenbar nicht nur schöne Festival-Erinnerungen zurück: In sozialen Netzwerken haben sich Besucher des Happiness-Festivals in Straubenhardt massiv über laxe Sicherheitsvorkehrungen, mangelnde Hilfsbereitschaft der Securitys und aggressives Verhalten einiger Besucher beschwert, das vonseiten der Veranstalter nicht geahndet worden sei.

„Keine Luft mehr bekommen“

„Es wurde keine Bändchenkontrolle durchgeführt am Haupteingang, so konnte man ohne weiteres auf das Gelände“, schreibt eine Besucherin auf Facebook. Eine andere kritisiert das Geschehen vor der Bühne: „Ich wurde nicht rausgehoben, obwohl ich mehrfach betont habe, dass ich keine Luft mehr bekomme!“ Auch hätten mehrere Festivalbesucher durch Hitlergrüße und „Sieg Heil“-Rufe für Empörung und Wut bei den Feiernden gesorgt, so die Kommentare.

Letzteres bestätigt auch eine Leserin, die in einer längeren E-Mail an den Pforzheimer Kurier ihrem Ärger Luft macht. Sie sei „schockiert über das Vorgehen der Sicherheitskräfte“, die zuließen, dass „Menschen rassistisches Gedankengut auf dem Gelände äußern durften“ und insbesondere am Donnerstagabend „keine Kontrollen durchführten, sondern nur fragten, ob Menschen Glas dabei hätten“.

Auch sei nicht angemessen schnell auf Platzprobleme der Camper reagiert worden: „Trotz der Tatsache, dass der untere Campingplatz komplett überfüllt war, wurde das Öffnen weiterer Flächen bis zum Maximum herausgezögert. Es wurden Drohungen ausgesprochen, sollte man auf anderen Flächen seine Zelte aufbauen“, berichtet die Frau, die anonym bleiben will.

Späte Reaktion der Veranstalter

Von den Veranstaltern war bis zum Redaktionsschluss auf Kurier-Nachfrage kein offizielles Statement zu bekommen. Auf der Social-Media-Plattform schreiben die Macher nach zahlreichen Aufforderungen, sich zu äußern: „Sorry für die späte Rückmeldung, wir stecken noch voll im Abbau.“ Man nehme die Hinweise sehr ernst. „Ein solches Verhalten ist nicht in unserem Interesse und wir sind bereits dazu mit der Secu-Firma im Gespräch.“ Konkrete Anschuldigungen gegen einzelne Security-Mitarbeiter nehme man entgegen.