Quer durch Deutschland wollen Doris und Reinhard Kappes im Mai 2020 bei ihrer Tour für die Krebs-Präventions-Organisation „Pink Ribbon“ radeln. Die Begegnungen mit Leuten unterwegs will das Dürrner Paar dokumentieren. Foto: Ochs

3000-Kilometer-Tour geplant

Dürrner Paar radelt quer durch Deutschland

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Er war mit dem Fahrrad am anderen Ende der Welt, hat in Skandinavien 7 000 Kilometer auf dem Sattel zurückgelegt und ist im Dienste des Friedens bis nach Moskau geradelt. Für 2020 plant Reinhard Kappes aus Dürrn mit seiner Frau Doris eine 3 000-Kilometer-Tour durch ganz Deutschland.

Tour über die Julischen Alpen

Zunächst bricht das Ehepaar aber Ende Mai zu einer Tour von Italien über die Julischen Alpen nach Slowenien auf. Reinhard Kappes bezeichnet die Fahrt als Ouvertüre zu einer Tour, die ihm und seiner Frau Doris ganz besonders am Herzen liegt: Die Brustkrebs-Vorsorge- Organisation „Pink Ribbon“ mit Sitz in Würzburg hat bei dem Paar angefragt, ob es sich vorstellen kann, im Mai 2020 mit dem Rad die circa 3 000 Kilometer lange „Schleife“ zu radeln – von Genf aus über Konstanz und dann quer durch Deutschland über Potsdam, Berlin nach Hamburg und wieder runter bis Passau. Die Kosten für die Tour beziehungsweise die Unterbringung in Hotels, im Zelt oder auf Bauernhöfen übernimmt die Organisation, dafür verteilen Kappes Materialien und Flyer über Brust- und Prostata-Krebsprävention.

Begegnungen stehen im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehen für beide aber die Begegnungen mit Menschen unterwegs. Darüber wollen sie ein Tagebuch oder einen Blog im Internet führen und nach der Fahrt einen Reiseführer gestalten und Vorträge halten. „Es geht auch darum, für sich selbst nach der Diagnose einen Weg zu finden, mit der Krankheit umzugehen“, erklärt Doris Kappes. Über ihre eigene Erfahrung will sie auch mit den Menschen reden. „Ernährung und Sport spielen in der Prävention eine große Rolle. Zudem aktiviert die Wahrnehmung der Natur beim Radeln die Selbstheilungskräfte“, ergänzt Reinhard Kappes.

Ernährung und Sport spielen eine große Rolle

Die Tour will das Paar auch nutzen, um zu zeigen, wie schön, lebenswert, vielfältig und bunt Deutschland ist – mit all seinen Nationalitäten. Der gebürtige Heidelberger hatte ohnehin vor, in einem Jahr, wenn seine Frau im Ruhestand ist, mit ihr auf dem Drahtesel durch Deutschland zu touren. Die Dauer der Tour ist noch völlig offen. Ein Wermutstropfen ist für den ehemaligen Gewerkschaft-Sekretär allerdings, dass die „Friedenstour“ nach Hiroshima des Vereins „Biker for peace“, der sich für Frieden und erneuerbare Energien einsetzt, zeitgleich stattfindet. „Das hätte mich auch sehr gereizt, aber man kann eben nicht alles machen“, bedauert der 71-Jährige.

70 bis 100 Kilometer pro Tag im Sattel

Fit hält sich das Paar, das auf Radtouren im Schnitt 70 bis 100 Kilometer am Tag zurücklegt, unter anderem mit Wandern, Nordic Walking und kleineren Touren. Außerdem trainieren sie Kraft und Ausdauer im Fitnessstudio. „Die ersten ein, zwei Tage muss man bei einer Radtour überstehen, dann geht es“, weiß Doris Kappes, die als Elektronikerin bei einer Firma in Niefern und als Entspannungstrainerin arbeitet. Darüber hinaus bietet das Paar Krebspatienten im Pforzheimer Siloah-Krankenhaus „Klangreise“-Stunden an.

Radwegelücken im Enzkreis sollen geschlossen werden

Auch lokalpolitisch ist das Paar engagiert. Reinhard Kappes bringt sich als Tourenleiter beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ein. Dem Verein geht es unter anderem darum, die Radwegelücken im Enzkreis zu schließen. Alle Gemeinden seien schriftlich um eine Stellungnahme gebeten worden, welche Maßnahmen sie vorgesehen hätten. In Bauschlott und Mönsheim laufen Planungen und auch in der Regelbaumstraße sei im Zuge der Westtangente ein Radweg in der „Pipeline“, erklärt Kappes.

„Critical-Mass-Gruppe“ trifft sich auf dem Waisenhausplatz

Das Dürrner Paar wirbt darüber hinaus für die „Critical Mass“-Bewegung. Dabei trifft sich jeden letzten Freitag im Monat eine Gruppe von Radlern auf dem Pforzheimer Waisenhausplatz, um nach einer kurzen Ansprache gemeinsam durch die Stadt zu fahren. Dabei gehe es darum, das Bewusstsein für mehr Sicherheit im Verkehr zu wecken und zu zeigen, dass Radfahrer genau wie Fußgänger und Autofahrer Teil des Verkehrs sind. Bis zu 160 Radler haben an den Treffen schon teilgenommen „und es werden immer mehr“, so Doris Kappes.

Termin
Das nächste Treffen ist am 22. Februar um 19 Uhr.