Goldener Weihnachtsmarkt in Pforzheim. | Foto: WSP/Tilo Keller

Dreiklang

Mittelalter und „City on Ice“: Das bietet der Goldene Weihnachtsmarkt in Pforzheim

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Der Pforzheimer Weihnachtsmarkt überzeugt Jahr für Jahr mit seinem Dreiklang aus Ständen, Mittelaltermarkt und der Eisfläche „City on Ice“. Einige Neuerungen gibt es dennoch: So ist in diesem Jahr etwa zum ersten Mal ein Start-Up auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Roth

Die gute Nachricht: Wer sich letztes Jahr zu spät dazu entschlossen hat, einen beleuchteten Weihnachtsstern zu kaufen, der wird den Stand in diesem Jahr ab dem 25. November zuverlässig wieder am gleichen Platz finden. Der Weihnachtsmarkt hat sich mit seinen 48 Betrieben bewährt, der Mittelaltermarkt sowieso und die Eisfläche „City on Ice“ ist ein Selbstläufer beziehungsweise Selbstrutscher.

Dreiklang als Alleinstellungsmerkmal

Zu Recht allerdings weist Karl Müller vom Schaustellerverband darauf hin, dass es gerade dieser Dreiklang ist, der die weihnachtlichen Aktionen in der Innenstadt Pforzheims zu etwas Besonderem machen. „Ein Alleinstellungsmerkmal“ findet auch Marktchef Marc Pfrommer.

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Um dieses besondere Merkmal noch mehr und überregional herauszuheben – für viele Schausteller ist die Weihnachtszeit die wichtigste Einnahme-Zeit – hat man in diesem Jahr auch das Corporate Design überarbeitet, das besagte drei Veranstaltungen unter dem Begriff „Weihnachtszauber“ vereint. Die neue Fußgängerzone löst inzwischen auch Begeisterung aus. Man könne dadurch viel mehr Platz in Anspruch nehmen und mehr Querverbindungen auf dem Weihnachtsmarkt einbauen, so Pfrommer. „Der Autobahneffekt ist weg.“

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Der Goldene Pforzheimer Weihnachtsmarkt. | Foto: str

Auch der Vorsitzende des Schaustellerverbands Pforzheim, Artur Dingeldein, spricht davon, wie gut es den Schaustellern gefalle, dass der Gehweg in der Fußgängerzone „weg“ sei. Ordentlicher, übersichtlicher, auch die Schausteller können sich mehr entfalten, mit „Fixelementen“ etwa. Und es gibt aber doch immer wieder etwas Neues zu vermelden.

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So ist zum ersten Mal ein Berliner Startup-Unternehmen dabei, das eine historische Begebenheit zu einer Geschäftsidee machte: Anlehnend an die vor knapp 100 Jahren in den USA herrschende Prohibition mit Alkoholverbot bieten die Neuen allerdings keine schwarz gebrannten Alkoholika, sondern edle Liköre, Schnäpse und Whiskeysorten in den speziellen Gläsern an. Und eine Metzgerei aus der Region habe ihr Angebot erweitert. Nachdem im vergangenen Jahr die Gulaschsuppe gut angenommen wurde gibt es vom 25. November bis 22. Dezember dann auch Eintöpfe und Suppen.

Trend zu Nachhaltigkeit und regionalen Produkten

Apropos Eintöpfe: Auch auf dem angrenzenden Mittelaltermarkt im Blumenhof gibt es an 30 Ständen nicht nur Kunsthandwerk, Getränke und Kleidung, sondern auch eine neue Suppenküche. Die kocht allerdings, so Crischan Moll vom Verein „Lebendiges Mittelalter“, nicht traditionell, sondern eher nordisch. Bis auf das Wildfleisch – vom Elch und Wildschwein – ist alles bio. „Das ist uns wichtig, das Gemüse zum Beispiel wird regional bei Bio-Bauern eingekauft“, betont Moll. Und das ist auch ein Trend zu mehr Nachhaltigkeit und regionalem Bewusstsein, mit dem man werben könne und müsse, so Pfrommer.

Gaukler und Spielleute

Vom Essen abgesehen sind es die Gaukler und Spielleute, die auf dem Mittelaltermarkt für Unterhaltung sorgen werden bis hin zum „walking act“, der neu ist in diesem Jahr: Bettler Friedl aus der Schweiz soll eine ganz besondere Marke sein. Schöne alte Lieder werden dank Bardolino erklingen, der große Magier Shri Magada zaubert, orientalische Tänze führt Versipelia auf. Nur auf den großen Geschichtenerzähler Udalrich wird man vergebens warten. Er ist im August plötzlich gestorben; da war das Programm aber schon gedruckt. Neu in diesem Jahr ist das Angebot von Kinderführungen über den Mittelaltermarkt im Blumenhof.

Service
Die Eröffnung und die traditionelle Verteilung der 500 Dambedeis an Kinder findet am 25. November ab 17.30 Uhr auf der Bühne des Mittelaltermarktes statt.