Es geht wieder: Das frei zugängliche „PF-WLAN“ ist wieder online. Zu Beginn kann am Leopoldplatz und am ZOB mit bis zu 600 Megabit pro Sekunde kostenlos gesurft werden.
Es geht wieder: Das frei zugängliche „PF-WLAN“ ist wieder online. Zu Beginn kann am Leopoldplatz und am ZOB mit bis zu 600 Megabit pro Sekunde kostenlos gesurft werden. | Foto: J. Müller

Neuauflage von „PF-WLAN“

Nach drei Monaten Funkloch: Öffentliches WLAN in Pforzheim wieder online

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2013 war Pforzheim die erste Großstadt Deutschlands, die ein freizugängliches, öffentliches WLAN hatte. Doch seit September war „PF-WLAN“ offline. Damit ist jetzt Schluss. Am Leopoldplatz und am Zentralen Omnibusbahnhof startet die Neuauflage des einstigen Erfolgsmodells.

„Der Himmel weint vor Freude“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch am Rande der Vorstellung zur Neuauflage des frei zugänglichen Internets „PF-WLAN“ am verregneten Freitag. Doch die Freude wird sicher auch beim Stadtoberhaupt groß gewesen sein, schließlich endete mit der offiziellen Vorstellung ein knapp dreieinhalbmonatiges Funkloch, in dem es kein kostenfreies WLAN in der Stadt gab. Nicht zuletzt deshalb bezeichnet Boch die Neuauflage als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Smart City – eine der Herzensangelegenheiten Bochs.

Vorreiter der Digitalisierung

2013 begann das Erfolgsmodell „PF-WLAN“. Als erste Großstadt Deutschlands gab es in Pforzheim frei zugängliches, kostenloses Internet. In Kooperation mit dem Verein „PF-WLAN“ und der in Karlsbad-Ittersbach ansässigen Betreiberfirma Skytron wurde Pforzheim zu einem Vorreiter der Digitalisierung. Ab 2016 betrieb Skytron das Angebot in Eigenregie.

Den symbolischen Startschuss zur Neuauflage drücken (von links) OB Peter Boch, SWP-Chef Herbert Marquard und Erwin Geisler vom namensgebenden Verein gemeinsam mit Unterstützern des Projekts.
Den symbolischen Startschuss zur Neuauflage drücken (von links) OB Peter Boch, SWP-Chef Herbert Marquard und Erwin Geisler vom namensgebenden Verein gemeinsam mit Unterstützern des Projekts. | Foto: J. Müller

Namensrechte endeten Ende August

Mitte 2019 wurden immer mehr Stimmen laut, die die Datengeschwindigkeit für nicht mehr zeitgemäß hielten. Unter anderem der Jugendgemeinderat um den damaligen Vorsitzenden Rico Edelmann machte sich für eine Modernisierung stark. Zum 31. August 2019 liefen die Namensrechte und damit auch der Vertrag mit Skytron aus – die Stadt Pforzheim verlängerte die Zusammenarbeit nicht.

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Stadtwerke Pforzheim als neuer Partner

Nun ist die Neuauflage unter dem altbekannten Namen „PF-WLAN“ wieder online. Zum Start allerdings nur am Leopoldplatz und am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Neuer Partner sind die Stadtwerke Pforzheim (SWP). Diese sind für die technische Umsetzung verantwortlich. Der Vorteil: Anders als Skytron können die SWP auf das Glasfasernetz aufbauen, was zu einer schnelleren Datengeschwindigkeit führt.

Kostenlos und ohne Datenvolumen

„Bis zu 600 Megabit pro Sekunde stehen als Surfgeschwindigkeit zu Verfügung“, erklärt der Digitalisierungsbeauftragte der Stadt, Kevin Lindauer. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Wer das „PF-WLAN“ auswählt, muss lediglich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren und kann anschließend für 24 Stunden surfen. Da der Nutzer nicht auf ein Datenvolumen beschränkt ist, gibt es auch keine Drosselung in Sachen Verbindungsgeschwindigkeit.

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Positive Stimmen der Unterstützer

SWP-Chef Herbert Marquart spricht gar von einem „Highlight“ und sieht die Neuauflage als richtungsweisend. „Heute zeigen wir, dass wir für den Ausbau der Infrastruktur sind. Hier geht was“, so seine überschwänglichen Worte. Zufrieden zeigte sich auch Erwin Geisler vom Verein „PF-WLAN“. „Wir freuen uns, dass die Erfolgsgeschichte fortgesetzt wird“, so der Unterstützer.

Wegweiser: Diese Schilder weisen in der Stadt auf Hotspots des neuen "PF-WLAN" hin.
Wegweiser: Diese Schilder weisen in der Stadt auf Hotspots des neuen „PF-WLAN“ hin. | Foto: J. Müller

Jugendgemeinderat initiiert Erschließung des Waisenhausplatzes

Neben dem Verein trägt auch der Jugendgemeinderat maßgeblich zur Neuausrichtung des WLANs bei. Rund 9 000 zahlt das Jugendvertretungsgremium für die technische Erschließung des Waisenhausplatzes. „Gerade für Schüler und Studenten ist es ein toller Platz, um im Freien zu arbeiten“, begründet der stellvertretende Gremiumsvorsitzende Paul Günther. Geld bekommt die Stadt zudem über das Förderprogramm „Wifi4EU“ der Europäischen Union.

Flächendeckender Ausbau 2020 geplant

Das frei zugängliche Netz vor dem Theater soll im ersten Quartal 2020 online gehen, gemeinsam mit dem Marktplatz. Mitte 2020 sollen dann die Fußgängerzone und der Blumenhof erschlossen werden. Bis dahin müssen die zwei Hotspots am Leo und ZOB ausreichen, um den Weg zurück zum Erfolgsmodell „PF-WLAN“ zu ebnen. Chancen sieht Boch auch darin, dass Unternehmen und Institutionen das Angebot für ihre Kunden nutzen könnten. Ein entsprechendes Angebot sei gerade in Arbeit.