Verkohlte Balken sind übrig von dem kleinen Verkaufsstand, den die Mitglieder von Fatihspor in Eigenarbeit gebaut hatten. Foto: Gress | Foto: Gress

Wiederaufbau geplant

Nach zwei Bränden: FC Fatihspor aus Pforzheim will sich nicht klein kriegen lassen

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Der Fußballclub FC Fatihspor in Pforzheim musste innerhalb weniger Wochen zwei Brände verkraften. Gründer Yunus Yazici steht vor der Vernichtung einer 25-jährigen Entwicklung. Aufgeben will im Verein keiner. „Wir lassen uns nicht klein kriegen“, lautet die Devise bei den Fußballern.

Eine verkohlte Vereinsgeschichte liegt an der Graf-Leutrum-Straße, nördlich der Heinrich-Wieland-Schule. Nachdem am 12. Oktober das Vereinsheim brannte, wurde nun an diesem Samstag noch die kleine Verkaufshütte in Schutt und Asche gelegt.

Noch im Dezember Sitzung zum Wiederaufbau

„Das geht an die Nerven“, sagt der Vorsitzende, der Fatihspor 1984 mit auf den Weg in den Liga-Sport schickte. Aber an Aufgeben denkt der 56-Jährige nicht. Sobald am Sonntag gegen Öschelbronn die letzten beiden Spiele des Jahres vorbei sind, will er noch im Dezember den Vorstand zusammenrufen, um den Wiederaufbau der Einrichtungen auf den Weg zu bringen.

Wir lassen uns nicht klein kriegen

„Wir lassen uns nicht klein kriegen“, lautet die Devise bei den Fußballern von Fatihspor. Sie blicken mittlerweile auf eine ganze Latte von Übergriffen auf ihr Vereinsleben zurück. Die beiden Brände, die die über Jahrzehnte geleistete Eigenarbeit vernichteten, bilden dabei nur die Spitze.

Keine Drohungen gegen Fatihspor bekannt

Es habe immer wieder kleinere Einbrüche und Sachbeschädigungen gegeben. Vorsitzender Yazici sagt dennoch: „Feinde haben wir nicht.“ Er könne sich die Angriffe nicht erklären. Dass irgendwelche Gruppen dafür verantwortlich sind, glaube er nicht.

Yazici schließt damit aus, dass etwa ein innertürkischer Konflikt auszuhalten ist oder man es mit rechtsextremen Kreisen zu tun hat. Auch individuelle Probleme, zum Beispiel mit Spielern gebe es nicht.
Die Brände indes und die anderen Vorkommnisse vom Einbruch bis zu Randalierereien sprechen eine andere Sprache.

Mehr zum Thema: Erneut Brand bei FC Fatihspor

Beim Verein ist man davon überzeugt, dass auch dieser zweite Brand vorsätzlich gelegt wurde. Indiz dafür sei allein schon, dass „die Anwohner, die das Feuer gemeldet haben, zwei Personen gesehen haben, die über den Zaun geklettert sind“.

Der Holzpavillion brannte ab.
Der Holzpavillon brannte ab. | Foto: Myroshnichenko

Ein großes Schweigen gibt es zu dieser Sicht der Dinge und manchem Gerücht zu Tätern bei der Polizei. Selbst zu dem Feuer vor rund sechs Wochen im Vereinsheim, bei dem Brandstiftung als sicher gilt, kann Pforzheims Staatsanwalt Bernhard Ebinger nichts Neues vermelden.

Polizei ermittelt noch

„Die Ermittlungen laufen noch“, hier wie im Falle der Verkaufshütte. Mit ersten Ergebnissen der kriminaltechnischen Untersuchung am Sonntagmorgen sei frühestens an diesem Dienstag zu rechnen. Über Drohungen gegen den Verein sei ihm nichts bekannt.

Verantwortlich für die Ermittlungen im Falle Fatihspor ist die Abteilung Staatsschutz bei der Kriminalpolizei. Dort seien jetzt nicht nur beide Fälle zusammengeführt. Auch der Brand von Mülleimern an der Heinrich-Wieland-Schule, der Samstagnacht für einen weiteren Feuerwehreinsatz sorgte, werde mit Bezug auf Fatihspor bearbeitet.

Auf „schnelle Aufklärung“, hofft Katja Mast. Die SPD-Bundestagsabgeordnete gehört zu den schier unzähligen Menschen, die Yazici und andere Fatihspor-Mitglieder ihre Betroffenheit ausdrückten. „Wer so etwas tut, greift den gesellschaftlichen Zusammenhalt an“, sortiert Mast ein, dass es um mehr geht, als um ein individuelles Vereinsproblem, und drückt ihre Solidarität aus.