Einblicke unter Tage: Das Bergwerk in Waldrennach lockt seit 35 Jahren viele Besucher an und zeigt in den Stollen, wie Bergleute früher gearbeitet haben. Foto: Frischglück

Verein kämpft mit Geldsorgen

Neuenbürger Bergwerk will nach Corona-Schließung wieder öffnen: Gymnasiasten als Bergwerksführer gesucht

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Das Besucherbergwerk im Neuenbürger Stadtteil Waldrennach soll Mitte Juli wieder öffnen. Der Verein „Frischglück“ muss vorher dem Bergamt in Freiburg ein Hygienekonzept vorlegen und hofft noch für diese Woche auf grünes Licht vom Neuenbürger Ordnungsamt.

Eigentlich sollte das Besucherbergwerk „Frischglück“ am 1. April öffnen, doch dann kam Corona dazwischen. Gruppenführungen durch die teilweise 60 Zentimeter breiten und 1,50 Meter hohen Gänge seien derzeit undenkbar, sagt Jürgen Göbel. Der Leiter des Besucherbetriebes und Bergwerksführer hofft aber, dass das ab den Sommerferien wieder möglich ist.

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Ein großes Projekt soll bis dahin abgeschlossen sein: die Ausräumung des Tagesschachts, der von der dritten Sohle des Bergwerks an die Tagesoberfläche reicht. Durch die Öffnung des Schachtes soll die Belüftung des Bergwerks verbessert werden. Das Projekt sei fast abgeschlossen, so Göbel.

Kleines Museum entsteht in der Stollenschänke

Ebenfalls fast fertig ist das kleine Museum, das der Betreiberverein „Frischglück – ARGE Neuenbürger Bergbau“ in der alten Stollenschänke auf dem Werksgelände einrichtet. Zu sehen sind unter anderem alte Werkzeuge, Mineralien, Steine, Holzschnitte, Bilder und ein Modell, an dem das Bergwerk erklärt wird.

Kinder erleben das Abenteuer einer Taschenlampenführung in der Grube Frischglück Neuenbürg.
Kinder erleben das Abenteuer einer Taschenlampenführung in der Grube Frischglück Neuenbürg. | Foto: pr

Erweitern will der Verein auch die LED-Lichtshow, die vor vier Jahren eingerichtet wurde und bei den Besuchern gut ankam. Außerdem soll eine zweite Strecke der Abenteuerführung geschaffen werden, bei der Besucher circa 2,5 Stunden und 1.200 Meter durch die Stollen unter Tage geführt werden sollen. Der Verein wartet aber noch auf die Erlaubnis des Bergamts. Lichtshow und Abenteuerführung stehen momentan aber hintenan.

Viel Geld fehlt dieses Jahr in der Vereinskasse

Der Verein, der das Bergwerk betreibt, sei vielmehr damit beschäftigt, die laufenden Kosten zu schultern. 6.000 bis 10.000 Euro fehlen in diesem Jahr in der Kasse, schätzt Göbel, der auch Kassier im Verein ist.

Über Spenden der Mitglieder soll der Verlust etwas abgefedert werden.

Die Stadt Neuenbürg habe als Besitzerin des Bergwerks immerhin die Stromkosten gestundet. „Ein Zuschuss hätte auch weitergeholfen“, so Göbel, der darüber hinaus auch staatliche Unterstützung vermisst.

Jugendliche können Bergwerksführer werden

Veränderungen wird es im kommenden März auch im Vorstand des 265 Mitglieder starken Vereins geben: Jürgen Härter, der 35 Jahre lang Vorsitzender war, gibt das Amt an Andreas Seebacher ab. Mit zwei Stellvertretern, einem Kassierer und Schriftführer sollen die Vorstandsgeschäfte künftig auf mehreren Schultern verteilt werden, so Göbel.

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Probleme bereite die Altersstruktur des Vereins, beklagt Göbel. Zwei Drittel der „Frischglück“-Mitglieder seien älter als 65 Jahre. Der Verein werbe daher unter anderem im Neuenbürger Gymnasium um neue Bergwerksführer. Schon mit 14 Jahren dürfen Jugendliche Besucher durchs Werk führen.

13 Besucherbergwerke gibt es im Südwesten. Das in Neubulach (Kreis Calw) werde von der Stadt betrieben, sei derzeit aber auch noch geschlossen. Das Bergwerk in Waldrennach wurde am 30. März 1985 eröffnet und für den Publikumsverkehr zugelassen.

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Weitere Informationen – auch zur Geschichte des Besucherbergwerks „Frischglück“ in Waldrennach gibt es im Internet auf der Webseite von „Frischglück„.