Maier Alexander2_Maischhofer Martin_Hauptkorn Dennis_Bauer Marius FCP2018 | Foto: Rubner

Deutscher Vizemeister von 1906

Neugründer des 1. FC Pforzheim 2018 wollen „Tradition bewahren“

Anzeige

Professionell wirkte er schon, der erste Auftritt des 1. FC Pforzheim 2018 in der Öffentlichkeit überhaupt in den Räumen der Allianz-Niederlassung Pfeifer im Brötzinger Tal. Die Trikots (Heim, Auswärts, Torwart) flankierten gut sichtbar Vorstand und Trainer des jüngsten Fußballvereins im Kreis Pforzheim. Bevor um 18.96 Uhr für Traditionalisten (und um 19.36 Uhr für Nicht-Romantiker) die erste Pressekonferenz des neuen FCP begann, zeigte der Vorstand des Vereins noch ein Imagevideo, in dem Pressesprecher Dennis Hauptkorn das „Traditionstrikot“ trägt.

Maier wird Trainer beim 1. FC Pforzheim 2018

Und doch stellte sich hier ein künftiger Elftligist vor. Dort, in der C-Klasse, wird der jüngste und traditionsbetonteste Verein Pforzheims in der kommenden Saison antreten. Trainer Alexander Maier ist eines der 14 Gründungsmitglieder: „Mein persönliches Ziel ist es, in zwei Jahren aufzusteigen“, sagte der Ex-Trainer der Sportfreunde Feldrennach (A-Klasse). Er habe „nicht lange überlegen müssen“, um beim FCP zuzusagen. „Das hier ist etwas Neues.“

Spiele künftig auf dem „Arthur-Hiller-Platz“ am Bohrain

Über den Kader schwieg man sich noch aus. Es seien noch keine Verträge unterschrieben. Das Problem sei aber mehr die Qualität als die Masse. Entsprechend offen ließ man auch, wohin die Reise für den neuen Club langfristig gehen soll. „Wir wollen Spaß haben und Spaß machen“, sagte Hauptkorn.
Der Spielort ist nicht das alte FCP-Stadion im Brötzinger Tal, sondern der Rasenplatz des TV Pforzheim im Bohrain, der in „Arthur-Hiller-Platz“ umbenannt werden soll, nach dem ersten Kapitän einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft, der 1906 mit dem FCP deutscher Vizemeister wurde. Und überhaupt wolle man „keine Konkurrenz“ zum offiziellen FCP-Nachfolger 1. CfR Pforzheim sein, betonte Vorsitzender Martin Maischhofer. Er würdigte das soziale Engagement des CfR, etwa im Bereich Inklusion oder im Eishockey. Allerdings wolle man „die Tradition bewahren“.

1. FC Pforzheim erfährt große Unterstützung

Dass dies einen Nerv trifft, zeigt die Zustimmung auf Facebook – über 600 Likes in wenigen Tagen sind schon jetzt mehr als viele Landesliga-Vereine haben. Der Flut an Mitgliedsanträgen werde man bereits nicht mehr Herr, vertröstet Neuankömmlinge auf Januar, dann soll es auch Tradition-Fanartikel geben.

Maischhofer kickte in der Jugend beim alten FCP

Doch wer steckt hinter dem Projekt? Maischhofer erzählte die Geschichte des E- und D-Jugendspielers, der dann zu anderen Mannschaften ging, aber beim Stammtisch vom alten FCP sprach – und nun Taten folgen ließ. Hauptkorn habe aus Berufsgründen wenig vom lokalen Fußball und dem CfR mitbekommen, dafür wuchs die Sehnsucht nach dem alten FCP, zu dem er mit seinem Vater gegangen war. Und Maischhofers Stellvertreter Lucas Grapengeter studiert Fußball- und Sportbusiness in Karlsruhe, sieht dies als „Projekt“ an. Schon 2012 habe man die Idee zur Neugründung gehabt, vor einem halben Jahr sei man dann aktiv geworden und seit dem 3. Dezember ist der Verein gegründet.

1. FC Pforzheim 2018 sichert sich Rechte am Logo

Ein Coup jedenfalls ist dem Team schon gelungen. So habe man sich die Rechte am FCP-Logo schützen lassen, sagte Hauptkorn. Das sei vorher nicht geschützt gewesen. Und doch wolle man es nicht beim Traditionsbekenntnis belassen, so Hauptkorn weiter: „Wir sind nicht der alte FCP. Wir sind nicht der deutsche Vizemeister von 1906. Wir wollen neue Geschichten schreiben.“