Im Vorfeld der Pforzheimer Oberbürgermeisterwahl am 7. Mai haben sich am Mittwochabend die vier Kandidaten, hier mit Wahlleiter Dirk Büscher, den Bürgern in Eutingen vorgestellt. | Foto: Wacker

OB-Wahl in Pforzheim

Kandidaten stellen sich kritischen Fragen der Bürger

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Zum ersten Mal präsentieren sich alle Bewerber für OB-Wahl öffentlich

Maximal zwölf Minuten Zeit für eine einnehmende Vorstellung und Präsentation der Ziele und viele Fragen der rund 400 Zuhörer: Zum ersten Mal haben sich am Mittwochabend in der Turnhalle Eutingen alle vier Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 7. Mai gemeinsam den Pforzheimern vorgestellt – und damit endgültig die heiße Phase des Wahlkampfs um den Chefsessel der Goldstadt eröffnet.

Los entscheidet über Reihenfolge

Wer zuerst in den Ring durfte, entschied das Los, wie Erster Bürgermeister und Wahlleiter Dirk Büscher bei der Begrüßung betonte. „Pforzheim ist zu meiner Heimatstadt geworden“, betonte dann Dimitrij Walter als erster Kandidat am Pult. Der parteilose Kandidat, der 1997 nach Deutschland kam, forderte vor allem Transparenz. „Warum wissen wir Pforzheimer so wenig darüber, wie die Finanzen eingesetzt werden?“ Seine Aufgabe werde sein, Fragen zusammenzufassen, zu analysieren und mit den Bürgern die Antwort zu finden, „die uns zufriedenstellt.“ Der Pforzheimer erntete teilweise überraschtes Kopfnicken und zaghaften Applaus.

Während sich Walter kurz fasste, kam bei den folgenden Kandidaten die Klingel zum Einsatz, die das nahende Ende der Redezeit ankündigte: „Ich übe das Amt des Bürgermeisters mit großer Leidenschaft aus, aber auch mit Respekt“, sagte CDU-Kandidat Peter Boch. Auch der Bürgermeister von Epfendorf setzt auf Transparenz sowie Sicherheit und Sauberkeit. Den Kandidaten der CDU bedachten die Zuhörer mit lautem Applaus – ebenso wie Amtsinhaber Gert Hager (SPD). Der verzichtete getrost auf eine Vorstellung und sprach zunächst die Eutinger direkt an: „Für Ortsverwaltung und Ortschaftsrat stehe ich voll und ganz ein, jetzt und in Zukunft.“ Die finanzielle Lage der Stadt sei kein Spaziergang und er habe schon viel erreicht: „Unseren Pforzheimer Weg müssen wir fortsetzen“, forderte Hager, der die Förderung der Wirtschaft als einen seiner wichtigsten Punkte aufzählte. Andreas Kubisch, Mitbegründer der Liste Eltern, sah dies anders: Wegen der Stagnation der Entwicklung Pforzheims stehe er auch auf der Bühne. Die Ursache für die Probleme der Goldstadt? „Pforzheim gebärdet sich noch wie zu Zeiten der Goldstadt, die sie aber nicht mehr ist.“ Bevor neue Gewerbegebiete in einigen Jahren zur Verfügung stünden, müsse die Verwaltung effizienter gestaltet werden.

Die vier Kandidaten Dimitrij Walter, Peter Boch, Amtsinhaber Gert Hager und Andreas Kubisch (von links) standen den Bürgern in Eutingen Rede und Antwort. Am Pult Wahlleiter Dirk Büscher. | Foto: Wacker

Kandidaten stellen sich in weiteren Stadtteilen vor

Wie viele Fragen den Pforzheimern zur Zukunft ihrer Stadt unter den Nägeln brennen, zeigte die Diskussion, für die ein Zeitbudget von 1,5 Stunden zur Verfügung stand. Lärmbelastung, öffentliche Toiletten, die Rolle der Hochschule, Bürgerentscheide oder Leerstand bewegten die Bürger in Eutingen. Einige Fragen richteten sie lediglich an Hager und Boch. Letzerer geriet mehrfach zum Thema Gewerbesteuer ins Kreuzfeuer. Wie die versprochene Senkung gegenfinanziert werden solle, wollten die Bürger wissen. Die konkrete Antwort blieb der Kandidat schuldig, betonte aber, Kritik an den Plänen sei der falsche Ansatz. Vielmehr müsse man fragen, wie das viel größere Loch im Haushalt gegenfinanziert werden müsse.

An fünf weiteren Terminen stellen sich die Kandidaten für die OB-Wahl den Pforzheimern vor:
Donnerstag, 20. April, Hohenwart, Mehrzweckhalle, um 19 Uhr,
Montag, 24. April, Huchenfeld, Hochfeldhalle, um 19 Uhr,
Dienstag, 25. April, Büchenbronn, Bergdorfhalle, um 19 Uhr,
Donnerstag, 27. April, CongressCentrum Pforzheim, um 19 Uhr,
Mittwoch, 03.Mai, Würm, Würmtalhalle, um 19 Uhr