Sport ist Mord? Nicht bei Olga Siebert aus Pforzheim, die im Internet gerne zeigt, welchen Aufwand sie für ihren Körper betreibt. | Foto: Siebertfotografie

Influencer im Portrait: Olga Siebert

Pforzheim: 73 000 Fans sehen zu, wie der Bizeps wächst

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Von Wiebke Jansen

Sport ist Mord? Nicht für Olga Siebert aus Pforzheim. Fitness – das ist ihre große Leidenschaft. „Ich möchte gar nicht mehr damit aufhören“, sagt sie im Gespräch mit bnn.de. „Ich fühle mich dadurch leicht und habe ein besseres Gefühl.“ Seit etwa siebeneinhalb Jahren trainiert sie an Geräten, stemmt Gewichte und stählt ihren Körper.

Es soll schön aussehen

Der Ursprung dieser Begeisterung ist nichts anderes als die Liebe selbst. Immerhin ist sie durch Ehemann Eugen zum Fitnesstraining gekommen. Der hat sie zu einem Bodybuilding-Wettbewerb mitgenommen, damals noch als Zuschauerin. Und das hat Siebert fasziniert. „Es ist auch ein Schönheitswettbewerb“, erläutert die Sportlerin, die ursprünglich aus der Ostukraine kommt. „Es soll schön aussehen, man soll sehen, dass Frau Sport macht.“

 

Mit Hochglanzfotos setzt sich Siebert auf ihrem Instagram-Account in Szene. | Foto: Screenshot bnn.de

An dieser Begeisterung lässt sie alle Welt teilhaben. Professionell sind die Fotos, auf denen ihre Fans beim Onlinedienst Instagram zusehen können, wie die 30-Jährige in dunklem Sportoutfit an Geräten trainiert, im Bikini posiert, dann wieder in legerer Jeans, T-Shirt und Brille auf einem Holzsteg sitzt.

73.000 Follower auf Instagram

Mittlerweile hat sie rund 73 000 Follower auf Instagram, die regelmäßig ihre Aktivitäten verfolgen. Das ist eine enorme Reichweite, die auch die Geschäftswelt interessiert. Momentan arbeitet Olga Siebert mit einem Sportbekleidungshersteller zusammen. Sie darf sich dort einmal im Monat Sportkleidung bestellen. Die trägt sie dann und macht sie somit bei ihren zahlreichen Fans bekannt. Geld bekommt Siebert dafür nicht, aber die Werbeartikel darf sie behalten, sagt sie.

Erfolgreich: Olga Siebert gewann auch schon Wettbewerbe. | Foto: Siebertfotografie

30-Jährige ernährt sich möglichst fettfrei

Bewegung allein reiche nicht, um schlank und sportlich zu sein. Auch die Ernährung sei wichtig, betont die Influencerin. Daheim kocht sie häufig mit ihrem Mann, vor allem gesund und ausgewogen. „Wenn ich nur Sport mache, mich aber falsch ernähre, kann ich auch nicht abnehmen.“ Heute ist ihre Ernährung möglichst fettfrei. Ein bis zweimal pro Woche darf es aber auch etwas Süßes sein wie ein Stück Schokolade.

Bachelortitel in Sprachen

Die sportbegeisterte Frau ist auch handwerklich und sprachlich begabt. Immerhin hat sie in der Ukraine einen Bachelortitel in Sprachen erworben: Russisch, Ukrainisch und Englisch. Deutsch war nicht dabei, bedauert sie. Nachdem sie nach Deutschland übergesiedelt ist, hat sie sich hier noch einmal umorientiert: In der Goldstadt ließ sie sich zur Goldschmiedin ausbilden.

 

Foto: Siebertfotografie

 

Von Fotografen angesprochen

Begonnen hat ihre Instagram-Karriere eher zufällig. Wie viele andere hatte sie einen ganz normalen Account. „Ich habe Fotos vom Essen gepostet“, erzählt sie schmunzelnd. Aber das änderte sich vor etwa einem Jahr, als sie von einem Fotografen kontaktiert wurde. Ob sie Lust habe, professionelle Fotos machen zu lassen.
Zuerst war Siebert skeptisch, erzählt sie. Auf Instagram seien auch unseriöse Personen unterwegs, die solche Anfragen als Flirtversuche herumschickten. Aber sie hatte Glück: Das Shooting war seriös. Danach begann sie, sich für professionelle Fotografie zu begeistern.

Ich habe mir damals Vorbilder gesucht

Genau wie ihre Ernährung hat sie auch ihren Instagram-Account umgestellt. Anstatt den Speiseplan teilt sie jetzt ihre Erfahrungen und hofft, andere so inspirieren zu können. „Ich habe mir damals Vorbilder gesucht, als ich mit Fitness angefangen habe. Und es wäre schön, wenn mich auch jemand so als Vorbild nimmt.“ Über ihre hohe Popularität im Internet freut sie sich zwar, bemerkt aber auch: Instagram ist nicht alles. „Wenn es den Leuten gefällt, freue ich mich. Aber das ist nicht lebenswichtig“, erklärt sie. „Es ist auch nicht so schlimm, wenn die Follower irgendwann abwandern.“ Immerhin schluckt diese Internetpräsenz auch sehr viel Zeit. Es sei wichtig, häufig zu posten und zu kommentieren, um aktuell zu bleiben. Wichtiger ist für Siebert, dass sie Zeit für ihre Familie und auch für sich selbst findet.