ZURÜCK NACH PFORZHEIM: Bürgermeister-Kandidatin Almut Cobet war schon einmal für die Stadt Pforzheim tätig. | Foto: pr

Sozialdezernat zu besetzen

Pforzheim: Almut Cobet will Bürgermeisterin werden

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Wer folgt in Pforzheim auf Sozialbürgermeisterin Monika Müller? Wenige Tage vor dem Bewerbungsschluss am 11. Mai ist die zweite Kandidatur öffentlich bekannt geworden. Die parteilose Almut Cobet, derzeit Erste Bürgermeisterin in Göppingen (58 000 Einwohner), will ins Pforzheimer Rathaus. „Ich habe mich am Montag auf die Stelle als Sozial-, Schul- und Sportbürgermeisterin der Stadt Pforzheim beworben“, sagte die 44-jährige Mutter von drei Kindern dem Pforzheimer Kurier und bnn.de.

„Gutes, langes Gespräch mit OB Boch“

Mit Oberbürgermeister Peter Boch habe sie bereits „ein gutes, langes Gespräch“ geführt, so Cobet im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. Auch mit SPD-Fraktionschef Ralf Fuhrmann stehe sie bereits in Kontakt. Die SPD hat bekanntlich ein Vorschlagsrecht für die Dezernentenstelle. Wie Fraktionschef Fuhrmann gegenüber bnn.de sagte, soll der Vorschlag von Partei und Fraktion erst nach Abschluss der Frist am 11. Mai und Sichtung aller Bewerber gemacht werden.

Seit einem Jahr Bürgermeisterin in Göppingen

Almut Cobet wurde in Mülheim an der Ruhr geboren, ist studierte Historikerin und wohnt in Stuttgart. Seit gut einem Jahr leitet sie das Dezernat II in Göppingen mit mehr als 560 Beschäftigten. Zuvor war sie drei Jahre lang Kultur- und Sozialamtsleiterin in Kirchheim/Teck. Dass sie nach relativ kurzer Zeit schon wieder wechseln möchte, begründet die Kandidatin vor allem mit den größeren Gestaltungsmöglichkeiten, die Pforzheim als kreisfreie Stadt biete. Zudem kenne sie die Stadt: Mehr als fünf Jahre war sie von 2009 an in Pforzheim tätig: zunächst als Kommunale Beauftragte für Beschäftigungsförderung, dann ab 2012 als Leiterin des Projektes Strategische Sozial- und Integrationsplanung. Dort kann sie auf eine vorbildliche Integrationsarbeit verweisen, die sie als Stabsstelle „Migration und Teilhabe“ zur Chefsache gemacht hat. Mit ihrer Konzeption „Vom Kinderhaus zum Schülerhaus“ priorisiert sie in ihrer Arbeit den Bildungsbereich.

Pforzheim: Integration und Familien

Seit März 2017 ist sie Erste Bürgermeisterin in Göppingen. Dort habe sie gelernt, „dass man sich nicht hinter dem Schreibtisch verschanzen darf, sondern mit den Menschen sprechen, ihnen zuhören und Verständnis für ihre Positionen haben muss, um richtig entscheiden zu können“ Als besondere Herausforderungen sieht Cobet vor allem die Schaffung von einer ausreichenden Anzahl von qualitativ hochwertigen Kitaplätzen. Einen weiteren Schwerpunkt sieht sie darin, die seit Jahren sehr hohe Zahl an Arbeitslosen zu senken. Zudem möchte sie „die nicht ausreichend flexible Kinderbetreuung für Alleinerziehende angehen, damit die Anzahl der alleinerziehenden Leistungsempfänger sinkt“. Auch das Thema Integration sei ihr wichtig. „Die Stadt Pforzheim ist in Baden-Württemberg mit seinen Integrationsbemühungen führend. In diesem Bereich soll vor allem zur Geltung kommen, dass sich Deutsche und Zugewanderte wohl und sicher in Pforzheim fühlen.“

Zweite öffentliche Bewerbung

Wie berichtet hat bislang ein weiterer Kandidat seine Bewerbung öffentlich gemacht. Der 40-jährige Jurist Carl-Gustav Kalbfell (FDP) ist derzeit Sozialbürgermeister in der 37 000-Einwohner-Stadt Leinfelden-Echterdingen. Der oder die neue Beigeordnete des Oberbürgermeisters wird am 19. Juni von den Mitgliedern des Pforzheimer Gemeinderates für die Amtszeit von acht Jahren gewählt.