Raststätte statt Parkplatz: Mit der Einigung in der Abwasserfrage kann in Kämpfelbach Süd weiter gebaut werden und mit der Tank- und Rastanlage Kämpfelbach Nord begonnen werden. Foto: Dresch

Genehmigung nach acht Jahren

Pforzheim und Bund einigen sich über Abwasserleitung für die A8-Tank- und Rastanlage Kämpfelbach

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Durchbruch bei der Tank- und Rastanlage Kämpfelbach: Es gibt eine Einigung in der Abwasserfrage. Dies teilt auf Anfrage das Regierungspräsidium Karlsruhe mit. Die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt, wäre damit die letzte große Hürde für den seit 2012 angestrebten Neubau an der A8 aus dem Weg geräumt.

Gesucht und nun wohl auch gefunden ist eine für alle Beteiligten akzeptable Route von der neuen Raststätte zur Kläranlage in Pforzheim. Der einzige Wermutstropfen für Pforzheims Verhandlungsführer Michael Leich dabei ist, dass es mit der von ihm bevorzugten zweiten Variante durch den Bahntunnel nicht geklappt hat. „Dann müssten wir jetzt nicht pumpen“, erläutert der Diplom-Ingenieur der Stadtentwässerung.

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Echter Mehrwert für die Stadt Pforzheim

Leich freut sich dennoch über die Einigung mit dem Bundesverkehrsministerium in Berlin, wie er sagt. Denn damit verbunden ist nicht nur, dass nun endlich die seit Jahren fast fertige Tank- und Rastanlage auf der Südseite in Fahrtrichtung Stuttgart weiter gebaut werden kann und die nun mit gleicher Entscheidung genehmigten Pläne für die Nordseite umgesetzt werden können.

Die jetzt vereinbarte Entwässerung bringt auch für die Stadt einen echten Mehrwert. Über die neue Pumpstation Am Waisenrain kann die bestehende und die angedachte neue Wohnbebauung im Pforzheimer Norden fachgerecht entwässert werden. Außerdem wird bereits jetzt bedacht, dass das bestehende Pumpwerk Unterm Wolfsberg bei der Krebspfadsiedlung in fünf bis zehn Jahren zu altersschwach sein könnte für einen weiteren Betrieb.

Das Geld ist gut angelegt, wenn die Stadt für Instandhaltung und Betrieb sorgt.

Michael Leich, Pforzheimer Stadtentwässerung

Auch der Bund investiert in einen langfristigen Vorteil. Er übernimmt rund 2,1 Millionen Euro von den „3,5 bis vier Millionen Euro“, die das neue Pumpwerk für Pforzheim voraussichtlich kostet. „Das Geld ist gut angelegt, wenn die Stadt für Instandhaltung und Betrieb sorgt“, rechnet Leich vor. Das Autobahnamt habe heutzutage ja keine eigenen Leute mehr für solche Aufgaben.

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Baubeginn für Abwasserpumpwerk Am Waisenrain 2021

Ganz in städtischer Hand liegt jetzt auch die Umsetzung des grundsätzlich genehmigten Entwässerungskonzepts. Leich geht davon aus, dass Werkeausschuss und Gemeinderat im Juli über das Bauvorhaben beraten können. Danach gelte es, über ein Ingenieurbüro die Planung voranzutreiben. Mit etwas Glück könne das Abwasserpumpwerk Am Waisenrain 2021 begonnen und abgeschlossen werden.

Bund investiert allein für Kämpfelbach Nord 19,4 Millionen Euro

Ganz so schnell wird es mit der Tank- und Rastanlage Kämpfelbach Nord nicht gehen. Die Verantwortlichen rechnen mit 2024 für den Beginn der Bauarbeiten. Gegenüber der Ursprungsplanung investiert der Bund dort jetzt rund 19,4 Millionen Euro in deutlich mehr Parkfläche als Grünfläche. Beim südliche Teil der Rastanlage fehlt dagegen nur noch die Raststätte selbst sowie die Tankstelle.

Und dann gibt es da auch noch eine Hürde zu nehmen. Denn der juristische Streit, wer denn künftig dort den Betrieb übernehmen darf, ist noch nicht entschieden