Eine Dokumentation der von der Stadt beauftragten Ingenieure zeigt die fortschreitende Korrosion im Wartbergbad in den vergangenen vier Jahren. | Foto: Rehle Ingenieure

Bäder-Hiobsbotschaft

Pforzheim: Container-Lösung für das Wartbergbad?

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Weitere Hiobsbotschaft bei den Goldstadtbädern in Pforzheim: Wie Bürgermeister Dirk Büscher bekannt gab, ist das 1966 eröffnete Wartbergfreibad womöglich früher sanierungsbedürftig als bislang angenommen. Was das kosten könnte wird derzeit ermittelt. Wie Büscher bnn.de sagte, sei als Ersatz für betroffene Umkleiden und Sanitäranlagen auch eine Container-Lösung denkbar.

Um was geht es?

Der Beton unterhalb der Duschen und dem Umkleidebereich („Katakomben“) ist teilweise marode. Die Stadtverwaltung teilt auf Anfrage dazu mit: „Die in den Jahren 2016, 2017 und 2018 festgestellten Korrosionserscheinungen an der Bügelbewehrung, teilweise verbunden mit Betonabplatzungen sowie an einigen Stellen auch noch Korrosionserscheinungen an der unteren Längsbewehrung mit erheblicher Schädigung des Betons im Feldbereich, haben sich im Zeitverlauf deutlich verschlechtert.“ An einigen Stellen ergeben sich laut einem Gutachten „Tragsicherheitsprobleme“. Einige Stahlbetonstützen mit Korrosionserscheinungen oberhalb des Fundaments sei bereits nachträglich abgestützt worden.

Wartbergbad in Pforzheim (Archiv) | Foto: BNN-Archiv

Wann wurde das bemerkt?

Die Stadt teilt mit: Grundsätzlich werden die Baulichkeiten im Wartbergbad aufgrund ihres Zustands seit Jahren regelmäßig untersucht. Zur Feststellung des aktuellen baulichen Zustandes fand am 26. März 2019 ein Ortstermin statt. Dabei wurden Untergeschoss und Erdgeschoss begangen und die darüber befindliche Stahlbetondecke mit Unterzügen besichtigt. Ein früherer Termin war nicht möglich, da die Frostperiode für die notwendigen Untersuchungen nahezu abgeschlossen sein sollte.“ Der Bericht über die Mängel sei der Verwaltung Mitte April zugestellt worden. Es fand daraufhin nochmals eine Ortsbesichtigung mit Bürgermeister Büscher statt.

Kurier-Kommentar: Die Pforzheimer Bäder-Misere taugt nicht als Wahlkampfthema. Der Gemeinderat sollte endlich dem Bäder-Konzept von Bürgermeister Büscher folgen.

Was wurde getan?

„Um die Nutzung der Umkleidegebäude auch 2019 noch zu ermöglichen, mussten unter anderem dringend betontechnologische Maßnahmen durchgeführt werden“, hieß es. Verfaulte und beschädigte Holzstützen seien durch neue ersetzt worden. „Hierbei handelt es sich in Rücksprache mit dem Ingenieurbüro nur um kurzfristig wirksame Maßnahmen, damit das Wartbergbad pünktlich zum 5. Mai eröffnet werden konnte.“ Durch die festgestellten Korrosionsschäden bei Stahlbetonunterzug und -stützen bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der Untergeschoss-Decke für die vorgesehene Nutzung. Nach erfolgter Sanierung der benannten Bauteile kann die Nutzung des Umkleidegebäudes für ein weiteres Jahr befürwortet werden.

Wie geht es weiter?

Insgesamt sind das Mängelbild und der bauliche Zustand laut Verwaltung so schlecht, „dass das Ingenieurbüro in Anbetracht der schnellen Verschlechterung der Korrosionserscheinungen in einer Ersteinschätzung von einer weiteren Nutzung über diese Saison hinaus ohne grundlegende Sanierung nicht mehr ausgeht.“ Laut Bürgermeister Büscher werden die möglichen Kosten einer Sanierung derzeit erhoben. Zudem seien alternative Maßnahmen denkbar. „Wir wissen, dass in Darmstadt ein ähnliches Problem mit einer Containerlösung aufgefangen wurde. Vielleicht wäre das auch ein tragfähiger und finanziell darstellbarer Ansatz für unser Wartbergbad“, so Büscher gegenüber dem Pforzheimer Kurier. (str/pm)