BOMBENFUND: Auf einer Baustelle in der Südstadt in Pforzheim ist eine Fliegerbombe gefunden worden. | Foto: IM

Informationen bis 13 Uhr

Pforzheim: Fakten zum Bombenfund auf Baustelle in der Südstadt

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Auf einer Baustelle in der Südstadt in Pforzheim ist am Freitagmorgen eine 500-Kilogramm schwere Fliegerbombe entdeckt worden, wie die Stadt bestätigt. Gebäude im Umkreis von 500 Metern werden evakuiert. Das betrifft 4000 Menschen, wie sich im Zuge der Räumung zeigt.

Bombenfund in Pforzheim: Evakuierung  ab 15 Uhr, Entschärfung ab 18 Uhr

Das Evakuierungsgebiet liegt im Umkreis von 500 Meter um die Bombe, die ab 18 Uhr entschärft werden so

Nach einer ausführlichen Analyse legten Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst gegen 13.45 Uhr fest, dass die Evakuierung eines Gebiets im Radius von rund 500 Metern um 15 Uhr beginnt. Die Bombe soll dann etwa um 18 Uhr entschärft werden. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner werden durch Merkzettel, Durchsagen und Haus-zu-Haus-Gänge durch die Sicherheitskräfte informiert. Die Jahnhalle ist ab diesem Zeitpunkt für die evakuierten Bürgerinnen und Bürger geöffnet. Es gibt ein ein Bürgertelefon (07231) 39-1000. Das gesamte Evakuierungsgebiet ist gesperrt. Es sind 300 Kräfte im Einsatz.

Die BNN berichten im Live-Ticker von der Evakuierung.

Zwei Schulen betroffen

Den Angaben zufolge sollte die Evakuierung zunächst ab 13 Uhr durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Einsatzstab aber noch Beratungen. Betroffen sind ein Wohngebiet und zwei Schulen. Nach erster Einschätzung war von der Ludwig-Erhard-Schule und der Goldschmiedeschule die Rede, gegen 13 Uhr gingen die Verantwortlichen eher davon aus, dass die zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend leere Südstadtschule in dem Gebiet liegt. Die Hochschule und aller Voraussicht nach auch die Goldschmiedeschule  sind davon nicht betroffen. Bei der Polizei geht man zunächst von 3 000 Leuten aus, die die Häuser verlassen müssen. Tatsächlich sind es dann an die 4 000. Darunter sind 15 mit einer Mobilitätseinschränkung, informiert die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Diese Menschen werden entweder in die Jahnhalle oder in die DRK-Zentrale in der Kronprinzenstraße gebracht.

Es handelt sich  um eine Baustelle im Gebiet Hegenach am Max-Brod-Weg. Der Einsatz steht unter der Leitung des Stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Guido Lobermann.

Das DRK ist mit Rettungswagen,  Notarzteinsatzfahrzeug, Notarzt,  dem Leiter des Rettungsdienstes sowie der Kreisbereitschaftsleitung im Einsatz. Die insgesamt zehn Leute konzentrieren sich zunächst auf die Absicherung der Einsätzkräfte, weitere Notfallsanitäter sind später auch in der Jahnhalle und andernorts im Einsatz.

Stadt für Evakuierung verantwortlich

Zu den Grundlagen für das Vorgehen in seinem solchen Fall  gehören standardisierte Einsatzpläne. Da ist auch geregelt, dass die Stadtverwaltung für die Evakuierung und die Versorgung der Menschen zuständig ist. Solange keine Entscheidung über den Zeitpunkt der Entschärfung feststeht, richtet sich die Rathausbelegschaft auf einen unmittelbaren Einsatz ein.

Schüler fast alle aus der Gefahrenzone

Relativ unbemerkt dürfte die Gefahrenlage an den Schülern in den beiden Schulen vorbei gegangen sein. In der Ludwig-Ehrhard-Schule waren zum Zeitpunkt des Bombenfunds gegen 10 Uhr  etwa 900 bis 1000 Schüler. Die meisten davon hatten um 13 Uhr Schluss. Die Entscheidung über den Zeitpunkt einer Evakuierung war da noch nicht getroffen.  Auch in der Goldschmiedeschule ist freitagnachmittags normalerweise wenig los. Schulleiter Michael Kiefer  spricht 100 bis 150 Schüler. In der Südstadtschule wären rund 350 Schüler betroffen gewesen, hätten sie zum Zeitpunkt der Evakuierung nicht längst unterrichtsfrei gehabt.

Einer der bedeutendsten Bombenfunde

Der Bombenfund im Max-Brod-Weg gehört sicher zu den bedeutendsten Entdeckungen in Pforzheim in den vergangenen 20 Jahren. Die einzige 500-Kilogramm-Bombe in diesem Zeitraum entschärfte der Kampfmittelbeseitigungsdienst am 24. Juni 2014 zwischen der Bichler- und der Lameystraße. Damals mussten 4500 Personen ihre Wohnungen verlassen, darunter 18 nicht gehfähige, die das DRK betreute. Ebenfalls mit einer großen Evakuierung verbunden war die Entschärfung einer 250-Kilogramm-Bombe, die 2002 beim Aushub für die heutige Schlössle-Galerie gefunden worden war. Wie diese Funde geht auch die Entdeckung einer Phosphatgranate am 28. Januar 2018 auf die Zerstörung der Stadt am 23. Februar 1945 zurück.

 

 

 

Zum BNN-Live-Ticker zur Evakuierung und Entschärfung.