Bäder gemeinderat
BÜRGERNÄHE: Hunderte Zuschauer waren zur Abstimmung über das Bäderkonzept in den Gemeinderat gekommen. | Foto: str

Bäder-Entscheidung

Pforzheim: Gemeinderat stimmt für „Emma“

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Die Entscheidung ist gefallen: Ein Kombibad auf dem Wartberg wird es nicht geben. Stattdessen votierte eine große Mehrheit des Pforzheimer Gemeinderates für den Neubau eines Familien- und Freizeitbades am Standort des Emma-Jaeger-Bades in der Pforzheimer City.
32 Räte hoben für eine Zukunft des traditionsreichen Emma-Jaeger-Bades die Hand, zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen kamen aus der CDU. Zuvor war über den Bau des Kombibads abgestimmt worden. Mit 18 Ja- und 20-Nein-Stimmen fiel die Entscheidung über die im Vorfeld viel kritisierte Verwaltungs-Variante relativ knapp aus.

CDU  verteidigt Bäderstrategie

Carsten von Zepelin hatte sich namens der CDU-Fraktion eindringlich für die Kombibad-Planung eingesetzt. Mit Blick auf die Finanzlage sagte er: „Es wird jetzt ernst in dieser Stadt.“ Zepelin zeigte sich „einigermaßen erschüttert darüber“, dass die SPD-Fraktion nach zwischenzeitlicher Befürwortung vom Kombibad abgerückt ist. (Der Pforzheimer Kurier berichtete.) Es stelle sich die Frage nach der Verlässlichkeit, so von Zepelin, der Teilen des Gemeinderates „Realitätsverweigerung“ attestierte.

Baumbusch verteidigt SPD

Neben der geschlossenen CDU-Fraktion hatten die Gruppe Bündnis 90/Die Grünen sowie die Stadträte Henry Wiedemann (SPD) und Peter Pfeiffelmann (Die Linke) für das Kombibad gestimmt. Wiedemann zu seinem Abweichen von der Linie der SPD-Fraktion: „Ein Innenstadtbad wäre wünschenswert, bedeutet aber in der Konsequenz langfristig das Aus für das Wartbergbad.“ SPD-Fraktionschef Ralf Fuhrmann sah dies nicht so. Seine Priorität: „Wir müssen das Bad in der Stadt behalten.“ Zwar wollte die SPD nicht den Erhalt aller Bäder versprechen, aber das Wartbergbad müsse bleiben, so Fuhrmann. Axel Baumbusch (Grüne Liste) gab sich zufrieden mit der Entwicklung. Die Grüne Liste habe schließlich zuerst den Erhalt des Innenstadt-Bades gefordert. Überdies verteidigte er die SPD-Fraktion gegen Kritik. Es sei mutig, auch einmal seine Meinung zu ändern.

Rülke gegen „Prestige-Projekte“

Möglichst alle Bäder erhalten wollen Wir in Pforzheim/Die Linke, die Unabhängigen Bürger, die AfD und FDP/Freie Wähler. Wolfgang Schulz (Wir in Pforzheim) plädierte leidenschaftlich für den Erhalt aller Bäder. Dies sei eine soziale Verpflichtung im Sinne der Daseinsfürsorge. Um die Finanzierung machte sich Schulz weniger Sorgen: „Wenn der politische Wille da ist, dann ist auch das Geld da.“
Ganz ähnlich sah das auch Hans-Ulrich Rülke von der FDP. Die Stadt gebe genug Geld für „Prestigeprojekte“ aus, etwa für den Umbau der Innenstadt-Ost oder den Busbahnhof, der an die 20 Millionen Euro gekoste habe. Rülke signalisierte, dass seine Fraktion einem von Stadtrat Schulz ins Spiel gebrachten Antrag auf Erhalt aller Bäder zustimmen würde.

Beschluss für Huchenfeld

Schulz wollte diesen Antrag schließlich doch nicht aufrecht erhalten. Huchenfelds Ortsvorsteherin Sabine Wagner hat zuvor eindringlich gebeten, einem solchen Antrag nicht zuzustimmen. Sie befürchtet, dass sich dadurch der Huchenfelder Neubau weiter verzögern könnte. Bei der anschließenden Abstimmung wurde das Ortsteilbad schließlich einstimmig beschlossen, ebenso der Weiterbetrieb der Schulbäder Brötzingen und Buckenberg.