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Eine ganze Serie von Sachbeschädigungen durch Graffiti-Schmierereien, die von mehreren Jugendlichen begangen wurden, konnte die Polizei in Pforzheim nun auflösen (Symbolbild). | Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

350 Objekte besprüht

Pforzheim: Graffiti-Bande verursacht 50.000 Euro Schaden

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Eine ganze Serie von Sachbeschädigungen durch Graffiti-Schmierereien, die von mehreren Jugendlichen begangen wurden, konnte die Polizei in Pforzheim nun auflösen.

Gemeinsam mit dem Haus des Jugendrechts und des Polizeipostens Büchenbronn kamen das Polizeirevier Pforzheim-Nord und -Süd insgesamt acht Jugendlichen auf die Schliche. Die deutschen Tatverdächtigen sind im Alter von 14 bis 17 Jahren, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam erklärten.

Ausgegangen waren die Ermittlungen von einer Beschädigung durch Graffiti Mitte Februar in einer Pforzheimer Schule. Die von den Jugendlichen verwendeten, sogenannten „Tags“ konnten mittlerweile über die Stadtteile Büchenbronn, Sonnenhof, Nordstadt, Südstadt, Weststadt und Innenstadt.

350 Straftaten und 50.000 Euro Schaden

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Haus des Jugendrechts, dem Polizeiposten Büchenbronn sowie den Graffiti-Sachbearbeitern der Polizeireviere Pforzheim-Nord und -Süd konnten nach aktuellem Stand rund 350 Graffiti-Straftaten mit einem geschätzten Gesamtschaden von etwa 50.000 Euro aufgeklärt werden. Bei den besprühten Objekten handelt es sich überwiegend um Hauswände, Kraftfahrzeuge, Anhänger, Stromkästen, Umspannstationen, Garagen, Parkbänke, Verkehrsschilder, Unterführungen, Zigarettenautomaten, Bushaltestellen, Parkscheinautomaten und Lärmschutzwände.

Jugendliche sind geständig

Die Tatverdächtigen sind weitestgehend geständig und haben sich bereit erklärt, die verursachten Schäden unter Anleitung des Anti-Graffiti-Mobils und den dort ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der Malerinnung zu beseitigen. Durch das Ableisten von Arbeitsstunden wird den Jugendlichen die Möglichkeit zur Schadenswiedergutmachung gegeben, wodurch ein gerichtliches Verfahren meist vermieden werden kann.

Drang nach Anerkennung in Sprayer-Szene

Hintergrund der hier festgestellten Taten dürfte nach den bisherigen Erkenntnissen, wie so oft in diesen Fällen, der Drang nach Ruhm und Anerkennung in der Sprayer-Szene gewesen sein, ohne dass sich die jugendlichen Täter über die daraus resultierenden Folgen die erforderlichen Gedanken gemacht hätten.

Die direkte Konfrontation der Jugendlichen mit der Tat führt nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre zu einer äußerst geringen Rückfallquote, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in ihrer gemeinsamen Mitteilung erklären. Durch diese Art der Schadenswiedergutmachung lernen die Jugendlichen, fremdes Eigentum zu achten und es wird verhindert, dass durch Regressforderungen der Geschädigten ein Schuldenberg entsteht. Auch die Opfer profitieren vom Einsatz des Anti-Graffiti-Mobils, so werden die verursachten Schäden schnell und kostenfrei beseitigt und es besteht die Möglichkeit des direkten Dialogs mit den Jugendlichen.

ots/ BNN