Hier lässt es sich leben: Doch nicht nur der Pforzheimer Stadtgarten ist attraktiv, auch die Goldstadt selbst. Zu diesem Schluss kommt zumindest das unabhängige Berlin-Institut im am Donnerstag veröffentlichten Teilhabe-Atlas. Anhand von diversen Kriterien wurde untersucht, wie gut es sich in Deutschland leben lässt
Hier lässt es sich leben: Doch nicht nur der Pforzheimer Stadtgarten ist attraktiv, auch die Goldstadt selbst. Zu diesem Schluss kommt zumindest das unabhängige Berlin-Institut im am Donnerstag veröffentlichten Teilhabe-Atlas. Anhand von diversen Kriterien wurde untersucht, wie gut es sich in Deutschland leben lässt | Foto: Wacker

Teilhabe-Atlas veröffentlicht

Pforzheim ist eine „attraktive Großstadt“

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Wie lebt es sich in Deutschland? Mit dieser Frage hat sich das unabhängige Berlin-Institut im Auftrag der Wüstenrot Stiftung beschäftigt. Das Ergebnis des Teilhabe-Atlas ist für Pforzheim erfreulich: Die Goldstadt wurde als „attraktive Großstadt“ eingestuft.

Was Gemeinderat Axel Baumbusch (Grüne Liste) auf seiner Facebook-Seite in vielen seiner Posts schreibt, nämlich dass Pforzheim schön ist, wurde also gewissermaßen bestätigt. Auch wenn die Mitarbeitenden des Teilhabe-Atlas mit Sicherheit mit anderen Maßstäben als der Gemeinderat gemessen haben.
Insgesamt wurden bei der Studie alle Landkreise und kreisfreien Städte, 401 an der Zahl, in insgesamt sechs Kategorien eingeteilt. In der besten Kategorie für Städte „Reiche Großstädte und ihre Speckgürtel“ finden sich unter anderem Stuttgart, München und Hamburg.

Insgesamt acht Kategorien wurden untersucht

Für die Untersuchung hat das Berlin-Institut insgesamt acht Kategorien, die sich in die drei Cluster wirtschaftliche und sozial Teilhabe sowie Versorgung teilen, unter die Lupe genommen.
Zum Bereich wirtschaftliche Teilhabe gehört die Hartz-IV-Quote. Nach den Erhebungen, die auf Zahlen aus dem Jahr 2017 beruhen, beziehen in Pforzheim 12,05 Prozent der unter 65-Jährigen das Arbeitslosengeld II. Die Quote von 8,38 Prozent bei Schulabbrechern befindet sich im mittleren Durchschnitt. Bei der zwischen 2013 und 2017 erhobenen Zuwanderung der 18- bis 29-Jährigen kommt die Goldstadt auf ein stattliches Plus von mehr als 40 Prozent. Während viele andere Städte schrumpfen, ist Pforzheims Wachstum ein Faktor der Attraktivität.

Gutes durchschnittliches Haushaltseinkommen

Im Bereich Soziale Teilhabe kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass 2017 die Steuereinnahmen der Stadt je Einwohner 895,08 Euro betrugen. Die Lebenserwartung bei Neugeborenen ist in Pforzheim, wie in der gesamten Region, bei über 80 Jahren – exakt bei 81,09 Jahren. Auch beim jährlichen Haushaltseinkommen je Einwohner kann sich die Goldstadt sehen lassen. Dieses beträgt 22 882 Euro und liegt damit unter anderem über dem Durchschnittseinkommen in Karlsruhe und Freiburg.

Top-Werte beim Versorgungsindex

Einer der untersuchten Punkte im Bereich Versorgung ist das sogenannte schnelle Internet mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Pforzheim kommt hier, wie viele andere Städte auch, auf einen starken Wert von fast 97 Prozent. Als achtes und letztes Kriterium wurde ein Versorgungsindex erstellt. Dieser zeigt an, wie viele verschiedene Versorgungseinrichtungen durchschnittlich im Umkreis von einem Kilometer liegen. Hierzu gehören unter anderem Apotheken, Ärzte, Schulen oder auch Bushaltestellen. Pforzheim erreicht hier den Wert 6, die höchste Stufe dieser Kategorie.

Freude aus dem Rathaus

Im Rathaus werden die Ergebnisse der Studie freudig zur Kenntnis genommen. „Es zeigt sich einmal mehr bei solchen Rankings, dass Pforzheim viel besser dasteht, als es gelegentlich wahrgenommen wird“, teilt Erster Bürgermeister Dirk Büscher auf Kurier-Nachfrage mit. Auch Baumbusch freut sich: „Pforzheim ist eine spannende Großstadt mit Ecken und Kanten sowie viel Potenzial.“ Gleichzeitig hat der Stadtrat der Grünen Liste auch noch einen ganz einfachen Tipp für die Zukunft parat: „Wir sollten uns an den vielen, schönen Seiten der Stadt orientieren und an den weniger schönen arbeiten.“

Wir werden unsere Hausaufgaben machen

Auch Büscher kann dem nur zustimmen: „In den Bereichen, in denen wir nicht so gut wegkommen, etwa bei der Quote der Schulabbrecher, müssen und werden wir unsere Hausaufgaben machen.“

Nicht die erste gute Bewertung

Auch wenn Pforzheim in der Studie gut dasteht, weisen die Autoren darauf hin, dass sich die Ergebnisse gerade in Großstädten auch von Stadtteil zu Stadtteil unterscheiden können.
Es ist nicht die erste positive Einschätzung in diesem Jahr. Zu einem sehr erfreulichen Ergebnis kam auch die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrem im April erschienenen Disparitätenbericht. Darin wird Pforzheim als „dynamische Stadt“ kategorisiert.