Pforzheim bad
PFORZHEIM: Emma-Jaeger-Bad bleibt vorerst geschlossen | Foto: Fix

Emma-Jaeger-Bad

Pforzheim: Marodes Hallenbad evakuiert

Das am Dienstagabend evakuierte Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim bleibt vorübergehend geschlossen. Das teilte die Stadtverwaltung Pforzheim am Mittwoch nach Prüfung durch ein Ingenieursbüro mit. Eine akute Gefahr für die rund 70 Badegäste habe nicht bestanden, betont Erster Bürgermeister Dirk Büscher.

Wie berichtet war am Dienstagabend im Emma-Jaeger-Bad eine schadhafte Stelle festgestellt worden, die sich am Beckenkopf befindet. Laut Mitteilung der Stadtverwaltung Pforzheim hat diese zu einem Wasseraustritt im Keller führt. „Angesichts der bereits bekannten baulichen Unzulänglichkeiten wurde das Bad daraufhin vorsorglich geschlossen, um Ursachen und mögliche Auswirkungen klären zu können. Der Beckenkopf bildet das obere Ende der Beckenwand, wo sich die Abflussrinne befindet“, so ein Sprecher.

Statiker bestätigt Anfangsverdacht

Beim Termin vor Ort konnte ein Statiker den ersten Anfangsverdacht bestätigen: Es handelt sich um eine Undichtigkeit im Beckenkopf, was zu einem Wasseraustritt an der Wandaußenseite führt. Dies hat nach einer Ersteinschätzung von Weber-Ingenieure allerdings keinerlei statische Auswirkungen auf die Gesamtkonstruktion. Daher wird nach jetzigem Stand nur eine vorübergehende Schließung des Bades notwendig sein. Nun müssen jedoch zunächst bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Konkret bedeutet dies, dass die betroffene Stelle geöffnet werden muss. Erst dann kann das gesamte Schadensbild festgestellt und eine Aussage über den Umfang der Reparaturmaßnahmen und die Dauer der Schließzeit getroffen werden. „Nach einer ersten Inaugenscheinnahme gehen wir nicht von einem substanziellen Schaden aus. Möglicherweise wissen wir nächste Woche mehr“, so Erster Bürgermeister Dirk Büscher. Die Maßnahmen seien unverzüglich eingeleitet worden, durch das verlängerte Wochenende könne es jedoch zu Verzögerungen kommen.

Bürgermeister dankt Mitarbeiter

Erster Bürgermeister Büscher dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Eigenbetriebs Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) für ihre Umsicht: „Es ist absolut richtig, zum Wohle unserer Badegäste und unserer Angestellten keinerlei Risiken einzugehen.“ Deshalb sei eine Schließung die einzig vertretbare Entscheidung gewesen, wenngleich rückblickend keine akute Gefahr vorgelegen habe. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die für unsere Badegäste entstehen.“ Die Besucherinnen und Besucher bitte er nun, vorrangig die beiden Freibäder – Nagoldbad und Wartbergfreibad – zu nutzen oder auf das Hallenbad in Huchenfeld auszuweichen. Beide Freibäder verfügen ebenfalls über einen Kinderplanschbereich mit Sonnensegel. Mit den von der Schließung betroffenen Schulen und Vereinen nimmt der EPVB unmittelbar Kontakt auf, um sie zu informieren und Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.


So berichteten bnn.de und Pforzheimer Kurier am Dienstagabend über die Evakuierung:

Es wird geplanscht, gespritzt und gejuchzt: Das Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim ist gut besucht an diesem Dienstag. „Wie immer eigentlich in den Pfingstferien“, sagt eine Mitarbeiterin an der Kasse. Doch dieser unbeschwerte Badetag endet jäh: Gegen 19 Uhr entscheidet Bäderchef Bernd Mellenthin: Das größte Pforzheimer Hallenbad wird evakuiert, alle Badegäste müssen das Gebäude verlassen. Den Badegästen wurde gesagt, dass es „technische Probleme“ gebe.

Emma-Jager-Bad evakuiert

Eigentlich hätte das Emma-Jaeger-Bad bis 22 Uhr geöffnet haben sollen. Doch das Risiko war den Verantwortlichen offenbar zu groß. Bäderchef Mellenthin bestätigte gegenüber Pforzheimer Kurier und BNN.de: „Wir haben Risse am Beckenkopf entdeckt, die wir in dieser Form noch nicht kannten.“

Bäderchef: „Der bauliche Zustand macht sensibel“

Diese Risse an der oberen Beckeneinfassung sollen nun ab Mittwochvormittag eingehend untersucht und bewertet werden, so Mellenthin. Das Bad soll vorerst geschlossen bleiben. „Zunächst müssen wir die Schäden und mögliche Auswirkungen sorgfältig beurteilen“, erklärt Mellenthin und fügt hinzu: „Der bauliche Zustand macht uns natürlich sensibel.“
Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim | Foto: Archiv

Traditionsbad in Pforzheim vorerst geschlossen

Wie berichtet gilt das Emma-Jaeger-Bad schon seit Jahren als marode. Nach mehreren statischen Untersuchungen hatte die Stadtverwaltung vergangenes Jahr entschieden, das Emma-Jaeger-Bad Ende 2018 zu schließen. Sollten sich die Schäden als zu groß erweisen, könnte das Ende für das Emma-Jaeger-Bad womöglich schon früher gekommen sein. Gemäß eines Gemeinderatsbeschlusses soll an gleicher Stelle ein Neubau entstehen.
Die Entscheidung war im vergangenen März gefallen: Damals votierte eine große Mehrheit des Pforzheimer Gemeinderates für den Neubau eines Familien- und Freizeitbades am Standort des Emma-Jaeger-Bades in der Pforzheimer City. Wann das neue Bad aber tatsächlich gebaut wird ist derzeit noch offen. Derzeit wird die Ausschreibung vorbereitet.
                                                                                                        Autoren: Björn Fix, Daniel Streib