Breites Spektrum: Die politischen Parteien haben ihre Wahlplakate in der Pforzheimer Fußgängerzone aufgehängt. Und es könnten noch mehr werden. | Foto: ron

Wahlkampf in Pforzheim

Pforzheim: Mit welchen Wahlplakaten die Parteien punkten wollen

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Es ist dekoriert: Für die Kommunal- und Europawahl am 26. Mai hängen jetzt die Wahlplakate in Pforzheim. Die Parteien setzen dabei ganz unterschiedliche Schwerpunkte: hier personell, dort thematisch. Im Wettstreit um die besten Plätze haben sich einige schon selbst in eine schlechte Position gebracht.

CDU wirbt mit Gesichtern

Die CDU setzt komplett auf Personenplakate. Inhaltliche Botschaften wolle man durch Veranstaltungen verbreiten, so Kreisgeschäftsführer Markus Bechtle. Auf einen Wahlkampf ohne Themen lasse das aber nicht schließen, betont er sogleich. Die 40 Kandidaten haben je 40 Plakate an die Hand bekommen, auch für die Bewerber auf den vorderen Listenplätzen gab es nicht mehr. „Irgendwann ist die Zahl der Laternen in der Stadt erschöpft“, sagt Bechtle. Wer mehr Plakate mit dem eigenen Konterfei aufhängen will, kann das tun. Die Untere Wilferdinger Straße gehört gefühlt komplett dem Kandidaten Andreas Sarow. „Er hat den Bereich eben als Erster angefahren“, so Bechtle. Beim Plakatieren haben die Kandidaten für die Gemeinderatswahl die Werbung für die Europawahl, ebenfalls am 26. Mai, gleich mitaufgehängt. So gehen meist auch die anderen Parteien vor.

SPD setzt auf Duo Hück/Wulff

Bei der SPD ist die Ausrichtung auf den Plakaten ebenfalls in erster Linie eher personell. Die inhaltliche Botschaft ist mit „Pforzheim schöner, sicherer, sozialer machen“ eher knapp gehalten. Fraktionschef Ralf Fuhrmann erläutert das Konzept: „Die Kommunalwahl ist eine Personalwahl. Es geht darum, die Personen bekannt zu machen.“ Aus der Parteikasse finanziert sind die Plakate mit dem Spitzenduo Uwe Hück/Annkathrin Wulff und vier Varianten mit jeweils neun weiteren Kandidaten. Wer allein zu sehen sein will, zahlt das zusätzliche Plakat aus der eigenen Tasche. Den Fokus auf die Gesichter findet Fuhrmann gut und sagt mit Blick auf Slogans der Konkurrenz: „Da weiß man ja auch nicht immer, was das konkret bedeuten soll.“

Was ist erlaubt?
Seit Freitag 18 Uhr dürfen die politischen Kräfte ihre Plakate zur Kommunal- und Europawahl aufhängen. Es ist der Zeitraum sechs Wochen vor der Wahl. Laut Auskunft aus der Stadtverwaltung wurde darüber in der Vergangenheit eine Einigung mit den Parteien erzielt, seither gilt dieses „Gentlemen’s-Agreement“.
Mit der Genehmigung werden auch Auflagen verfügt, die regeln, wo Plakate nicht aufgehängt werden dürfen. Tabu sind etwa Kreisverkehre, Ampelmasten und Parkanlagen.
Schnell sein lohnt sich: Welches Plakat wo hängt, entscheidet sich danach, wer zuerst vor Ort ist. Die Anzahl der Plakate pro Partei ist nicht limitiert – außer durch das jeweilige Budget. Zur Größe gibt es keine Vorgaben. Meist ist das Format aber DIN A1.
Spätestens zwei Tage nach der Wahl müssen die Plakate abgehängt werden. Sonst droht eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit – meist sei die Verwaltung aber kulant und suche vorher den telefonischen Kontakt. ron

FDP legt schnellen Start hin

Die FDP zelebrierte ihren Plakatierauftakt am Freitag, lud zum Pressetermin und hängte anschließend als erste politische Kraft ihre Botschaften an den begehrten Plätzen in der Fußgängerzone auf. Für Aufmerksamkeit sorgt etwa der pink hinterlegte Spruch auf einem gelben Quietscheentchen: „In der Badewanne kann man kein Seepferdchen machen: Retten wir die Bäder.“

WiP legt diese Woche nach

Von WiP (Wir in Pforzheim) ist an den markanten Stellen in der Stadt noch nichts zu sehen. Das liegt daran, dass die politische Kraft, die mit der Linken im Gemeinderat eine Fraktionsgemeinschaft bildet, erst in diesen Tagen ihre für etwa 1 500 Euro bestellten 600 Wahlplakate erhält. „Wir haben relativ spät bestellt“, sagt Stadtrat Christof Weisenbacher. „Aber ich glaube nicht, dass uns das Tausende Stimmen kosten wird.“ Ab Dienstag oder Mittwoch werde plakatiert. Auch wenn die Konkurrenz dann schon einen Vorsprung hat, ist Weisenbacher sicher: „Wir werden gute Plätze finden.“ Und in Anspielung auf den Disput um zerstörte FDP-Plakate vor der Landtagswahl 2016, als Weisenbacher von den Liberalen des Vandalismus verdächtigt wurde, fügt er hinzu: „Ich werde auf der Suche nach guten Plätzen jedenfalls keine Plakate verrücken.“ Auf den WiP-Plakaten treten die Spitzenkandidaten jeweils im Duo mit einer Botschaft auf. Unter anderem Weisenbacher und Elke Hafner-Sabisch mit dem Slogan: „Für konstruktives Bruddeln – bezahlbarer Wohnraum für alle!“

Auch AfD bestellt zu spät

Ebenfalls noch nicht plakatiert hat die AfD. Auch hier gab es bei der Bestellung Verzögerungen. Spitzenkandidat Bernd Grimmer sieht kein Problem darin, dass die Plakate noch nicht im Druck sind. Immerhin die Europawahlwerbung sei schon platziert. Thematisch wolle man im Kommunalwahlkampf weiter auf Sicherheit und Sauberkeit setzen. Ansonsten gibt es das Kontrastprogramm zur CDU: keine Gesichter, so kündigt Grimmer an.