Anschauliche Erklärung: Beim Info-Stand in der Fußgängerzone präsentiert Michael von Rüden (vorne), Projektleiter für die App bei der Abfallwirtschaft der Technischen Dienste, am Freitag die App an interessierte Bürger. Die App ist ab sofort online.
Anschauliche Erklärung: Beim Info-Stand in der Fußgängerzone präsentiert Michael von Rüden (vorne), Projektleiter für die App bei der Abfallwirtschaft der Technischen Dienste, am Freitag die App an interessierte Bürger. Die App ist ab sofort online. | Foto: Oest

Projekt zur Smart City

Pforzheim präsentiert neue Abfall-App

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Seit Freitag hat die Stadt Pforzheim ihre eigene Abfall-App. Neben dem Anzeigen der Abholtermine für die verschiedenen Müll-Arten, können Nutzer auch Sperrmüll digital anmelden. In naher Zukunft soll die App auch um neue Funktionen erweitert werden.

Wird jetzt morgen der Gelbe Sack abgeholt oder nicht? Wer sich diese Frage stellt, sucht häufig nach dem Abfallkalender in Papierform. Damit soll nun Schluss sein. Seit Freitag ist die „Abfall-App Pforzheim“ online.

Jetzt geht's App: Stolz auf die digitale Neuerung sind bei der Präsentation (von links): Projektleiter Michael von Rüden, Digitalisierungsbeauftragter Kevin Lindauer, Jürgen Förschler (Stellvertretender Amtsleiter der Technischen Dienste), OB Peter Boch und Alexander Pfeiffer, Abteilungsleiter der Abfallwirtschaft.
Jetzt geht’s App: Stolz auf die digitale Neuerung sind bei der Präsentation (von links): Projektleiter Michael von Rüden, Digitalisierungsbeauftragter Kevin Lindauer, Jürgen Förschler (Stellvertretender Amtsleiter der Technischen Dienste), OB Peter Boch und Alexander Pfeiffer, Abteilungsleiter der Abfallwirtschaft. | Foto: Oest

Entwicklung mit IT-Firma aus Leonberg

Die kostenfreie App gibt es im Apple-Store für iOS-Geräte. Für Android-Geräte wird sie in den nächsten Tagen im Playstore von Google verfügbar sein. Sie hat verschiedene Funktionen: Nach Eingabe der Straße kann man sich digital die Abholtermine der verschiedenen Müllarten anzeigen und sich per Push-Nachricht erinnern lassen. Neben zahlreichen Informationen, etwa einem Abfall-ABC oder über Öffnungszeiten und Ansprechpartner, kann man mittels der App auch Sperrmüll anmelden. Entwickelt wurde die digitale Plattform in Kooperation mit der IT-Firma „Collective Mind“ aus Leonberg, die bereits eine Abfall-App für den Enzkreis entwickelte.

Wir hatten den Anspruch, dass die App besser sein muss als anderswo

Am Freitag wurde die App in der Innenstadt vorgestellt. Frisch erholt aus dem Urlaub lobt Oberbürgermeister Boch das Projekt als „Werkzeug der Digitalisierung in Sachen Sicherheit und Sauberkeit“. Er selbst werde immer noch von seiner Frau erinnert, wann der Müll rauszustellen ist. Das sei nun Geschichte. Auch wenn andere Städte deutlich vor Pforzheim ähnliche Apps hatten, ist der OB von der Pforzheimer Variante überzeugt: „Wir hatten den Anspruch, dass die App besser sein muss als anderswo.“ Im Moment ist sie das zwar noch nicht, aber ein modularer Aufbau erlaube es, die digitale Neuerung nach und nach zu erweitern. Außerdem sei es, da sind sich Boch und der Digitalisierungsbeauftrage Kevin Lindauer einig, ein toller Schritt zur vom OB so angestrebten Smart City.

Oberbrügermeister Peter Boch (Mitte) informiert sich vor Ort beim Projektleiter Michael von Rüden über die App.
Oberbürgermeister Peter Boch (Mitte) informiert sich vor Ort beim Projektleiter Michael von Rüden über die App. | Foto: Oest

Erste Erweiterung bereits geplant

„Die erste Erweiterung ist für Oktober geplant“, sagt Michael von Rüden. Der Sachgebietsleiter der Technischen Dienste hat als Projektleiter den Start betreut. Im Oktober soll man dann einfach per Klick in der App wilde Müllablagerungen melden können. Kombiniert mit der Geo-Lokalisierung und der Möglichkeit, ein Foto hochzuladen, kann die Abfallwirtschaft schnell auf in der Stadt verteilten Müll reagieren. „Das macht die Stadt sauberer und somit auch lebenswerter“, sagt von Rüden.

Kostenpunkt: Fünfstelliger Betrag

Die Kosten für die Implementierung der App auf die Pforzheimer Bedürfnisse betragen laut Boch einen fünfstelligen Betrag. „Eine sinnvolle Investition. Das rechnet sich gegen, da man an anderen Stellen Ressourcen einsparen kann“, so das Stadtoberhaupt. Gemeint sind damit laut von Rüden etwa der Abbau von Doppelstrukturen und eine effizientere Arbeitsweise bei der Abfallwirtschaft.

Auch „große Lösung“ denkbar

Es ist die zweite digitale Neuerung binnen kurzer Zeit: Bereits letzte Woche wurde eine online verfügbare Besuchersteuerung im Bürgerzentrum eingeführt (der Kurier berichtete). Was die Frage aufwirft, die auch einem Bürger bei der Präsentation auf dem Herzen lag: Ist eine Verknüpfung der digitalen Anwendungen geplant, sodass der Nutzer nicht verschiedene Apps braucht? „Das wird ein nächster Schritt sein“, so OB Boch. Bei der, wie er es nennt, „großen Lösung“ müsse man aber auch auf die Kosten schauen.
Was für den Moment bleibt, ist eine App der Stadt, die ein bisschen den Smart-City-Charakter andeutet und zumindest für die Zukunft Potenzial hat, um Pforzheim ein bisschen sauberer zu machen.