WIRD GESPERRT: Die Schloßbergauffahrt in Pforzheim soll im Zuge der Innenstadt-Ost endgültig geschlossen werden. Zunächst stehen temporäre Sperrungen an. | Foto: Müller

Fragen und Antworten

Pforzheim: Schloßbergauffahrt ab Montag dicht – Vorarbeiten für City-Ost

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Für viele Autofahrer in Pforzheim ändert sich kommende Woche einiges: Die Schloßbergauffahrt ist ab Montag dicht; für Vorarbeiten im Zusammenhang mit der City-Ost wird die Verkehrsverbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt in beiden Fahrtrichtungen voraussichtlich für drei Wochen gesperrt – ein Vorgeschmack auf die dauerhafte Schließung der Straße für das umstrittene Städtebauprojekt.

Die Sperrung beginnt laut Mitteilung der Stadtverwaltung am Montagmorgen. Voraussichtlich ab 15. Juli soll der Verkehr wieder wie gewohnt fließen – zumindest vorerst, denn im Zuge des Projekts City-Ost soll die Auffahrt dauerhaft gesperrt werden. City-Ost-Gegner warnen in diesem Zusammenhang vor einem Verkehrschaos. Im Rathaus teilt man diese Bedenken nicht. Wichtige Fragen und Antworten zum Projekt.

Warum genau wird die Schloßbergauffahrt gesperrt?

Grund für die Sperrung sind, wie die Pressestelle der Stadt mitteilt, Leitungserneuerungen durch den Eigenbetrieb Stadtentwässerung (ESP). Die Kanalarbeiten finden in Höhe der Treppenanlage statt. Gleichzeitig verlegen die Stadtwerke Pforzheim (SWP) Leitungen für das Projekt Innenstadt-Ost. Dies diene zwar ebenfalls der Vorbereitung des Projekts Innenstadt-Ost, sei jedoch auch unabhängig davon aus Wartungsgründen notwendig, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Was ändert sich für Autofahrer?

Die Stadt empfiehlt allen Verkehrsteilnehmenden, den Innenstadtring zu nutzen. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Auch während der Sperrung soll es möglich sein, vom Bahnhofsplatz aus den Stiftshof anzufahren. Ebenso könne die Deimlingstraße von der Östlichen Karl-Friedrich-Straße aus befahren werden – der Parkplatz Rathaushof soll wie gewohnt zugänglich sein. Voraussichtlich wird für die Leitungsbauarbeiten der SWP zeitgleich die Deimling–straße an der Kreuzung Zehnthofstraße/Waisenhausplatz auf eine Fahrspur reduziert, von welcher aus alle Richtungen befahren werden können.

Wie hat sich die Stadt Pforzheim vorbereitet?

„Es gab schon einmal eine Vollsperrung des Schloßberges und das hat verkehrlich gut funktioniert“, erklärt Philip Mukherjee, Pressereferent der Stadt. „Diese Diskussion gab es mit der dauerhaften Schließung des Schloßberges auch. Und natürlich gibt es ein Gutachten.“ Dieses führe unter anderem den Nachweis, dass das Verkehrsaufkommen von anderen Straßen aufgefangen werden kann. Der Innenstadtring als offizielle Umfahrung der Stadt sei dafür gebaut, den Verkehr aus der Innenstadt herauszubringen.

Wir können eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse nicht schließen, das können wir auch den Verkehrsteilnehmern und Berufstätigen nicht antun.

City-Ost-Gegner und Stadtrat Michael Schwarz

Stadtrat Michael Schwarz (Freie Wähler), Teil des Aktionsbündnisses „Bäder, Schulen, Kitas – statt Innenstadtentwicklung-Ost“, sieht die Sperrung „sehr, sehr kritisch“. Er verweist ebenfalls auf Gutachten. „Wir können eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse nicht schließen, das können wir auch den Verkehrsteilnehmern und Berufstätigen nicht antun.“

Wie ist der öffentliche Personennahverkehr betroffen?

Der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis informiert in einer Pressemitteilung, dass die Regionalbuslinien 735, 736, 738 und 739 umgeleitet werden müssen. Sie fahren über die Lindenstraße, die Haltestellen Marktplatz und Parkstraße entfallen. Ersatzweise gibt es einen Stopp in der Franziskusstraße. „Von Zeit und Aufwand her ist es kein Problem, über die Lindenstraße zu fahren“, sagt Axel Hofsäß, Geschäftsführer des VPE. „Aber wir ärgern uns, dass wir für den Kunden das Gebiet nicht mehr so gut erschließen.“

Verkehrsverbund-Chef ärgert sich

Dem VPE-Chef geht es vor allem um den Halt am Marktplatz, der wegfällt. Mit der Stadt gebe es „schon ewig“ Gespräche, wie die Situation sich mit der dauerhaften Schließung der Schloßbergauffahrt entwickeln kann. Den Marktplatz über den Waisenhausplatz zu bedienen bedeute laut Hofsäß, in bereits vorhandene Staus an Knotenpunkten zu fahren und diese so weiter zu vergrößern – zudem könne die Taktung nur mit mehr Bussen gehalten werden, was zusätzliche Kosten bedeute.
Wie die Stadt mitteilt, verkehrt die Linie 1 regulär. Schulbusse fahren über die Bahnhofstraße und die Leopoldstraße. Fahrgäste, die zum Marktplatz fahren möchten, können an der Zeppelinstraße auf die Linie 1 umsteigen.