Pforzheim München
MIT ÄUSSERST BIEG- UND SCHMIEGSAMEN DIAMANTKETTEN machte die Pforzheimer Firma Frank Trautz im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam bei der Schmuckmesse in München. Das Unternehmen wird ab morgen wieder zu den Anbietern auf der Inhorgenta gehören. Insgesamt sind dort 90 Firmen aus dem Nordschwarzwald. | Foto: Kopf

Schmuckmesse Inhorgenta Munich

Pforzheim glänzt in München: Riesiges Interesse der Juweliere

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Preziosen aus der Goldstadt Pforzheim glänzen bis zum 19. Februar auf der Inhorgenta Munich. Und auch die wirtschaftlichen Aussichten glänzen: Wenn die Kartennachfrage für die deutsche Leitmesse in München sich in Verkaufszahlen niederschlägt, dann dürften sich die Schmuckfabrikanten aus dem Nordschwarzwald freuen. „Das Interesse ist riesig bei den Juwelieren“, beobachtet der Geschäftsführer von deren Bundesverband, Joachim Dünkelmann.

Bei den Großeinkäufern seien an diesem Wochenende alle namhaften Unternehmen vertreten und dies immer mit großen Teams. Und auch auf den anderen Ebenen des Uhren- und Schmuckgeschäfts mit Endkunden gibt es offensichtlich Bedarf an neuer Ware.

Schmuckmesse: Der Handel zeigt in München Flagge

Durch das Weihnachtsgeschäft ist es nicht gedeckt, dass „der Handel massiv Flagge zeigt“ in München, wie Dünkelmann kommentiert. „Es war flächendeckend miserabel“, weiß man auch in Pforzheim und ist deshalb leicht verunsichert, wie Branchenkenner kolportieren. Die Juweliere sowie Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte schließen das Jahr 2017 dennoch mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent ab, rechnet der Verband vor. Das entspricht laut Dünkelmann einem Umsatz zu Endverbraucherpreisen von 4,76 Milliarden Euro.
Ein guter Teil davon müsste in Deutschlands Schmuckstadt Nummer eins wirksam geworden sein, denn es geht bei den Zuwächsen von rund einem Prozent bei Ketten, Ringen und Armreifen um Klassiker. „Brillantringe, Brillanten überhaupt, Edelsteinschmuck und Tahitiperlen sind gefragt“, sagt Dünkelmann und bestätigt, was auch aus Sicht des Bundesverbands Schmuck und Uhren (BV) Trend ist. „Klassiker im Schmuck sind wahnsinnig im Kommen, und das in jeder Preisklassen“, beobachtet dessen Geschäftsführer Guido Grohmann: „Wer traditionell ist und mit seinem Design etwas spielen kann, ist im Aufwind.“

Viele Firmen aus dem Raum Pforzheim in München

Viele der rund 90 Firmen aus dem Raum bei der Inhorgenta sind da exzellent unterwegs. Sie präsentieren ihre Waren dieses Jahr in bestem Ambiente. „Das Team mit Stefanie Mändlein an der Spitze hat in drei Jahren einen ganz hervorragenden Job gemacht“, lobt denn auch der Verbandsgeschäftsführer aus Pforzheim. Der wohl eindrücklichste Beleg dafür ist, dass es für die Edelhalle B1, wo sehr viel Pforzheim zu finden ist, mittlerweile eine Warteliste gibt. Damit sind mehr Quadratmeter zurückerobert als im vergangenen Jahr noch leer waren, von dem Jahr vor dem großen Umschwung in Richtung Ausstellerbedürfnisse ganz zu schweigen.
Es ist kein Geheimnis, dass die Stärke bei der deutschen Leitmesse in München auch mit der Schwäche in Basel zusammenhängt. Gerade noch 16 Firmen reisen aus dem Nordschwarzwald in die Schweizer Grenzstadt. Auch die 29 im vergangenen Jahr bildeten nur noch einen Bruchteil dessen, was dort bis vor wenigen Jahren aus der Region Pforzheim geboten war.

Baselworld wird gebraucht

Das mag manchen freuen angesichts einer langen Phase mit für Schmuckproduzenten schwer zu ertragenden Hochpreispolitik und einem als arrogant empfundenen Geschäftsgebaren. Aber „davon, dass Basel schwächelt, profitiert keiner“, warnt Grohmann. Die Baselworld „ist die Leitmesse der Welt, die brauchen alle.“ Das gilt nach einer Händlerumfrage des BV insbesondere für die Firmen von Enz und Nagold, die „ein extrem gutes Exportgeschäft“ hinter sich haben – einen Boom, von dem auch die hiesigen Scheideanstalten profitieren, wie Grohmann weiter erläutert.

Der Osten als interessanter Markt

Nichtsdestotrotz, die Lücken bei der Baselworld stehen für Nachfrage in München. 1 021 Aussteller aus 42 Ländern sind da. Die Firmen Tutima, Alexander Skorokhoff und Nivrel kehren zurück in die Uhrenhalle an die Isar. Der Verband überlege jetzt zusammen mit der Messe, wie man diesen leichten Aufwind nutzen kann, denn „die Uhrenhalle A1 ist noch verbesserungswürdig“. Entscheidend wird hier auch der Montag sein, wenn die Fachgruppe Uhren erste Bilanz zieht und dabei beispielsweise auch den neuen German Watch Pavillon beleuchtet, wo Aristo Vollmer die Pforzheim-Fahne hochhält. Auch die Fachgruppe Trauringe trifft sich an diesem letzten Messetag zu einem Resümee. Dabei wird der Blick womöglich auf die neue Partnerlandstrategie der Inhorgenta-Leitung fallen. Premierengast ist Polen und bringt mit „Bernstein Dinge ins Spiel, die hier bislang nicht so präsent sind“, meint Grohmann. Aus deutscher Sicht könne der Staat im Osten ein interessanter Markt sein.

Link: Offizieller Auftritt der Inhorgenta Munich