Pforzheim
NACHWUCHS ZEIGT PRÄSENZ: Auf der Besuchertribüne des Pforzheimer Ratssaals waren am Donnerstag im Sportausschuss Eislaufsportler aller Altersklassen dabei. Sie befürchten, dass die Stadt die einzige Eislaufhalle in Pforzheim verkauft. | Foto: str

Stadt verkauft Eishalle

Pforzheim: Trampolin-Park statt Eishockey-Halle?

Pforzheim muss sparen, auch beim Sport. Bislang stehen dabei vor allem Schwimmbäder und Turnhallen in der öffentlichen Diskussion. Doch das erste prominente Sport-Opfer des städtischen Sparkurses könnte der Eislauf-Bereich sein: Die Stadt Pforzheim will die St.-Maur-Eishalle, Heimstatt des Eishockey-Landesligisten Pforzheim Bisons, verkaufen.  Beim Verein reagiert man entsetzt.

Ein Hauch von Stadionatmosphäre im Sportausschuss: .Anhänger und Mitglieder der „Pforzheim Bisons“, früher Blue Gold Stars, tummeln sich in bunten Trikots auf den Zuschauerrängen des Ratssaals. Der ernste Hintergrund: Die Eissportabteilung des CfR Pforzheim fürchtet um ihre Zukunft. Denn die finanzschwache Stadt plant, sich von der St.-Maur-Eishalle zu trennen.

„Platzverweis“ vor nichtöffentlicher Sitzung

Neuigkeiten zum geplanten Eishallen-Verkauf sollten am Donnerstag im städtischen Sportausschuss besprochen werden. Doch als es spannend wurde, erteilte Sportbürgermeisterin Monika Müller den Bisons-Anhängern auf den Rängen einen, immerhin charmant formulierten, Platzverweis. Denn das Thema Eishallenverkauf wurde im nichtöffentlichen Teil behandelt. Dabei sollte Oliver Reitz vom der WSP (Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim) über den Stand der Verkaufsbemühungen informieren.

Vorstandschef Markus Geiser gegenüber BNN.de: „Wir haben läuten hören, dass die Halle zweckentfremdet werden könnte. Das würde für den Eislaufsport in Pforzheim das Aus bedeuten.“ Geiser zufolge umfasst die Abteilung mehr als 200 Mitglieder, davon viele Pforzheimer mit Migrationshintergrund. Überdies habe man im Nachwuchsbereich mit 50 Prozent einen erfreulich hohen Mädchenanteil.

Sollte das eintreten, hätte man uns schwer aufs Glatteis geführt

Trampolin-Halle statt Eissport in Pforzheim?

Unter Berufung auf Hintergrundgespräche mit Politikern fürchtet man im Verein, dass ein Investor aus der St.-Maur-Eishalle einen kommerziell betriebenen Trampolin-Park machen will. „Sollte das eintreten, hätte man uns schwer aufs Glatteis geführt“, sagt Eishockey-Abteilungsleiter Marcus Voggenreiter. „Bislang haben die Verantwortlichen den Eindruck erweckt, dass für die Halle eine Zweckbindung für Eissport bestehen bleibt. „Nun hören wir, dass diese 2018 auslaufen soll.“ Gegen einen Trampolin-Anbieter könne man sich als Verein finanziell wohl kaum durchsetzen, so hieß es zudem. Schon deshalb, weil die jährlichen Betriebskosten für einen „Trampolin-Park“ wesentlich geringer seien als für eine Halle mit Eisfläche.

Die Verkaufsabsichten der Stadt Pforzheim für die jährlich mit mehr als 110 000 Euro bezuschusste Halle stehen im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung. Vonseiten der Stadt gab es am Donnerstag mit Verweis auf die rechtlich vorgeschriebene Nichtöffentlichkeit keine nähere Auskunft zum Verhandlungsstand.

Internet: Offizielle Website der Pforzheimer Bisons.