Großeinsatz in der Innenstadt: Mit 13 Einsatzfahrzeugen rückte die Feuerwehr an und löschte einen Wohnungsbrand. | Foto: igm

Wohnungsbrand

Pforzheimer Feuerwehr holt in der Innenstadt 73-Jährigen aus den Flammen

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Meterhoch ragen die Flammen aus den Fenstern einer Dachgeschosswohnung auf der Dillsteiner Straße. Was am Donnerstagmorgen zu Verkehrschaos am Innenstadtring geführt hatte, entwickelte sich dramatisch – denn einer der Pensionsgäste konnte sich alleine nicht retten.

Bis zu den Knien hoch steht der Rauch einem 73-Jährigen, als die Feuerwehr am Donnerstagmorgen anrückt, um ihn vor den Flammen zu retten. Ein Brand in einem Pensionszimmer im dritten Obergeschoss eines Gebäudes in der Dillsteiner Straße legt unter anderem den Verkehr bis zur Jahnstraße und damit den Innenstadtring lahm. Zwei Menschen sind verletzt.

„Feuer aus“ nach 45 Minuten

Um 8.35 Uhr geht der Notruf ein, gegen 8.40 Uhr sind Feuerwehr und Polizei vor Ort. Die Betroffenen werden evakuiert, dann dauert es 45 Minuten, so Feuerwehr-Einsatzleiter Guido Lobermann, ehe es heißt: „Feuer aus“. Rund 1.000 Liter Wasser spritzt das 50-köpfige Team auf die Flammen, wodurch eine unter der Pension gelegene Arztpraxis in Mitleidenschaft gezogen wird. „Das Wasser ist durchgesickert“, berichtet Lobermann. Anschließend ist man damit beschäftigt, die Wasserschäden in den Griff zu bekommen und mögliche Glutnester zu finden.

Mann wartet hinter der Tür

Zuvor greifen die Feuerwehrleute, so Lobermann, das aus den Fenstern schießende Feuer von hinten an, kommen über das Treppenhaus hoch. Gleich hinter der Tür findet man den stehenden Mann. „Jemanden lebend aus einer in Vollbrand stehenden Wohnung herauszuholen, ist das primäre Ziel“, erklärt Lobermann. Natürlich hätten auch die Profis Respekt vor dem Feuer. Allerdings seien die Einsatzkräfte, bestehend aus der Feuerwehrabteilung Brötzingen/Südweststadt und Berufsfeuerwehr, bestens ausgestattet und routiniert. „Solche Brände gibt es etwa fünfmal im Jahr.“

64-Jährige kann sich aus eigener Kraft retten

Bis 11 Uhr ist die Feuerwehr mit 13 Einsatzfahrzeugen vor Ort, die Polizei hat neun Wagen geschickt. Die beiden Verletzten – eine 64-Jährige, die sich aus eigener Kraft hat retten können, und der 73-Jährige – kommen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser.

Da ist nicht mehr viel da.

Feuerwehr-Einsatzleiter Guido Lobermann

Der Sachschaden ist enorm. Die gesamte Einrichtung der Pension sei verbrannt, so Lobermann. „Da ist nicht mehr viel da.“ Der Rauch habe zwar auf die Nachbargebäude übergegriffen, Folgeschäden gebe es aber nicht. Was den Brand ausgelöst hatte, können weder Polizei noch Feuerwehr genau sagen. Die Kriminalpolizei ermittelt. Der Vermieter der Pension, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hofft auf die Versicherung und einen schnellen Beginn der Sanierung.

Der Verkehr kommt während des Einsatzes zum Erliegen, auch der Busverkehr ist betroffen. Bis 10.09 Uhr ist die Jahnstraße gen Westen nicht passierbar, erst um 11.25 Uhr gibt die Polizei den Verkehr wieder komplett frei.