Rein ins kühle Nass des Wartbergbads stürzten sich in diesem Sommer 88.532 Besucher. | Foto: Wacker

Kein Rekord im Super-Sommer

Pforzheimer Freibäder: 36.000 Besucher mehr als 2017

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„Es war ein guter Sommer.“ Was Pforzheims Bäderchef Bernd Mellenthin so nüchtern in einen Satz packt, lässt sich aus den Zahlen als fettes Plus herauslesen. 137 387 Besucher strömten zwischen Mitte Mai und 9. September ins Freibad.

Das sind über 36 000 Menschen mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl das Nagoldbad vor dem heißen Endspurt am vergangenen Wochenende ausscheiden musste. Ein neuerer Chlorgasaustritt am Freitag sorgte dafür, dass die Bäderleitung die Saison dort noch am selben Nachmittag für beendet erklärte. „Wir bedauern das sehr“, hatte Mellenthin am Freitag gesagt (der Pforzheimer Kurier berichtete).

Haarriss als Spaßverderber?

Nun scheint der Badespaßverderber gefunden: Ein Haarriss hat wohl dazu geführt, dass die Chlorgasanlage nicht dicht war. „Wir müssen aber noch klären, ob das die einzige Ursache war“, erklärt Mellenthin. Eile hat man dabei keine, denn das Bad wird nun für den Winter bereit gemacht.

„Keine Saisonverlängerung möglich“

„Wir können die Badesaison nicht verlängern“, meint Mellenthin und begründet dies mit Personalmangel. Schwimmmeister sind rar und die Saisonkräfte hätten entweder Resturlaub abzubauen oder ihre Verträge liefen aus. Das Hallenbad in Eutingen sei ohnehin personell eng ans Nagoldbad gekoppelt. Und dies hat nun wieder geöffnet. Gleiches gilt fürs Stadtteilbad Huchenfeld. Im Emma sind derzeit die Öffnungszeiten noch reduziert von 11 bis 17 Uhr.

Spitzenwerte von 2015 unerreicht

Bemerkenswert ist jedenfalls, dass das Nagoldbad in diesem Traumsommer 11 702 Badegeäste mehr anlockte als 2017, obwohl ihm zwei satte Sommertage in der Bilanz fehlen. Ins Wartbergbad kamen 88 532 zum Schwimmen und Planschen – fast 25 000 mehr als in der vergangenen Badesaison. Der Sommer 2015 mit seinen Spitzenbesucherzahlen wird allerdings bei beiden Freibädern diesmal nicht erreicht. 157 278 Besucher waren es damals insgesamt. Davon entfielen 106 842 aufs Wartberg- und 50 436 Badegäste aufs Nagoldbad. Für das Jahr 2003, das gemeinhin als Jahrhundertsommer bezeichnet wird, liegen in Pforzheim laut Bäderbetrieb keine Zahlen vor.

Keine gravierenden Unfälle

Tagesrekorde für diesen Sommer wurden im Wartbergbad am 5. August aufgestellt. An jenem Sonntag wurden dort 3 500 Wasserratten gezählt. Das Nagoldbad hatte seinen Rekordtag am 31. Juli mit 1 640 Besuchern. Allerdings wurden diese Zahlen Anfang August erhoben. Ob sie an einem anderen Hochsommertag eventuell überschritten wurden, dazu vermag Mellenthin derzeit keine Angaben zu machen.
Auch in anderer Hinsicht scheint der Badesommer 2018 in Pforzheim ein Erfolg gewesen zu sein: Es gab keine gravierenden Unfälle, wenn auch den einen oder anderen Rettungseinsatz. Negativ zu Buche schlugen einige Fälle von Belästigungen, zu denen auch die Polizei gerufen wurde. „Das passiert leider jedes Jahr“, sagt Mellenthin.