Sehr verspielt zeigt sich die junge Hündin bei einem ihrer ersten Ausflüge ins Grüne. Sie lebt jetzt bei einem Paar außerhalb des Enzkreises.
Die quirlige Mischlingshündin Eleanor hat ein neues Zuhause gefunden. | Foto: PK

Pforzheim: Fundhund vermittelt

Nach dreimonatiger Tollwut-Quarantäne darf Mischling Eleanor im Freien toben

Die kleine Eleanor darf nun endlich, nach drei Monaten in Quarantäne, über Wiesen tollen und ihr Hundeleben so richtig genießen. Ein Paar außerhalb des Enzkreises hat die junge Hündin Anfang März aufgenommen und ihr damit zu einem Happy End verholfen.
Eleanors Start ins Leben war nicht gerade rosig. Eine Pforzheimerin hatte sie im Dezember bei sich im Hausflur gefunden, herzlos ausgesetzt in einer Pappkiste mit nichts bei sich außer trockenem Brot. Wie im Dezember berichtet, kümmerte sich die Finderin liebevoll um das damals etwa fünf Wochen alte Hündchen. Dennoch konnte sie es nicht einfach behalten, sondern musste die junge Hündin als Fundsache bei der Stadtverwaltung anmelden, so verlangt es das Gesetz. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Hündin mit Tollwut infiziert war, musste sie auf Anordnung des Amtsveterinärs die folgenden drei Monate in Quarantäne im Pforzheimer Tierheim verbringen.

Quarantäne aufgrund von Tollwut-Gefahr

„Das ist nie schön für ein Tier, aber eine gegen Tollwut geimpfte Betreuerin hat sich täglich mit Eleanor beschäftigt“, erklärt Tierheimleiterin Linda Giek. Zusätzlich hatte Eleanor eine freundliche Mischlingshündin immer an ihrer Seite. „Solche jungen Hunde bekommen immer eine durchgeimpfte große ‚Tante’ an ihre Seite, um das Sozialverhalten zu lernen“, so Giek. Durch diese Betreuung entwickelte sich Eleanor zu einem verspielten und gesunden Junghund. „Sie ist ein richtiges Hummelchen“, berichtet Giek. Die Tollwutvermutung habe sich nicht bewahrheitet, nur gegen Würmer musste sie behandelt werden. Eleanor sei nun eine freundliche und aufgeschlossene Hündin, brauche aber auf jeden Fall noch Training und Auslastung auf dem Hundeplatz.

Fundhund findet ein neues Zuhause

Darum war es für das Tierheim wichtig, geeignete Besitzer für Eleanor zu finden. Insgesamt sieben Bewerber gab es für sie. Auch ihre Finderin hatte gehofft, sie zugesprochen zu bekommen, schließlich wäre Eleanor ohne sie vermutlich nicht mehr am Leben. Doch es kam anders.
„Wir suchen den für den Hund geeignetsten Platz“, erläutert Leiterin Giek. Wer den Hund gefunden hat sei dabei nicht ausschlaggebend, ebenso wenig werde der Zeitpunkt der Bewerbung berücksichtigt. Stattdessen werden die Bewerber nach verschiedenen Kriterien bewertet. Demnach spiele es beispielsweise eine Rolle, ob die Bewerber bereits Hundeerfahrung besitzen, einen eingezäunten Garten haben und ob der Hund auch im Urlaub gut versorgt werden kann. „Nicht jeder Bewerber muss einen riesigen Garten haben, aber bei mehreren Bewerbern wählen wir natürlich denjenigen mit den besten Voraussetzungen aus. Trotzdem fällt es uns schwer, den anderen Bewerbern abzusagen“, informiert Giek. So wurde auch Eleanor einem anderen Paar zugesprochen und nicht der Finderin. Diese ist darüber sehr enttäuscht, drei Monate lang hatte sie gehofft, Eleanor zu sich holen zu können, bis sie schließlich den negativen Bescheid im Briefkasten fand.
Für Eleanor hat die Geschichte aber ein glückliches Ende genommen. Ihr gehe es gut im neuen Zuhause, erzählt Giek. Die neuen Besitzer sind glücklich mit ihr und Giek ist sich „ohne Wenn und Aber“ sicher, dass ihr eine schöne Zukunft bevorsteht.