forzheims Bürgermeisterin Monika Müller mit Gratulanten im Wolfsburger Ratssaal.
EINSTIMMIG GEWÄHLT: Pforzheims Bürgermeisterin Monika Müller mit Gratulanten im Wolfsburger Ratssaal. | Foto: Screenshot Stadt Wolfsburg

Von der Gold- in die Autostadt

Pforzheims Bürgermeisterin Müller in Wolfsburg gewählt

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Die Pforzheimer Sozialbürgermeisterin Monika Müller (43) ist am Mittwoch in Wolfsburg zur neuen Sozialdezernentin der Autostadt gewählt worden. Der Gemeinderat der niedersächsischen Stadt wählte die SPD-Politikerin aus Pforzheim  einstimmig und ohne Enthaltungen. In ihrer knapp zehnminütigen Bewerbungsrede legte Müller ihre Vorstellung einer ganzheitlichen Sozialpolitik dar, die möglichst viele der Beteiligten aktiv in die Gestaltung einbinde. Persönlich reize sie, dass Wolfsburg eine Stadt sei, die sich entschlossen weiterentwickle.

Punkten mit Bundesligist

Müller will mit ihrem Mann und ihren drei Kindern möglichst bald von Pforzheim nach Wolfsburg umziehen. Bei ihren Kindern habe sie beim familieninternen Werben für den Schritt unter anderem mit dem „Badeland Wolfsburg“ punkten können  – bei ihrem Mann, dem ehemalige SPD-Bundestagsabgeordneten Anton Schaaf, mit dem Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Herausforderung Klinikum

Die Leitung des Dezernats für Soziales, Bildung, Kliniken und Sport soll die SPD-Politikerin aus Pforzheim zum 1. April 2018 antreten. „Für mich ist das eine spannende und reizvolle Aufgabe, auch vor dem Hintergrund, dass sie die Zuständigkeit für das Klinikum umfasst“, so Müller im Vorfeld. Nach VW ist das Wolfsburger Krankenhaus zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt. Im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier ließ Müller zuletzt auch Enttäuschung über den Stellenwert der Sozialpolitik in Pforzheim erkennen, die zuletzt oft nur noch als Kostenfaktor wahrgenommen worden sei. „Dabei ist Sozialpolitik eine wichtige Investition in den sozialen Zusammenhalt einer Stadt.“ Gerade dabei sei eigentlich Kontinuität wichtig, bedauerte Bürgermeisterin Müller.

Pforzheim sucht Nachfolge

Nach der Wahl in Wolfsburg wird in Pforzheim nach ein Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin gesucht. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) hatte zuletzt betont, dass er sich dabei die notwendige Zeit nehmen möchte: „Alle weiteren Entscheidungen müssen im Kontext der ja ohnehin geplanten Neustrukturierung von Zuständigkeiten gesehen werden. Wir brauchen hier ein in sich stimmiges Gesamtpaket, das von allen Dezernaten und dem Gemeinderat mitgetragen wird.“ Ein Hintergrund ist die vom neuen OB geplante Verlagerung der Zuständigkeit für die Finanzen aus seinem Dezernat in ein anderes Dezernat.

In der SPD geht man unterdessen davon aus, dass der zweitstärksten Partei im Pforzheimer Gemeinderat erneut das Vorschlagsrecht eingeräumt wird. Nach Informationen von BNN.de soll in der Sache zeitnah ein Gespräch zwischen OB-Boch und der Fraktionsspitze der SPD stattfinden.

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