Uwe Hück bei der Demo "Pforzheim nazifrei" vor dem Hauptbahnhof. | Foto: ron

Nach Demo-Samstag in Pforzheim

Protest gegen Rechte in Pforzheim: „Böses kann man nicht ignorieren“

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Das versprengte Häuflein Rechtsextremer bei deren Protest am Samstag einfach zu ignorieren – nein, das ist für hunderte Pforzheimer einfach keine Option gewesen. Uwe Hück, Spitzenkandidat der SPD für die kommende Gemeinderatswahl, sagte dem Pforzheimer Kurier und bnn.de, man könne den Rechten nicht die Straße überlassen. „Sie gehört uns. Wir haben sie zurückerobert.“ Auch andere Teilnehmer des Protests unter dem Motto „Pforzheim nazifrei“ erklärten ihre Motive.

Er sei froh, dass die Menschen jetzt wach würden, so Hück: „Wenn etwas Böses kommt, kann man das nicht ignorieren, dann muss man gegensteuern. Jetzt ist Courage angesagt, Mut und Anstand. Der Anstand muss gewinnen, der Unanständige muss gehen.“

Mast: Rechtsstaat vor Europawahl verteidigen

Hücks Parteifreundin Katja Mast lief bei der Demo der Initiative gegen Rechts meist ganz vorne mit. „Wir haben einen tollen Rechtsstaat. Den gilt es gerade vor der Europawahl zu verteidigen“, sagte sie. Dafür sei auch der Einsatz auf der Straße nötig. Das zeige den Zusammenhalt. „Ich habe noch nie so viele Leute in Pforzheim demonstrieren sehen, wenn es um Rechtsextremismus geht“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete erfreut.

DGB-Landeschef: Das ist unerträglich

Auf der Demo-Bühne fand wenig später der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann klare Worte: „Die Ewiggestrigen trauen sich wieder in die Öffentlichkeit. Und das im Land der Täter, das ist unerträglich.“ Die Gesellschaft befinde sich an einem Scheidepunkt, weil rassistische Parolen auch in Parlamenten Einzug hielten. „Weimar ist gescheitert, weil sich zu wenige dagegengestellt haben. Deshalb ist es so wichtig, dass hier heute so viele Leute sind“, so Kunzmann.

Kabarettist Grohmann: Würde des Menschen auf der Straße verteidigen

Kabarettist Peter Grohmann beklagte mit Blick auf die Geschichte: „Heute lässt man die Menschen nicht mehr verbrennen, heute lässt man sie ertrinken.“ Deshalb müsse man aufstehen. Die Würde des Menschen werde heute vor allem auf der Straße verteidigt.