Richterhammer
Der Tatverdächtige steht ab Donnerstag vor dem Landgericht Karlsruhe. | Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Angeklagter schweigt zur Tat

Prozess um ermordeten Pforzheimer Schmuckhändler startet am Donnerstag

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War es wirklich der Geschäftspartner? Ein 37-Jähriger wird beschuldigt, am 21. Juni 2019 einen Schmuckhändler aus dem Stadtteil Hohenwart umgebracht zu haben. Am Donnerstag, 19. März, beginnt ab 9 Uhr vor dem Schwurgericht am Landgericht Karlsruhe der Prozess.

Der 57-jährige Schmuckhändler wurde erst als vermisst gemeldet. Kurz danach fand man seine teilweise verbrannte Leiche am 23. Juni in einem Waldstück im Elsass. Ermittlungen der Sonderkommission „Brosche“ und der Staatsanwaltschaft Pforzheim haben ergeben, dass der Schmuckhändler aber in der Goldstadt umgebracht wurde.

Angeklagter soll zudem Kinderpornografie besessen haben

Nach Erkenntnissen der Polizei soll der 37-jährige Tatverdächtige den älteren Mann bei einem Treffen erst betäubt und dann durch stumpfe Gewalt gegen den Hals getötet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außerdem vor, dass er sein Opfer um Schmuck im Wert von 65.000 Euro beraubt hat und kinderpornografische Videos und Bilddateien besessen hat. Nach der Tat soll er die Leiche im Elsass abgelegt haben.

Taucher der Wasserschutzpolizei suchten Anfang Juli in der Enz nach Spuren im Fall des ermordeten Pforzheimer Schmuckhändlers. Archivfoto: Ehmann

Die Identität des Opfers wurde durch eine DNA-Analyse eindeutig geklärt. Die Obduktion hatten Gerichtsmediziner in Straßburg vorgenommen. Die französischen Behörden standen dabei in engem Austausch mit der 37 Beamten starken Soko am Kriminalkommissariat Pforzheim und der Staatsanwaltschaft.

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Zuletzt gesehen wurde der Schmuckhändler am 20. Juni, am Tag vor seinem Verschwinden, bei einem Geschäftstermin in der Stolzestraße in Pforzheim. Sein geparkter schwarzer Golf wurde anschließend etwa anderthalb Kilometer entfernt in der Abnobastraße gefunden.

Angeklagter schweigt zur Tat

Den Verdächtigen hat die Polizei wenige Tage nach der Tat festgenommen. Er sitzt in einer Justizvollzugsanstalt ein und schweigt bisher zu der Tat. Das Motiv liegt weiter im Dunkeln. Mitte Dezember hat die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Karlsruhe Anklage gegen den 37-Jährigen wegen Mordes und Raub mit Todesfolge erhoben.

Weitere Verhandlungstermine sind für den 3., 22. und 23. April geplant.